Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 13 (26.3.1872)
- Date
- 1872-03-26
- Page
- Seite 251 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/3224737-3226852-3226866--30449-3253326- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
darüber mit dem- Herrn Finanzminister in Communication zu . treten;"!zunächst also für' die schneidemühler Schule, was aber dann für analoge ähnliche Verhältniffe maßgebend sein wird./ , - Meine Herren, worauf es vor allen Dingen in dieser Sache ankommt, ist doch, daß der Unterricht gegeben werde. Es ist nicht richtig, wenn gesagt ist, es handle sich umeine Wiederherstellung. Der Unterricht wird gegeben, und die Stadt bringt dabei das gegenüber den Schwierigkeiten, denen die Staatsverwaltung in der Sache begegnet, nur geringe Opfer, jährlich 50 Thaler dafür zahlen zu müssen. Und hinsichtlich der disciplinarischen Ordnung unter den am jüdischen Religionsunterricht „ teilnehmenden Schülern sind entweder schon die geeigneten Maßregeln von Seiten der Direktion des Gymnasiums getroffen, oder sie können leicht angeordnet werden. Es liegt also durchaus kein drückender Nothstand vor. Darum kann ich meinerseits nur bitten, daß das.hohe Haus die Petition der Staatsregierung zur Erwägung überweisen wolle. l Schluß folgt.) Jeitungsuachrichteu. Deutschland. Leipzig, 18. März. (Privatmittheil.) „Der geschäftsführende Ausschuß des ersten deutsch-israelitischen Gemeindetages" hat ein Circular erlassen, einen zweiten Gemeindetag auf Sonntag den 14. April zu beschickender um 10 Uhr in der Synagoge zu Leipzig abgehalten werden soll. Die Tagesordnung lautet wie folgt: u . 1. Bericht des Ausschusses. 2. Constituirung des Gemeindebundes. 3. Berathung eines provisorischen Statuts. 4. Wahl der Verwaltungsorgane. 5. Referate.;, a) Ueber Armenpflege und Fremdenunterstützung. b) Ueber Gemeindeberfaffungschesen.'' o). .Ueber Beamtenpensionswesen.' - d), Ueber Einordnung des jüdischen Religionsun- ..terrichts indas Völksschulwesen. ' l o) lieber Bildung-von israelitischen, Cülturver-' ..?»einen in Gemeinden und - Bezitkest. /" ' ' - 6) Behandlung einlaufender Anträge. ' Es sind bis jetzt. M Gemeinden^ dem Gimeindebunde beigetreten, nämlich: Aachen, Adelebsen, Allenstein, Alsfeld, Angermünde, Aschersleben, Augsburg, Baiersdorf, Baisingen, Bamberg, Barchfeld, Berlin, Bernburg, Bernstadt, Bleicherode ,. Bochum, Braunschweig, Breslau, Brieg, Buttenhausen, Carlsruhe in Oberschl., Cassel, Colberg in Ostpr., Cöln am Rhein, Crossen, Culm, Dessau, Dittingheim, Dresden, Eichstetten, Eisleben, Emden, Erfurt, Frankenstein, Fürth, Glatz, Glerwitz, Glogau, Görlitz, Grünberg, Hamburg, Hannover, Heilsberg, Hildburghäusen, Hildesheim, Hirschberg, . Königsberg, Leipzig, Leobschütz, Linz, Lyck, Magdeburg, Marienburg, Mengeringhausen, München, Münsterberg, Neubrandenburg, Neustadt-Eberswalde, Neustadt ä. S., Neuwied', Nienburg , Nordhausen, Nürnberg, Oberingelheim, Oppeln, Offenbach a. M., Osterode in Ostpr., Ostrowo, Pleschen, Postelberg, Potsdam, Prag, Preußisch-RhödeN, Pyritz, Rackwitz, Reichenbach in Schlesien, Rexingen, Schippenbeil, Schönebeck, Schweidnitz, Schwerin, Sonnenburg, Stettin, Stuhm, Tann, Tauberbischofsheim, Teltsch, Thalmesstng, Thorn, Tilsit, Trier, Walldörf, Worms, Würzburg, Zirndorf. Berlin, 15. März. Aus dem Justizministerium ist iw Laufe des Februar eine interessante, die E h e n zwischen Juden und Christen betreffende Entscheidung ergangen, worüber die „Vossische, Zeitung" , folgende Mitcheilung macht: / . - : - Veranlassung dazu hat der Antrag des Kaufmanns H. in Potsdam an das dortige Kreisgericht gegeben.' Derselbe' beabsichtigte rnit dem aus der evangelischen Landeskirche.äusgeschich.enen.. Fräulein . einen '-Ehe- * bund .zu schließen, unh beantragte beim Civilstandscommiffar des Potsdamer Preisgerichts das gerichtliche Aufgebot. Sein Antrag wurde unterm 20. September vorigen 'Jahres als ungesetzlich mit dem Eröffnen zurückgewiesen-, daß er entweder aus' der Judenschaft austreten oder seine Braut sich diesem.Glauben anschließen müsse. Auf seine Beschwerden trat das Collegium des Gerichts der Ansicht des Civilstandscommissars -NunMjchr.,Mydte. 'sich'.Herr' H. an das Kä>-'" mergericht und machte dasselbe mit Namenän auf drei Fälle.aufmerksam, nn denen der Beglaiff'' -' derartiger Ehen in.Potsdam und Berlin nichts i - > 1 gestanden habe/j fügte?auch eine Urkunde zm ' s'"!