Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 11 (12.3.1872)
- Date
- 1872-03-12
- Page
- Seite 202 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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feit)/'*} Man ersieht hieraus, daß auch im Judenthume Sectirer die Unsterblichfeit läugneten, daß also "das zukünftige LebenV einen Glaubenssatz, ein Dogma o us- ■ machte. ' ' 1,1 ' . ' v":'' .. ' - Der zehnte Abschnitt beginnt mit dem allgemeinen Ausspruch: - „Alle Israeliten haben Antheil am ewigen Leben mit.Berufung/,auf Jes. 60, 21.:**). Diesem wird in,. ebenso allgemeiner: Fassung hinzugefügt r „Keinen Antheilam zukünftigen Leben hat, ^der da spricht: die Wiederbelebung der Tobten sei nicht von der Thora, und die Thora, nicht von Gott, und der Epikoroß.***)" Der Glaube also an die Begründung der Wiederbelebung cher Tobten, in der. ThpM. d.. i.-an, die Wiederbelebung der Tobten überhaupt (so faßt dies auch sofort? die Gemara Sanhedrin 90, I ss. auf}, sowie der Glaube? M: den göttlichen: Ursprung der Thora-und, dieHochhal- - tung des Gottglaubens- , und des -.Gesetzes -überhaupt,- werden hier als die-unerläßlichen Bedingungen des An-1 theils am zukünftigen Leben, aufgestellt. <Da. nun der iBegriff.des Epikoroß nicht fest fixirt ist,. so .haben wir wenigstens zwei unzweideutige Dogmen: die Wiederbeles hung der Tobten und der. göttliche Ursprung der Thora, i Diese werden von der allgemeinen Autorität getragen, von-keinem einzelnen ausgesprochen und von niemandem z bestritten... ' Ganz anders verhält es sich mit den folgenden Th'eilen ' unsres Abschnitts. Es'' werden - von - einzelnen l Lehrern noch einige, nicht in das'Gebiet des Glaubens gehörige Fälle hinzugefügt, -und'dann historische Exemplificationen herangebracht, die zum Theil der Discussion. unterliegen. Zuerst nämlich spricht Rabbi Akibal demjenigen ebenfalls den Antheil am zukünftigen- -Leben ab, der -sich mit dem Lesen' ketzerischer Bücher beschäftigt driipn), und wer 2 Mos. rM, j 26 als Zauberformel bei einer Wunde spricht;' Abba; Schaut fügt noch hinzu, wer den vierbuchstabigen Na-' men Gottes nach seinen Zeichen ausspricht. Man sieht i *} i->nw ''»nin b2> ibpbpwv.bb’iyn- (ctnb. ny) ’p ab» öbiy nwa (Babli cpp-mn, andere : vbisn nyi übisn o?n»ia IN''US I2^pnn - **). rinwtt:' «2N öbnyb ■ pbn anb US'' bann)'' ^b2 ...... ..... . ........ ...... ......>1 ***) «2N übiyb pbn, vnb. ^eru, iöttrt'.v nn-i.n. ,vai nnirin ..^7?' bvrasr mrin; 1! " .. "' "• ' : Dimp^BNi hieraus / wie die Neigung zu Dogmen sofort äuch die Richtung zur ^Verketzerung und Verdammniß nach sich zieht.- Äm Folgenden'werden drei Könige und-'bier Gemeine aufgezahlt, welche des zukünftigen Lebens verlustig waren. "R. 3eh'udäh" suchte aber den'König Menaffe durch Anführung von 2 Kön. 33, 13 zu retten, was l ihm aber widerlegt würde. > Nun kommen' die Geschlechter an die Reihe.' 'Das Geschlecht der Sündfluth soll weder Antheil am zukünftigen Leben haben, noch zum Gerichte aüferstehen, das Geschlecht der Menschenzerstreüung (riÄbsn niü) nur das erstere ^erlitten -haben,'' ebenso die Bewohner Sodoms. Rabbi Nehemiah will auch die letztern beiden nicht zum Gericht auferstehen lassen/ was 'manwiederum nicht gelten ließ dies alles'selbstverständlich durch Deutung'envon Schriftstellem So werden'auch die Kundschafter beö gufünfttgen Lebens verlustig erklärt; - das'j Geschlecht der j Israeliten aber in der Wüste erklärt R. Akiba des. zukünftigen Lebens, sowie des Auferstehens zum Gericht verlustig, was R. Elieser nicht'gelten läßt; ebenso nach R. Akiba die Rotte Korach's, R. Elieserläßt sie zu diesem zu; R. Akiba meint, daß die zehn Stämme > nicht wieder -zurückkehren, R. Elieser spricht ihnen dies' zu. Hierauf wird das Schicksal einer zum Götzendienste verleiteten Stadt discutirt. Aus dieser ganzen Kette ersieht man leicht, wie alle diese Einzelheiten wesentlich von jenen beiden allgemeinen Sätzen verschieden sind, welche wir an die Spitze des Abschnittes stellten, daß jenen beiden der- Charakter des Dogma einwohnt und' bewußt eingepflanzt worden ist, während die darauf folgenden Specialitäten nichts mehr damit zu thun haben und nur in losem äußeren Zusammenhänge mit ihnen stehen. Iw jenen ist bestimmtes Prineip, diese hingegen werden von Schriftstellen hergeleitet, und ' durch' Schriftstellen bestritten/ Als' 'solche Dogmen würden' jene beiden Sätze auch aüfgefaßt, ünd das Dogma der' Wiederbelebung der Todten im 13. ünb' des göttlichen Ursprungs der Thora im 8. und 9. der maimonibischen Glaubensartikel ausgesprochen."; Wie man also' auch gegenwärü^' über Dog'men im-Iudenthüme denken und sich darüber schlüssig machen wöge, die Worische Existenz von solchen ist nicht zu läugn'en. A'jS'j:';