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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-03-05 · Heft 10 (5.3.1872) · p. Seite 184

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 10 (5.3.1872)
Date
1872-03-05
Page
Seite 184 (sequence 6)
Language
German
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184 fasser sucht auch nachzuweisen, daß die bei fast allen Völkern, auch den in Jnnerafrika und in allen Theilen Amerikas, vorkommenden Fluthsagen mit der noachidischen in keiner Verbindung stünden, und ihre Ähnlichkeiten entweder aus den allgemeinen Voraussetzungen bei einer Fluth herrührten oder, wenn ihre Darstellung aus späterer Zeit stammt, durch Berührung mit Juden oder Christen dahin modificirt worden seien, der von vielen Forschern angenommene Zusammenhang der Völker aber hier durchaus keine Bestätigung finde. Richtiges und willkürliches scheint sich uns auch in diesem Theile der Untersuchung bei dem Verfaffer zu mischen. — „Bibliothek jüdischer Kanzelredner, herausgegeben von Dr. M. Kayserling, Rabbiner. Zweiter Jahrgang, Heft 6. Berlin, Springer 1872." Mit diesem Hefte der von uns wiederholt rühmend anerkannten Sammlung schließt der zweite Jahrgang und vorläufig das ganze Werk. Auch dieses Heft enthält interessante Reden vieler bekannter Rabbiner und Prediger, und so wird das Werk einen bleibenden Werth für die jüdische Homiletik und als Erbauungsbuch in den Familien behalten. — „Ueber den Nutzen von Knabenerziehungsinstituten mit Bezug auf die Samsonsschule in Wolfenbüttel bei Braunschweig. Antrittsrede gehalten vom Director Dr. Rosen stock bei Uehernahme des Directorats der Samsonsschule 24. October 1871. Hannover 1871." Wir können dieser Rede nur unsere Zustimmung und unseren Beifall zu erkennen geben. Die Vorzüge der Erziehung in der Familie werden ebenso beredt dargestellt, wie die von Erziehungsanstalten, sobalo das Haus zu einer vernünftigen Erziehung ungeeignet ist. Auch ist der Verfasier sich ganz klar, auf welchem Wege solche Anstalten erhalten werden müffen, um die gegen sie erhobenen Einwände und Vorwürfe zu beseitigen. Möge dem wackeren Schulmanne dies in seiner gegenwärtigen Stellung gelingen! — „Home and School, Sermon by the Rev. J. L. Leucht. New-Orleans, 1871." Die in deutscher und englischer Sprache hier abgedruckte Predigt steht dem vorherbesprochenen Vortrage sehr nahe, denn sie spricht über die Erziehung in Haus und Schule, die des Gemüthes in jenem, die des Geistes in dieser, und richtet an die Zuhörer eine warme Aufforderung, die dortige Schule mit ausreichenden pecuniären Mitteln zu versehen. Möge der wackere Redner durch diesen schönen Vortrag sein Ziel erreicht haben! — Dem Heimgange des auch in diesem Blatte gefeierten Profeffors Dr. Jakob Herz sind zwei Broschüren gewidmet: „Doctor Jakob Herz. Zur Erinnerung für seine Freunde. Der Reinertrag zum Besten der Herzstiftung. Erlangen, 1871." Demselben Zwecke ist auch eine Gedächtnißrede von Rabbiner Dr. Leopold Stein: „Doctor Jakob Herz, ein Mann nach dem Herzen Gottes. Frankfurt am Main, Hermann, 1871" gewidmet. Beide Schriften sind des Gegenstandes wahrhaft würdig, und zeichnen den Mann, wenn auch von verschiedenem Standpuncte, in feinem ganzen verehrenswerthen Charakter. — Grabrede bei Beerdigung des großherzoglichen Landrabbiners Herrn Dr. Mendel Heß zu Eisenach am 24. September 1871. Gehalten von Dr. L. Adler, Landrabbiner in Caffel. Eisenach." Wie immer, wenn L. Adler spricht, drang ihm auch diese Grabrede aus bewegtem Herzen und aus unparteiischer, nach Recht und Billigkeit strebender Denkweise hervor. Er charakterisirt den Verstorbenen in seiner Begabung, seiner Berufsthätigkeit und seinen Lebensschicksalen, und versteht es, auch da eine richtige und beruhigende Erklärung zu finden, wo so manchem ein Anstoß begegnet wäre. Ueberall betont er die Motive und den Charakter, die durchaus von edler Art waren. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 20. Februar. (Privatmitth.) Was ich Ihnen bereits im vorigen Jahre mittheilte (s. N. 41 vor. I.), ist nun in Erfüllung gegangen. Die Großloge „Rohal-Iork" hat beschlossen, vom 1. Juli d. I. ab den Eintritt von Juden zuzulasfen, also das Ausschlußgebot, welches die berliner Logen von der gesummten übrigen Freimaurerei unterschied, aufzuheben. Ich glaube zu wissen, daß die Loge „zu den drei Weltkugeln" diesem Beispiele bald folgen wird, so daß dann die sogenannte „Landesloge für Deutschland" völlig isolirt bleibt. Von dieser ist ein gleicher Schritt nicht zu erwarten, da er ihrem ganzen, bekanntlich auf Fictionen beruhenden Wesen widerspräche. Schmalkalden, 18. Februar. (Privatmittheil.) In unserer Gemeinde, die freilich im Regierungsbezirke Cassel liegt, aber zum Rabbinar Fulda gehört, trug sich in diesen Tagen ein Vorfall zu, der große Erregung hervorrief. Ein hiesiger Israelit hat sein Söhnchen nicht beschneiden lassen, worauf Dr. Enoch die

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