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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-02-27 · Heft 9 (27.2.1872) · p. Seite 177

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 9 (27.2.1872)
Date
1872-02-27
Page
Seite 177 (sequence 19)
Language
German
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177 lichem Summe überließ. Mt hochaufgerichtekeM Haupte und befriedigtem Lächeln bestieg Bar den Alniemor, und ließ bei der Vertheilung der Mizwoth Wolf, dessen Eidam und Verwandte völlig unbeachtet, fö daß diese erst beim Nachmittagsgöttesdienst das Versäumte nachholen konnten. Die^ Ääi? eine Wunde ick Herzen Wolfs, die niemals wieder' heilte, und von da ab hegte er einen unversöhnlichen Haß gegen seinen Schulgenossen, wenn er.:jenen.auch,,zm.äußer.«,jfciije Gelegenheit hatte. Aber ein unWievigt'ei Haß' wächst stets zu unversöhnlichem Rachedurst an. (Fortsetzung folgt.) Vermischtes. Die Zeitungen veröffentlichen einen Aufsatz desrühmlichst bekannten Geographen A. P eter m ann über Ophir und die Entdeckungen von Karl Manch, aus' welchem wir die uns intereffirettöen Stellen h'ervorheben. „Ueber. die, Localität des Ophir der Bibel, wo König Salomo.^ vor beinah>e 3000 Zähren uyAeheur^ Masten von Gold Elfenbein, Edelsteinen u. 's., w, ' auf phonicifchen Schiffen holen ließ, um seine staunenswerthen Prachtbauten in Jerusalem auszuführen, haben bekanntlich die ausgezeichnetsten Forscher viele Jahrhunderte lang ihren Scharfsinn aufgeboten, ohne bis jetzt zu einem befriedigenden oder übereinstimmenden Resultate gelangt zu sein. Die einen suchten Ophir in Ostafrika oder Südarabien, die andern in Indien oder Sumatra, noch andere sogar in Westindien und Peru*); nur so viel blieb einstweilen sicher, daß es sehr reiche Minen waren, aus denen das Gold herrührte. Als die Portugiesen im 16. Jahrhundert nach Sofala kamen,, fanden sie daselbst reiche Goldgruben vor, die schon seit undenklichen Zeiten behaut gewesen waren, und bei diesen Goldgruben fanden sie Bauten und Ruinen, hier nach der einheimischen Sage, der Königin von Saba ihren Ursprung verdankten. Nach Lopez sollen sich sogar' Eingeborene in Sofala gerühmt haben, noch Bücher aus alten Zeiten zu besitzen, welche die salomonischen Ophirfahrren bestätigten. Die ganze Literatur, der..Griechen und . Römer läßt uns bezüglich dieses urältesten. Völkerverkehrs im Stich , und nur so viel ist aus den arabischen Schriftstellern (Masudi, Edrist) gewiß, daß nach dem Verfall der PH önicier die goldgierigen Araber, diesen Verkehr durch das ganze Mittelalter fortfetzten und auf ihren'Fahrten, selbst vom persischen Golf aus , weit nach Süden' kamen und die Küste von Sofala häufig besuchten." Neuerlich hat nun der deutsche Reisende Karl Manch die Gegend und namentlich eine dieser Ruinen besucht. „Die Ruinen bestehen aus TrürnMerN, Mauern re. bis *) Siehe hierüber unser- Bibelwerk Bd. II. S. 541. hoch,- l'S'-'FÄß^ick- und 450 Fuß' im Durchmesser , einem Thurm re. — Daß sie alle ohne Ausnahme'aus behauenem Granit ohne Mörtel ausgeführt find, deutet allein schon auf ein hohes Alterthum; die von Manch eingeschickten Zeichnungen von Verzierungen an den Ruinen lasten aber kaum noch einen'Zweifel darüber aufkommen, daß sie weder von Pörtugiesen noch Arabern, dagegen von den Phöniciern, von den Leuten der salomonischen Ophirfahrer, herrühren können. -Jedenfalls haben diese Verzierungen nichts portugiesisches oder arabisches an sich, sondern deuten auf viel frühere 'Zeiten. Ob dieselben schließlich sich wirklich als das biblische Ophir erweisen öder nicht, soviel ist sicher, daß die vorläufigen Befunde es schon jetzt mehr als je wahrscheinlich mcichen, daß die' salomonischen Ophirfahrten mit Sofala zusämckenhingen. Die Schifffahrt von seinen Häfen im rochen Meere längs der vstafrikanischen Küste erscheint für die damaligen Mittel der Navigationnähe liegend, die für Hin- und Rückfahrt' gebrauchte Zeit von drei Jahren zutreffend; gewiß ist, daß' sich die Seefahrten der Phönicier südwärts erstreckten', und daß Afrika den wohlbegründeten Rühm eines Goldlandes seitden ältesten Zeiten. hatte. Die Gegenwart liefert ben besten Beweis, daß die Schiffe Salomo's, um Gold; Edelsteine und Elfenbein zu holen, nur der Küste südwärts zu folgen brauchten. Die Diamantenfelder Südafrikas stellet: gegenwärtig alles andere der Art in den Schatten, und', was Elfenbein anlangt, so hat Afrika auch stets viel größere Quantitäten auf den Weltmarkt geliefert, als andere Länder. Kurzum, zu VeN Quarzgoldfeldern, dem neuerdings von Button und Mäuch entdeckten Alluviälgold und der noch immer wachsenden Wichtigkeit der Diamantenfelder scheint sich süt das Innere' von Südafrika nun auch noch das Ophir König Salömo's zu gesellen." Auch hier ist also das Weitere abzuwarten. Was uns betrifft, so vermögen wir den obigen Miltheilungen nöch keine große Glaubwürdigkeit betreffs Ophir heizulegen. Die 1 Kön. 10 , 22 aufgeführten Producte, welche durch die 'israelitisch-phönicifchen Schiffe SaloMo's aus Ophir geholt wurden, häbeN Benennungen indischen Ursprungs, sind also mit jenen Producten aus Indien' gekommen. Dies ist ein Moment von entsprechendem Gewichte, „Affen" kommt vom sanskritischen kapi, von kap sich bewegen, griechisch y.fj7cog, fcöoüon auch mit Hinwegwerfung von K das deutsche Affe gebildet worden .ist; kommt vom sanskritischen gikhi, tikki, Ipfau. Nicht minder ist auch noch der phönicische Ursprung der'von Manch, gefundenen Ruinen zweifelhaft, da hierüber nur etwaige phbnicische Inschriften einen bestimmten Beweis liefern könnten. In Nr. 22 des Jahrgangs 1869 S. 428 haben wir über eine Broschüre des Herrn vr. Hermann

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