Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-02-27 · Heft 9 (27.2.1872) · p. Seite 166

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 9 (27.2.1872)
Date
1872-02-27
Page
Seite 166 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3226852-3226862--30360-3253233
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

m in einem Falle bekannt ist, eine Advocatur vorziehen, oder ob man sich immer noch schwer dazu entschließt, dieses harte Eis zu brechen, vermögen wir nicht, zu entscheiden. Erfreulich ist es. aber zu berichten , daß an mehreren königlichen Handels- und Gewerbeschulen eine verhältnißmäßig große Anzahl Israeliten Anstellung gefunden hat. So in Amberg , Ansbach, Weiden u. s. w. An einer der in Nürnberg errichteten Communalvolksschulen ist ein Israelit als Lehrer angestellt worden, der aber mittlerweile für das obgedachte Fach die Prüfung bestanden und als solcher anderweitig Anstellung gefunden hat. OesterreichischungarischeMonarchie. Men, .14. Februar. (Privatmitth.) Die „N. fr. Pr." enthält einen lesenswerthen Artikel über „Die Reformbewegung in der Wiener israelitischen Cultusgemeinde von einem Mitgliede derselben." Dieser Artikel giebt eine kurze Motivirung der in Nr. 7 d. Bl. rnitgetheilten Cultusveränderungen, und schildert die Namentlich; -von ei n e w Manne angesttftete und von den Wortführern der - ungarischen . OrchodoxiMM^ feuerte Opposition, die durchaus aufeine Spaltung der Gemeinde hinarbeitet, während doch die gedachten Modifikationen nur für den Vorbeter und zugleich mit Pausen für diesen vorgeschrieben seien, in welchen nach Belieben die. Beter die gestrichenen Stellen leise recitiren. können. Der Aufsatz schließe mit den Worten: „Sind, es. doch . gerade die Hervorragendsten Mitglieder der, Gegenpartei, die ,seit Decennien in und mit der. Gemeinde gelebt haben; sie können es nicht vergessen . haben, mit wie herzlicher Bereitwilligkeit enorme Summen in kürzester Zeit aufgebracht worden sind für Anstalten, die lediglich der Erhaltung des Judenthums, also acht konservativen Zwecken dienen, wie hier ein Spital errichtet wird, blos deshalb , damit unbemittelten jüdischen Kranken die streng rituelle Lebensweise.ermöglicht,;werde, dort jüdische Taubstummen- und Blindeninstitute entstanden sind, aus keinem anderen Bedürfnisse, als'.blos damit die Pfleglinge auch der religiösen Erziehung nicht entbehren; , sie können es nicht vergessen haben, welche große Rücksicht der Vorstand bei der Einrichtung seiner Cultusinstitutionen ihren Wünschen und Mnschauungen stets., getragen hat und noch trägt; sie können nicht blind dagegen sein, daß er selbst ,jn den letzten Beschlüssen die schroffe Durchführung des Prjncips, ja sogar jeden Meinungsausdruck über, dasselbe vermieden hat, um die Gefühle keines einzelnen zu verletzen. Sollte nun trotz astedem das unglaubliche geschehen und die Stimme der Hetzer mehr Gewicht haben, als die der Vernunft und Pflicht, dann treffe die, welche es so und nicht anders gewollt haben, vor den Glaubensgenossen der Mit- und Nachwelt die schwere Anklage, daß sie die dargebotene Friedenshand zurückgewiesen und in ein Gemeinwesen, dessen Einheit so viele und arge Stürme überdauert hat, Hessen Einrichtungen und Wohlthätigkeitsanstalten unübertroffen dastehen, einen Riß gebracht haben, aus keinem anderen erdenklichen Grunde, als höchstens etwa, um einem fanatischen, ehrgeizigen Manne, der sich unüberlegterweise beeilt hat, seine Flüche und Verwünschungen auszustoßen, noch ehe er Inhalt und Tragweite der neuen Beschlüsse kannte, und der in Folge dessen in die Gefahr gerathen war, als Führer ohne Armee dazustehen, jetzt, rasch zum eigenen Gebrauche eine solche; herbeizuschaffen." r■ ... ,., r Gerade diese Worte drängen auch mich, über diese Angelegenheit MnersM ehenfasts ein offenes Wort zu Wechen. Uns kommt es stets etwas unheimlich vor, wenn man., auf religiösem, speciell dem Eultusgebiete eine gewisse Diplomatie in Anwendung bringen sieht. Ich meine nämlich, daß eine solche gerade , auf diesem Felde nicht ganz würdig ist und,- wie die Erfahrung lehrt, gewöhnlich erfolglos bleibt.. Die.Orthodoxie ,, namentlich unsrer Tage , ist durchaus.; entschieden , will keine Kompromisse mehr, stößt -die gemäßigte Hand noch heftiger von sich als die energische, und läßt sich "auch nicht düpiren. Kein Liebäugeln, kein Zugeständniß hält sie zurück , ihr Kampfgeschrei zu erheben, sobald nur ein erster Schritt, sich von ihr entfernt. Sie hält sich nur so lange ruhig, als man bei ihr verbleibt und ihr die unbedingte Geltung gewährt; innerhalb dieser Gränzen läßt sie sich alles gefallen,; was man thut und schafft; aber die/ größten Opfer lassen sie gleichgültig, falls man nur ei n e n Fuß über diese ihre Gränzen hinaus setzt. Dies sollten sich doch endlich die Herren, welche mit den Cultusangelegenheiten zu thun Haben , klar machen und nicht auf ihre..Friedensliebe sich berufen, wenn sie, einen diplomatischen Compromiß anbieten.;; SDte Orthodoxen sagen mit Recht, Gebetstellen , die man B

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.