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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-02-27 · Heft 9 (27.2.1872) · p. Seite 164

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 9 (27.2.1872)
Date
1872-02-27
Page
Seite 164 (sequence 6)
Language
German
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Die Auswanderer — soweit sie nicht einer von dem dortigen Comits vidimirten Aufforderung von Verwandten Folge leisten. — verpflichten sich vor der Abreise, sich den fürsorglichen Anordnungen des dortigen Comits's willig unterzuordnen, und finden durch dasselbe je nach ihrer Befähigung angemeffene Placirung." Ferner: „Die Handwerker selbst anlangend, so können wir vor Ablauf der in der Regel 3 bis 4 Jahre dauernden Lehrzeit nur über Betragen und Fortschritte berichten, und diese berechtigen zu den besten Hoffnungen. Mit Ausnahme einiger wenigen, gänzlich ungeigneten Knaben, an denen jeder Bildungsversuch scheiterte, und die deshalb wieder entlasten werden mußten, sprachen sich die Comitsinspectoren, sowie die betreffenden Lehrherren , auf Grund regelmäßig eingehender Berichte, durchweg günstig und befriedigt aus; ebenso geht aus den von uns eingeforderten Berichten der resp. Adoptivältern hervor, daß sie mit der von uns getroffenen Auswahl ihrer Pfleglinge vollständig einverstanden sind und für die Zukunst derselben das Beste erhoffen. Einzelne derselben werden geradezu als Musterkinder in Bezug auf Fortschritte und Betragen hingestellt. Eine beträchtliche Anzahl solcher Personen, die ein nur eine kurze Lehrzeit erforderndes Gewerbe (Destillation, Seifensiederei rc.) ergriffen haben, sind nach ihrer Ausbildung in die Heimath zurückbefördert worden und theilweise schon zu sicherer Existenz gelangt, wie beispielsweise ein am hiesigen Orte ausgebildeter Destillateur bereits schon seit zehn Monatenals Gehilfe ein Gehalt von 15 Thlrn. bezieht." Aus den „Nachweisungen" ziehen wir folgende Daten. Vom 1. Juli 1870 bis 1. Juli 1871 wurden 57 Familien, bestehend aus 258 Personen, und 30 einzelne, also zusammen 288 Köpfe, nach Amerika befördert; ferner 38 Waisenkinder von Gemeinden oder Privaten adoptirt; sowie 55 junge Leute als Handwerks- und Kaufmannslehrlinge, Schüler u. s. w. untergebracht; außerdem unterhielt das Hauptgränzcomits sieben Waisen, die noch im schulpflichtigen Alter sind und die Schule besuchen; endlich sind 22 Männer und 5 Frauen bereits ausgebildet und als Gewerbetreibende in die Heimath zurückbefördert. Diesen Zahlen gegenüber ist die Ziffer 14 derjenigen Knaben, welche nach längerer oder kürzerer Lehrzeit aus verschiedenen Ursachen entlasten wurden oder sich der Beaufsichtigung entzogen haben, nur als unbedeutend zu betrachten. Die Einnahmen des Hauptgränzcomits'8 bestanden in 32,442 Thalern, wovon am 1. Juli 1871 3784 Thlr. als Bestand übrig geblieben waren. Außerdem wurden von den Subcomit6's noch 9263 Thlr. verausgabt. Man kann sich denken, daß der hier aufgeführte Bestand seit dem 1. Juli 1871 absorbirt worden ist, so daß sich das Comits in allen feinen Operationen völlig gelähmt sieht. Möge sich daher recht bald ein warmer Eifer dieser wichtigen Angelegenheit wieder zuwenden. Me dieses Werk betreffende Anfragen sind an Herrn Rabbiner Dr. I. Bamberger in Königsberg in Preußen als den Vorsitzenden des Hauptgränzcomits's, sowie Geldsendungen an den Schatzmeister Herrn S. Feinberg (Firma: I. S. Feinbergs Nachfolger) ebendaselbst zu richten. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Bielefeld, im Februar. (Privatmittheilung.) Die „Unterstützungscasse des Vereins israelitischer Elementarlehrer für Westphalen und die Rheinprovinz" hat, den Statuten gemäß, Mit dem 1. Januar c. ihre Wirksamkeit begonnen. Das Capitalvermögen belief sich am genannten Tage auf 5922 Thlr. 3 Sgr. 11 Pf. Die nach den verwendbaren Mitteln und der Anzahl der Unterstützungsberechtigten ermittelte Unterstützungsquote ist pro 1872 auf 14 Thlr. gesetzt worden. Es erhielten demnach im laufenden Jahre an Unterstützungen: 1) Ein erblindeter Lehrer mit Frau und Kindern (12 Quoten) 168 Thlr. 2) Eine Lehrerwittwe mit 5 Kindern (8 Quoten) 112 Thlr. 3) Eine Lehrerwittwe mit 1 Kinde (4 Quoten) 56 Thlr. 4) Eine Lehrerwittwe ohne Kinder (3 Quoten) 42 Thlr. Mit dankerfülltem Herzen geben wir von diesem erfreulichen Resultate unseren Glaubensgenossen Nachricht. Dank dem Allgütigen, der bis dahin unser schwieriges Werk mit seinem Segen begleitet hat, und Dank den verehrten Gemeinden und einzelnen Wohl-, thätern, die durch ihre Spenden unsere Unterstützungscasse förderten und bei frohen und traurigen Veranlassungen gern der darbenden Lehrer, ihrer verlassenen Wittwen und Waisen gedachten! Aber wir stehen

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