Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 7 (13.2.1872)
- Date
- 1872-02-13
- Page
- Seite 137 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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137 unglücklich macht, nicht von uns ab. Jetzt sind wir bei dem augelangt, was das Wesen aller unsrer Empfindungen ausmacht. Unsre Weisen sagen: Wer ist reich? Wer mit seinem Theile zufrieden ist. Wer ist weise? Wer sich seines Theiles freut. Lassen Sie mich hierüber ein andermal noch einiges hinzusügen. Französische Soldaten jüdischer Religio». (Fortsetzung.) In Nr. 49 v. I. haben wir nach den Archives isra&ites die Liste der französischen Soldaten jüdischer Religion während des Krieges 1870/7 L aus Lothringen gegeben. Zu den dort ausgeführten 22 mögen jetzt noch folgende hinzugefügt werden: 1. Alcan (Adrien), aus Luneville, Artillerielieutenant beim Anfang des Feldzugs, zeichnete sich durch mehrere glänzende Actionen aus, welche ihm die schmeichelhaftesten Auszeichnungen brachten. Nach einem Kampfe in den Vogesen mit dem Kreuze der Ehrenlegion decorirt, wegen seiner Unerschrockenheit bei Baune-la-Rolande im Tagesbefehl der französischen Armee erwähnt, wurde er u. a. zum Hauptmann befördert. Einige Tage vor dem Waffenstillstand wurde er zum Gefangnen gemacht, doch Dank einer Verkleidung, welche ihm ein würdiger Priester verschaffte, indem er ihm seine Soutane lieh, entkam er den Händen der Preußen. 2. Bloch (Abraham), aus Luneville, Freiwilliger, von einer Kugel in die rechte Hand verwundet, erhielt die militärische Medaille. 3. Gotchaux (Albert), aus Blämont, Soldat im 2. Mobilbataillon der Meurthe, Gefangner in Rastadt. 4. Halimbourg (Henri), aus Luneville, Sergeant im 2. Mobilbataillon der Meurthe. 5. Hirsch (Alexander), aus Luneville, zu den Franctireurs der Aube getreten, fiel bei Troyes. 6. Hirsch (Albert), Bruder des vorigen, Soldat im 7. Jägerregiment, Gefangner in Deutschland. 7. Lehmann (Joseph), aus Marsal, Freiwilliger im 84. Linienregiment. 8. Marix (Adolph), aus Luneville, Sergeant im 2. Mobilbataillon der Meurthe, Freiwilliger. 9. Marix (Myrtil), aus Luneville, Sergeant im 2. Mobilbataillon der Meurthe, Freiwilliger. 10. Rupert, aus Luneville, Freiwilliger im 84. Linienregiment. 11. Samuel (Arthur), aus Luneville, Soldat im 27. Linienregiment, Gefangner in Köln. 12. Schweisch (Isidore), aus Luneville, Freiwilliger, machte den Loirefeldzug mit. 13. Schneider (Thsophile), aus Luneville, während der Belagerung von Paris Brigadefourier im 4. Artillerieregiment. Außerdem veröffentlichen die Archives isra&ites eine Liste der Israeliten aus dem Departement Niederrhein, die entweder verwundet wurden oder fielen. Es sind folgende: .Metzger (David), aus Bolsenheim, Soldat im 31. Linienregiment, bei Sedan verwundet. # Kahn (Isaak), aus Zellwiller, Soldat im 12. Artillerieregiment, im Hospital zu Toulouse gestorben. Judas Sohn (Nr. 1), aus Balbronn, Soldat im 25. Artillerieregiment, bei Orleans gefallen. Judas Sohn (Nr. 2), aus Balbronn, Mobilgardist, auf den Wällen von Straßburg gefallen. Willard Sohn, aus Wolfisheim, Mobilgardist in Straßburg, während des Bombardements von Straßburg gefallen. Dreyfus (Abraham), aus Muttersholz, von einer Bombe auf den Wällen von Schlettstadt erreicht, am rechten Fuße amputirt. Eberhardt Sohn, aus Fegersheim, Mobilgardist, beim Bombardement von Straßburg gefallen. Jeidel Sohn, aus Benfeld, in der Schlacht bei Gravelotte gefallen. Wolf, aus Mammenheim, Militärkrankenwärter, gestorben zu Lyon. Glauber (Leon), aus Surbourg, Lieutenant in der Mobilgarde, in Folge seines Aufenthalts in den Cafematten von Straßburg erblindet. Blum, aus Hatten, starb an den in der Schlacht bei Gravelotte empfangnen Wunden. Schwab (Henri), aus Saarunion, Mobilgardist, starb nach der Capitulation von Straßburg. Balivau (Samuel), aus Hagenau, bei der Belagerung von Straßburg gefallen. Liebschütz, aus Hagenau, starb bei seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft. Levy, aus Niederbronn, verwundet, starb zu Orleans. Mantel, Marinesoldat, starb in der Umgegend von Brest. Blum, aus Oberbronn, von Sedan nach dem nördlichen Preußen transportirt, wo er gestorben ist. Weil, aus Westhofen, fiel auf den Wällen von Straßburg. Stein (Isaak), aus Oberlauterbach, Reservesoldat, fiel in der Schlacht bei Spichern. Wolf, aus Lingolsheim, starb einige Zeit nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft. Heymann, aus Lingolsheim, starb einige Tage nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft. Schwartz, Soldat des 33. Linienregiments, verwundet in der Schlacht bei Gravelotte.