Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 36 (1872)
- Issue
- Heft 7 (13.2.1872)
- Date
- 1872-02-13
- Page
- Seite 122 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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.222 die - Gerechtsame 'des Staates füÄerte. ' Dadürch ^jedewirttiche -Spaltung -'aus religiösen Ansichten// selbst r i wÄstdiese 'aüSeinandergehn,' und ' wenn gewisse' neuor-.? ''thvb^e 'Wortführer diese' Spaltung' noch so viel predil "gen,''die'Ma'ffe'lelbst^ weist sie zurück. - Sie können ruhig ''besortdre ''Gemeinden 'bilden, eigne' Bethäuser errichten,; Men' Räbbmer und Schochet an stellen — das geschieht; jä iü/Amörikä aller Ortenohne Zank und Streit — - "in- Mn /wirklichen ^Verhältnissen des Lebens, wie' in den: ^höMn^iihrät^Lehren"der^-Religion, werden die Juden; ^ö^e ^Spaltung niemals anerkennen. - -; -Ä'lSo wMn wir zum Schlüssenur^ den einen Wünsch r ^ausshrechen/ daß dieser so 'schön' 'erwachte Gemein geist sich- ^nicht auf Werke der Barmherzigkeit 'beschränke, sondern. -sich' - auch ällmälig auf gemeinnützige,'' nur durch verneinte; Kräfte'' herzustellende - Anstalten des jüdischen Schul- -Wesens'und der' jüdischen Religionswissenschaft ausdehne.; Zeitungsnachrichten. ,,m' Deutschland. Bsrlm , 31. Januar. (Privatmitth.) - Die gest-- .-rige-Sitzung des Abgeordnetenhauses war von einer; - großen- Bedeutung- und ihre-Wirkung wird eine} nach-' lhattige sein , .da sie nicht blos die Situation, welche' die Regierung - überhaupt und' der ' Neue Cultusminister - >Dr. Falk' insbesondre/ den konfessionellen Fragen 'gegens Äber einmmMt,' ffotf därlegte/ sondern -auch Grund-; 'Me zum Ausdrück brächte/ deren BerwiMchstng da-, dürch um so! näher-trim Im Ganzen känn man mit/ einfachen - Worten -dieSitzung von unserm Standpuncte; aus so charakteristren: wenn zwei. Parteien sich zanken,/ Mmmt diedritte' zu ihrem Rechte. Der 'eigentliche f Brennpunct der DiscussioN'war die ' vvr einigest^ ^Wochen bekanntlich geschehneAüfhebüng der katholischen: . Abtheilung im Cultttsministermw Seit 1816 näcklich 'waren> die - katholischen Angelegenheiten im Ministeriumüdstrch-zwei * katholische- Mthe ' vertreten. Hiergegenf wurde/unter Friedrich Wilhelm IV. nach Erledigung; der bekannten" Kölner - Wirren - ' 1841 eine katholische/ Abtheilung aüsdrei Rächen errichtet. Diese hatte sich. ,nach und nach ziemlich selbstständig' gemacht, -verfügte: -die -Misten! Angelegenheiten' ohne Unterschrift des Mi-! :nistets/'und- 'handelte ineinem Geiste, der/ sich ledigi rkichtuw die- Forderungen der Kirche, nicht? aber um! mußten seit der altkatholischen Bewegung mancherlei Conflicte zwischen 'dem Minister und dieser Abtheilung entstehn, man hob die letztre" auf und kehrte zu! der früher» Einrichtung zurück.' In der Etatsberathung des Cultusministeriums nahm nun die "katholische Fraction des Hauses, gewöhnlich das Centrum genannt/ die Gelegenheit wahr, 'gegen diese Aufhebung ' zu sprechen/ und * auf die Wiederherstellung jener'katholischen Abtheilung im" Ministerium' zu dringen/ Mit großer - Heftigkeit warfen die beiden katholischen Redner 'von Mallinckrodt und Windthörst (Meppen) der Regierung die- Zurücksetzung der Katholiken, die uttparitätifche' Behandlung derselben, namentlich die Anstellung weniger Katholiken , besonders in den höhern BeamtenkrerseN/ vor. Ihnen antwortete vr. Wehrenpfennig' (liberal)" und die Minister vr. -Falk und Fürst Bismarcks Sie läugneten diese vermeintliche /Zurücksetzung und gaben zu verstehen, daß die geringe Zahl katholischer 'Beamten von der verhältnißmäßig geringen ' Zahl katholischer Jünglinge herrühre, welche sich' für den Staatsdienst geschickt wachen und melden. "Innerhalb dieser Debatte' war - es nun, wo theils allgemeine Grundsätze ausgesprochen würden, die auch uns interessiren, theils directauch auf die Juden Bezug genommen ward. Diese Momente wollen ww heraüsheben. — vr. Wehrenpfennig bemerkte u. ä/, daß ja gewisse' Angelegenheiten von Religionsgenösseris chästen, ' der' jüdischen und den ' Dissidenten, - der evangelischen Äbtheilung im Cultusmmisterium / zugewiesen seien. Düs ist nur in beschrankter Weise/währ/ In eigentlichdn' Cultusangelegenheiten hat nach Lage der BerlhMnisse und des Gesetzes der preußische Cultttsminister für die Juden gar keine Function, die Verwältuttgsangelegenheiten der jüdischen Gemeinden stehen unter. dem Minister des Innern , so daß nur mj jüdischen Schulfragen der Unterrichtsminister zu "entscheiden hat. Bekanntlich sieht/die preußische Regierung die jüdischen Schulen mit geringer Ausnahme "nur als ' Wvälfchulen an, und so war die Thätigkeit dos Herrn vöN' Mühler / so weit sie die Juden betraf, zumeist darauf gerichtet , sie als Mitglieder eines städtischen Schulvorstandes und als Lehrer von den" öffentlichen Schulen abzuhalten' und zurückzuweisem / Man erinnere sich seines Vorgehens gegen'/die' jüdische Realschule in -Frankfurt a. M. 'Hiernach-hat-der-von uns hochgeachtete Dr. Wehrenpfennig doch einen Fehlgriff gethaN,