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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-01-23 · Heft 4 (23.1.1872) · p. Seite 59

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 4 (23.1.1872)
Date
1872-01-23
Page
Seite 59 (sequence 5)
Language
German
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59 R. Driver, B. A. fellow of New College, Oxford. Williams and Norgate, London 1871. X, 88 und 44 S. hebr. Text. Die Anfänge der grammatikalischen Studien der hebräischen Sprache sind noch immer in ein bisher wenig gelichtetes Dunkel gehüllt. Es läßt sich schwer bestimmen, ob die Massoreten, sowie die Punctatoren und Accentuatoren die Vorläufer der grammatischen Studien waren, oder ob nicht die ältesten Grammatiker den ersten Impuls zur Maffora und dem Vocalsystem gegeben haben. Jbn Esra zählt Saadias Gaon zu den ältesten Grammatikern, wipn iiwb '3pr, und Saadias kannte bereits die Mafsora und polemistrte gegen Ben Ascher, den Hauptvertreter derselben (siehe Frensdorff, das Buch Ochlah W'ochlah, Vorrede, und Graetz, Geschichte V. 537). Jedenfalls steht fest, daß, nachdem einmal die Maffora größtentheils hergeflellt, das Punctations- und Accentuationssystem vollendet war, das Studium der hebräischen Grammatik und Lexikographie mit einem wahren, seltenen Eifer betrieben wurde. Hai Gaon und Samuel ben Chosni, Menachem ben Saruk und Dunasch ben Librat, Juda Chajug und Jona ben Gannach begannen eine neue Aera des hebräischen Sprachstudiums. Jbn Mra und Salomon Parchon, Salomon Jizchaki und seine Enkel Jakob Tam und Samuel ben Meir, Joseph Kimchi und seine Söhne Moses und David Kimchi, vollendeten das Werk ihrer Vorgänger. Moses ben Schescheth, deffen Name bisher wenig genannt und bekannt war, gehörte ebenfalls zu den Epigonen der alten Grammatikerperiode. Herr L. Dukes hat das Verdienst, aus denselben und seinen handschriftlichen, in Oxford befindlichen Commentar aufmerksam gemacht zu haben. Moses ben Schescheth wird blos von Charisi, Makame 18 am Ende, als Dichter rühmend erwähnt und in der dritten Makame zu der spanischen Schule gezählt (s. Kämpf, zehn Makamen u. s. w. S. 8 und 11, wo für Joseph ben Schescheth emendirt wird Moses ben Schescheth). Diese dürre Notiz war alles, was man von Moses ben Schescheth wußte. Der fleißige Dukes fand in einem handschriftlichen Wörterbuche des Joseph ben David Ha-Jewani den Moses ben Schescheth mehrmals angeführt , sowie auch in einer handschriftlichen Grammatik des Isaak ben Eleasar, nvp-in -isv, häufig erwähnt und ein Gedicht desselben citirt, und stellte alle aufgefundenen Materialien im Orient 1846 und 1849 und ausführlicher in Machal Kedumim 42 zusammen. Herr Driver hat nun den kleinem Commentar des Moses ben Schescheth herausgegeben, ins Englische übersetzt und durch gelehrte und eingehende Noten erläutert. Der Commentar des Moses ben Schescheth, der sich ursprünglich auch auf das Buch Jesaia erstreckte, welche Partie man jedoch noch nicht wieder aufgefunden hat, ist streng grammatikalisch und lexikalisch mit Ausschließung aller Hagada, und eben darum werden auch zumeist nur die schwierigen Stellen, die seltenern Formen, Wort- und Satzbildungen erklärt. Der Verfaffer benutzte die Werke seiner Vorgänger mit vieler Sachkenntniß und Kritik, und zwar vorzüglich die des Juda Chajug, Jona ben Gannach und Moses Kimchi, welchen letzteren er allerdings nur einmal anführt. Neues haben wir wenig darin gefunden, was nicht schon bei David Kimchi und deffen Epitomator Salomo ben Melech angeführt wäre. Herr Driver ist der Ansicht, daß Moses ben Schescheth als Zeitgenosse des Lehrers und ältern Bruders von David Kimchi deffen Commentar zu den beiden Propheten, obwohl dieUebereinstimmung an vielen Stellen gar zu auffallend ist, nicht gekannt, sondern daß beiden ein älteres Werk Vorgelegen habe, aus dem sie gemeinsam geschöpft haben mochten. Es hängt diese Behauptung, wie sich von selbst versteht, von der genauen Bestimmung und Datirung des Zeitalters ab, in welchem Moses ben Schescheth blühte, was freilich Herr Driver in der Vorrede nur annähernd angeben konnte. Moses ben Schescheth wanderte, wie Charisi berichtet, nach Babylonien aus, und daher mag es kommen, daß er in der Punctation des Wortes 137373 dem babylonischen Systeme folgte, wovon auch Jbn Esra 1 Mos. 3, 22 und 2 Mos. 1, 9 Erwähnung thut, und worüber Pinsker und Geiger, Kerem Chemed IX, 69, ausführlich gehandelt haben. Wir geben hier die schwierige Stelle Jerem. 44, 16, die Herr Driver nicht gehörig beachtete und erläuterte: ,13Ti:i< 1",N . Ö*'5>72TÜ5 133^ Nw12-k 113 bD 'an lb8 nbm 13^3>1 133N 1373V 121 '■> 12173 n D^'in 173^2 NDl 'l 113N1 ,lriv3n l^mn .21-2 Was nun die Herausgabe des Textes betrifft, so hat Herr Driver alle mögliche Sorgfalt darauf verwendet und ihn möglichst correct hergestellt. Gleichzeitig stellte er in der Vorrede die Citate bei Joseph Ha-Jewani zusammen, wobei wir die von Dukes hervorgehobenen Anführungen bei Isaak ben Eleasar vermissen. Herr Driver, der sich durch die Veröffentlichung dieses alten Commentars den Dank und die Anerkennung der Freunde der hebräischen Sprach- und Bibelforschung erworben, beabsichtigte auch mit dieser werthvollen Gabe auf -die

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