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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1872-01-02 · Heft 1 (2.1.1872) · p. Seite 7

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
36 (1872)
Issue
Heft 1 (2.1.1872)
Date
1872-01-02
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Anerkennung von den Thaten dieses jüdischen Helden, der im Dienste des Vaterlandes am 2. December vorigen Jahres gefallen ist. Holland. Amsterdam, 6. December. Bei der Abgeordnetenwahl tu Amsterdam wurden 1798 Stimmen abgegeben, so daß die Mehrheit 900 betrug. Gewählt wurde Godefroh (liberal), unser Glaubensgenosse und früher Justizminister, mit 1020 Stimmen; Jnsinger (konservativ) erhielt 766 Stimmen. Rußland. St. Petersburg, im November. (Privatmitth.) Die hier von Herrn Rosenberg gestiftete „billige Küche" für arme Israeliten wird vom „Golos" mit warmer Anerkennung besprochen; es verdiene das höchste Lob, so äußert sich das genannte Blatt, daß die Reichen in dieser liebevollen Weise für ihre ärmeren Brüder Sorge trügen. Demselben zufolge wird die „billige Küche" auch von hochgestellten Personen besucht, welche sich davon überzeugen wollten, was ein „koscheres" Mittagsessen sei; alle sprächen sich äußerst befriedigt über die dort herrschende Ordnung und Sauberkeit, sowie über die Güte und Schmackhaftigkeit der Speisen aus. Vor einigen Tagen sei auch ein Herr erschienen, dessen Anzug bewiesen habe, daß er dem vornehmen Stande angehöre, und habe ein Mittagsessen verlangt. Dasselbe sei ihm aber mit dem Bemerken abgeschlagen worden, daß die „billige Küche" nur für Arme da sei, und ein Bemittelter daher nicht das Recht habe, diese ihres Antheils zu berauben. Da aber der Herr darauf bestand und einen hohen Preis für die Portion bot, gab man ihm endlich eine solche, welche er mit dem größten Appetit verzehrte. — Möge das Beispiel des Herrn Rosenberg allseitige Nachahmung finden! Warschau, im Dec. Bei der nunmehr erfolgten Uebernahme aller, auch der jüdischen Humanitätsanstalten seitens der Regierung drückte der Statthalter Graf Berg auch allen denjenigen Israeliten, die denselben bisher in hervorragender Weise ihre Dienste gewidmet hatten, seine volle Anerkennung und wärmsten Dank aus. Warschau, im Dec. (Privatmitth.) Nummer 8 des Circulars für den Warschauer Lehrbezirk enthält die Mittheilung, daß auf Anordnung des Ministeriums für Volksaufklärung das von dem hiesigen Gymnasiallehrer, Herrn Dr. Carl Hertz, einem Israeliten, herausgegebene Werk „Handbuch der Trigonometrie" zum Gebrauch in den Gymnasien bestimmt ist. Unter der Redaction desselben Gelehrten wird von Neujahr ab eine neue wissenschaftliche Zeitschrift „Natur und Industrie", die erste dieser Gattung am hiesigen Orte, erscheinen. — Ebendaselbst lesen wir, daß Herr Leopold Sterling von der Unterrichtsbehörde nunmehr definitiv zum Gesanglehrer an den höheren Classen des IV. Mädchengymnasiums Hierselbst unter Erhöhung seines bisherigen Gehaltes angestellt worden ist. Kiew, 15. December. (Privatmitth.) Während schon seit einigen Jahren den Zöglingen der Rabbinerschule zu Zytomir die Aufnahme in die St. Wladimir- Universität versagt worden war, sind in diesem Jahre einige, die sich zur Immatrikulation gemeldet hatten, bedingungslos aufgenommen worden. —. Wiederum hat das Odessaer Schwurgericht einige Excedenten von den letzten Osterkrawallen her zu mehrjähriger schwerer Festungshaft verurtheilt. Grodno, iw Dec. (Privatmitth.) Als der Kaiser Alexander auf seiner letzten Reise auch Grodno berührte, überreichte ihm der Rabbiner Herr Joseph Jakowlewitsch Gurwitsch das zum ersten Mal in's Russische übersetzte Gebetbuch. Der Kaiser nahm dasselbe huldvollst an und beschenkte den Rabbiner mit einem Brillantringe. (Jüd. Wiestnik.) Aus Zamosc in Polen wird dem „jüdischen Wiestnik" geschrieben, daß ein Israelit, Schüler des dortigen — vierclassigen — Progymnasiums, Herr Joseph Fidler, nach vorschriftsmäßig abgelegter militärischer Prüfung beim 30. pultawaer Infanterieregiment auf Befehl des Statthalters Grafen Berg als „Junker" ausgenommen wurde. Das genannte Blatt macht darauf aufmerksam, daß es bereits in Nr. 26 Gelegenheit hatte, von dem Eintritte eines Israeliten, des Herrn Löb Fuchs, als „Junker", und somit in die höhere

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