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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-12-12 · Heft 50 (12.12.1871) · p. Seite 1006

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 50 (12.12.1871)
Date
1871-12-12
Page
Seite 1006 (sequence 12)
Language
German
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1006 Ereigniß sehr lebhaft. Zu Demonstrationen kam es aber nirgends. —. Die Synagoge von Lüneville, welche 18 Monate geschlossen war, ist am jüngsten Succothfest feierlich wieder eröffnet worden. — In Algier, sowie in Oran wurden mehrere Israeliten in den Mumcipalrath gewählt. — Auf der Tagesordnung der Nationalversammlung wird nach hiesigen Blättern, sobald sie sich wieder versammelt hat, auch das Gesetz über die algierischen Israeliten stehen. Es scheint also die frühere Nachricht, daß die Regierung selbst den bezüglichen rcactionären Gesetzentwurf zurückgezogen habe, unrichtig gewesen zu sein, oder der Entwurf muß, da er von der Commission der Nationalversammlung bereits behandelt worden, nun doch zur Discussion kommen, wobei die Negierung ihre Zustimmung versagen würde. Italien. Padua, im November, Bereits am 12. September wurde die letzte Lection iu der hiesigen Nabbinerschule gehalten. Das Institut, welches 43 Jahre bestanden, ist nunmehr geschlossen, unb zwar aus Mangel an Schülern, der sich jedoch nur aus Mangel an Lehrern eingestellt hat. „Man sagt vorlänfig." (Nach Ed. isr.) D o n a u fü r st e n t h ü m e r. Bukarest, 24. Nov. (Privatmitth.) Wir haben bereits berichtet, daß in Bukarest ein Congreß rumänischer Journalisten sich versammeln wollte, um sich über die Grundsätze zu vereinigen, welche sie in ihren Blättern als Richtschnur nehmen wollten. Dieser Congreß hat wirklich stattgefunden; aber es entstand in ihm sofort eine Spaltung, und eine Minorität schied aus, während die Majorität sich über vier Principien verständigte, die sie auch veröffentlicht hat. Wenn diese Zielpuncte der Majorität den Lesern als barbarisch und roh erscheinen, so mögen sie sich nicht zu der Annahme verleiten lassen, daß jene Minorität der rumänischen Zeitungsschreiber wegen Ansichten ansgeschieden sei, die der Civilisation und Humanität, der Bildung und Gerechtigkeit näher kämen. Gerade das Gegentheil: dieser sauberen Minderheit schienen die Grundsätze der Mehrheit ihrer College« noch viel zu zahm, und sie wird ihre weiter gehenden Maximen auch veröffentlichen. Don den vier Artikeln der Mehrheit dieser Scribenten wollen wir hier nur die beiden ersten wörtlich anführen: - „Art. 1. Die Aufrechterhaltung der Nationalität mit ihren Interessen und Freiheiten muß unser aller Bestreben für alle Zweige des öffentlichen uitb privaten Leberts sein. Die Nation ist der Complex des gesammten rumänischen Volkes; die wahre nationale Politik darf die Unterdrückung eines Theiles der Nation durch die andere iticht zugeben. Die Presse wird demgemäß für die Nealisirung einer durch uud durch rumänischen Negierung kämpfen, begründet auf wirklicher nationaler Freiheit. Art. 2. Der Germauismus bedroht augenscheinlich die Donauländer. Die Presse wird nachdrücklich gegen jeden Versuch eiuer Colouisation durch die Deutschen kämpfen. Ebenso wird sie energisch gegen die systematische und stets wachsende Invasion des Judenthums, dieser Vorhut des Gerutanismus, kämpfen. Die Presse wird die unbedingte Ausführung der bestehenden Gesetze und die strengsten Maßregeln im Interesse der öffentlichen Ordnung und Moral gegen die von den Juden gemachten Ausbeutungen — welchen unsere Nation uud gairz besonders die Landgemeinden ausgesetzt sind — verlangen." Unter „nationaler Freiheit" verstehen diese Leute zunächst die Unterdrückung, Beraubung und Vertreibung aller Nichtrumanen, besonders aber der Deutschen und ganz besonders der Juden, mögen diese letzteren Rumänen sein oder eingewandert. Jndeß bemerkt die „Rum. Post": „Uebrigens mögen sich die Deutschen und die Juden gemeinsam über die Verschwörung dieser Literaten trösten, denn so grimmig sie auch mit der Feder in der Hand sein mögen, so zahm sind sie unter Umständen außerhalb ihrer RedactionStocale. Einen armen, schlecht gekleideten Juden nennen'sie allerdings hochmüthig und verächtlich „jitlan“, den kleinen schon abonnemeutsfähigen jüdischen Kaufmann lassen sie sich herbei mit der etwas höflicheren Bezeichnung „ovreT“ zu belegen, während sie vor dem reichen Banquier, trüge er auch sämmtliche Namen der Erzväter, alle unbedingt den Hut ziehen und ihn respectvollst einen „Israeliten"

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