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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-11-14 · Heft 46 (14.11.1871) · p. Seite 932

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 46 (14.11.1871)
Date
1871-11-14
Page
Seite 932 (sequence 18)
Language
German
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932 des Verständnisses der Parsenschriften so hochverdiente und mit den Schriftdenkmalen der Parsenliteratur so tief vertraute Prof. Spiegel in seinem neuesten gediegenen Werke: „Eränische Altertumskunde" (S. 708 fg.) zwischen der Annahme einer mythischen und Lcrjenigen einer historischen Auffassung Zoroasters. Doch mag an der Wagschale der beigebrachten Gründe, für oder gegen, das Zünglein des Unheils dieser oder jener Annahme Hinneigen: so viel steht fest, die legendenhaften Ausschmückungen der Person und Ereignisse Zoroasters gehören einer spaten, weit über die Epigonenzeit der neupersischen Literatur der Sasänidenperiode herabreichenden Epoche der Sagenausschmückung an. Und merkwürdig genug, gerade diese Sagen bilden den Kern historischer Berichte in den Mittheilungen über Zorvaster, insofern jene nämlich, mutatis mutandis, sämmtlich der Bibel, beziehungsweise den Nachrichten über Moses entlehnt, oder doch in ihrem Grundgedanken ihnen nachgebildet sind. So hätten wir denn die eigentümliche Erscheinung, daß historische Nachrichten einer möglicherweise nur mythischen Persönlichkeit zur Folie dienen! Daß die parsischen Mythophanten ihre Berichte behufs Staffage des Stifters der Ormuzdreligion gerade den Geschichtsnachrichten über den Stifter der mosaischen Religion entlehnten, erscheint im Hinblick auf die von selbst sich darbietende Analogie ebenso natürlich als naheliegend. Daß aber diese Entlehnung überhaupt hat stattstnden können, bezeugt nur die Richtigkeit unserer frühern Behauptung von der späten An- und Nachdichtung dieser erborgten Ausschmückungen und weist uns von selbst aus die Entstehungszeit der letzteren: nämlich frühestens auf die Sasanidenzeit hin, in welcher, wie bekannt, zwischen dem Judenthum der babylonischen Geschichtsepoche und dem Neuperserthum häufige Wechselbeziehungen herrschten. *- Doch verweilen wir nicht allzulange bei der Außenseite des in der Überschrift genannten Themas; weisen wir vielmehr die persischen Entlehnungen in der Zoroasterlegende an der Hand der biblischen Nachrichten über Moses nach! I. ES sei uns, ehe wir auf die eigentliche, uns gesetzte Aufgabe übergehen, gestattet, des Geburtsortes Zoroasters zu erwähnen. Als diesen geben mohammedanische Historiker, auf die Autorität Tabari's gestützt, Philistäa an. Nach der einen Ansicht soll Zoroaster der Schüler Esra's, nach der andern: des Jeremia gewesen sein, er soll jedoch von seinem Lehrer verflucht und aussätzig geworden sein, worauf Zoroaster sich nach Balth begeben habe.**) Daß diese Legende die Geschichte *) Zahlreiche Belege für diese Wechselbeziehung gaben wir in unserem jüngsten Aussatz „die talmudisch-midraschische AdamSlegeude iu ihrer Rückbeziehung auf die Yima» und Meshiasage" in der Zeitsch. d. d. M. G. B. 25 S. 59 fg. ♦*) Dgl. Hyde hist. vet. Pers. p. 318 der zweiten Ausgäbe. des von Elischa verfluchten und aussätzig gewordenen Gechasi (2 Kön. 5, 26 fg.) vor Augen hatte, unterliegt, meiner Meinung nach, keinem Zweifel. Nicht minder gewiß scheint mir, daß der Erklärungsgrund dieses Quiproquo in dem Anklang des, noch nicht etymologisch gesicherten, Namens Zoro-aster an das hebräische Wort zoraas (vgl. das arabische ssaraa, schlagen, flößen) „Aussatz" zu. suchen sei. (Fortsetzung folgt). „Rabbi Simon ben Jochai" und der siebenjährige Krieg. Mitgetheilt von L. Löwenstein. (Schluß). DaS sicbenunddreysigste Capitel. Von den Kriegs-Helden, die sich hervorgethan in Person dieses Jahr in diesem Krieg. 1. Lastet uns loben die berühmten Leute, die gethan haben so viel Herrliches und geehret sind wegen ihrer Thaten und ihrer Macht und gewesen sind und noch leben als Helden mit Streit, und ihr Schwerd gezucket, und die Feinde verdränget, deren Name wiederholet wird werden von unfern Kindern, wenn sie einst im Frieden denken an das Ungemach ihrer Bäter beym Sailenspiel und beym Wem. 2. Der erste, aber, dem die Welt Zeugniß gibt, daß er sey der größte Held seiner Tage und übertreffe alle Helden des Alterthums, seitdem wir lesen in der Geschichte vieler Jahrhundert, ist Friedlich U., der König der Preuffen, ein gewaltiger König, der sein Heer selbsten anführet zum Streit und vornen ist an der Spitze seiner Völker allenthalben, deffen Weisheit und Kunst, den Krieg zu führen, ihn hoch erheben bis auf aller Welt Alter. 3. Er ist nicht älter, als 46 Jahr, und grünet wie eine Ceder unter allen hohen Bäumen am höchsten. Er ist nicht verdrossen, daß ihn abschreckte Arbeit und Ruhe und Frost und Hitze, und sein Geist würket in ihm, daß die Welt erstaunet über seinen Witz und Weisheit, und es übereilet ihn nicht eine Hitze, daß er hastig wäre, und waS ist wohl, das ihn schrecken mögte? 4. Er gehet, wie ein Löwe in die Schlachten mit Muth und ist der Freund der Menschen, daß er schone, was zu schonen ist; denn er hasset was grausam ist; und überstehet im Augenblick tausend Dinge, die verschieden sind von ihm und ergreift das Beste mit Geschwindigkeit, denn sein. Witz ist schnell und seine Einsicht gründlich K." Interessant ist die Art und Weise, wie der Verfasser oder vielmehr der Herausgeber des Buchs sich vor seinem Gewissen und vor der Welt

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