Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 46 (14.11.1871)
- Date
- 1871-11-14
- Page
- Seite 925 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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925 Klett, Nürnberg. Dr. Dorsch, prakt. Arzt, Erlangen. Adv. Frankenburger, Nürnberg. Prof. Dr. I. (Kerlach, Erlangen. Dr. Mack, prakt. Arzt, Fürth. Prof. Dr. Makowiczka, Erlangen. Oberarzt Dr. Friedrich Müller, Augsburg. Professor Dr. Spiegel, Erlangen. C. Wein mann, Kaufmann, Erlangen. iAuch wir sind bereit. Spenden zu diesem Zwecke entgegenznnehmen und sie in d. Bl. anzuzeigen. — Hierbei wollen wir nicht unterlassen zu bemerken, welche Liebe und Achtung für den verst. Professor Her; sich in diesem Ausrufe aussprechen, und wie armselig diesem Beispiele gegenüber, das ja nicht das einzige seiner Art ist. die Klage des Prof. Röder in Heidelberg, von der wir in Nr. 36 berichtet, sich ausnimmt, darüber daß Juden auch deutsche Lehrstühle an bctt Universitäten besteigen! Red. d. Mg. Z. d. Jud.) Oksterreichischungarische Monarchie. Prag,Ende Oetob. lPrivatm.) Die Stellung der Juden in Böhmen nach der letzten Wendung in Wien. „Es schläft nicht und schlummert nicht der Hüter Israels!" Mit tiefer Betrübniß erfüllte es die Brust eines jeden Israeliten in Oesterreich und besonders eines jeden in Böhnien, als das Bürgerministcrium dem Ministerium Hohenwart Platz machen mußte; denn was konnte der Jude von einem Ministerium erwarten, das den Schöpfer des Concordats, den Grafen Leo Thun, zu seiner Stütze zählte, das einen Stark von Weißenfeld zum Führer einer Partei ausersah, der in der Bach-Thun'schen Zeit Spitäler und andere öffentliche Anstalten den Nonnen mit dem Bedeuten überwies, daß man nur die kranken Seelen zu heilen habe. Der winzig kleine Theil jener Juden in Prag und in Böhmen, welcher, seitdem sich eine nationale Partei in diesem Lande gebildet, mit dieser durch dick und dünn ging, selbst als ihre Organe die Juden in unfläthigster Weise behandelten — dieser kleine Theil rieb sich freudvoll die Hände, hielt seine Zeit für gekommen, glaubte bei diesem Ministerium werde die Stellung der Juden noch gebesserter sein als bei den früher«, und hielt sich in seiner Ansicht dadurch'gestärkt, daß der ikiterrichtsminister, um die Juden zu ködern, bald nach seinem Amtsantritte die Errichtung einer jüdisch-theologischen Facultät in Anregung brachte. Mit dem Momente, wo sich das Ministerium für gesichert hielt, war von der Errichtung der jüdisch-theologischen Facultät keine Rede mehr, und speciell der Unterrichtsminister hatte mehr als einmal Gelegenheit zu bekunden, daß all die freisinnigen Gedanken, welche die Schöpfer der interconfessioncllen Gesetze geleitet, bei ihm keinen Eingang gefunden. Ich könnte dafür einige specielle Beweise bringen, welche seine'ultramontanen Gesinnungen in den verschiedensten Nuancen erkennen lassen, ich will mich aber vor der Hand mit einem einzigen begnügen, welches ausschließlich auf die Juden Bezug hat. Von Seite des akademischen Senates wurde ihm der Antrag vorgelegt, den um seiner Gelehrsamkeit willen auch in außerjüd. Kreisen allgemein geachteten außerordentlichen Professor Kämpf zum Ordinarius zu befördern, dieser Antrag wurde von dem damaligen Rector Magnificus Professor Emanuel Seidl in einer besonderen Zuschrift befürwortet, weil es im Professorencollegium an einigen Unkenstimmen nicht gefehlt, denen die Ernennung eines Juden zum ordentlichen Professor als eine Versündigung gegen den überwiegend katholisch gesinnten Lehrkörper erschien. Diese Ansicht dürfte auch beim nunmehr gewesenen Unterrichtsminister Dr. Jireczek vorgeherrscht haben, denn Professor Kämpf wurde trotz der Fürsprache des Rectors, trotz der Begutachtung einiger Professoren und der Fürsprache einiger dem Unterrichtsminister nahe gestandenen Personen nicht zum Ordinarius ernannt. Dieses Ministerium, von dem Dr. Jireczek ein Theil gewesen, wollte nun die Juden der klerikal-feudalen Clique und den Nationalen Preis geben! Es gibt dafür keinen andern Ausdruck. Das Ministerium Hohenwart versprach dem böhmischen Landtage die Gesetzgebung für das Unterrichtswesen u. s. w. zu überlassen — was hätten dabei die Juden zu erwarten gehabt? Einen kleinen Beigeschmack erhielt man schon als Professor Zeleng den Antrag stellte eine Revision der zu Kraft bestehenden Schulgesetze vorzunehmen. Neun Mitglieder des Landtags wurden zur Vorberathung dieses Antrages gewählt, jedes einzelne von ihnen ein Ultramontaner vom reinsten Wasser und Graf Leo Thun, wie schon erwähnt der Schöpfer des Concordats, ein Äesuite vom Wirbel bis zur Zehe, wurde an deren Spitze gestellt. Einen Vorgeschmack lieferten die Väter unserer Stadt, welche schon früher die Aufhebung der Josephstädter 46*