Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 44 (31.10.1871)
- Date
- 1871-10-31
- Page
- Seite 884 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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884 mysteriöse Geschichte von dem Großrabbiner in Berlin betrifft, so existirt ein solcher nicht. Das ganze „Gerücht" ist wohl nur erfunden, um unseren Glaubensgenossen eine neue Befürchtung für die Zukunft zu erwecken. Es ist offenbar, daß der'Haß und Widerwille gegen das deutsche Reich in Elsaß auch bei unseren Glaubensgenossen sich abzuschwächen begonnen haben, und dies ist für gewisse Geister Grund genug, um sie in den Gemüthern wieder aufzuwühlen.' Dergleichen Versuche werden vor den Thatsachen und vor dem Alles ausgleichendcn Leben verschwinden. Red. d. A. Z. d. Jud.) Bonn, 20. Okt. fPrivatmitth.) Wir »ragen die Mittheilnng einiger Auszeichnungen nach, die Glaubensgenossen aus ihrer Theiluahme am Kriege 1S70/71 geworden, und die wir jetzt erst erfuhren.!)»-. Goldschmidt, Sohn des Rabbiners!),. Goldschmidt in Leipzig, Assistenzarzt bei dem XII. G. E., noch jetzt in Frankreich stehend, wurde mit dem sächsischen Albrcchtsordcn mit Schwertern decorirt. IN. mcü. G. Simon in Eilcnbnrg, Stabsarzt bei dem S. Thür. Inf.-Reg. Nr. .11, erhielt das eiserne Kreuz. Ludwig Hcilbronner aus Fellhcim, Gefreiter im 12. k. bah. Inf.-Reg., wurde in Folge seines ausgezeichneten Verhaltens in der Schlacht bei Sedan mit den: eisernen Kreuze decorirt. Bonn, 27. Oktober. fPrivatmitth.) - Am gestrigen Tage hielt in der großen Aula der hiesigen Universität Herr Di*. Martin Philippson seine HabilitationSrede über '„das Verhältniß Heinrich IV., Königs von Frankreich, zu den verschiedenen Re ligion spart eie u." Bereits beginnt er auch seine Vorlesungen im Fache der Geschichte und zwar liest er während des Wintersemesters die Geschichte der Kreuzzüge. Aus dem Ricsengebirge, 13. Oktober. Die Gründung einer Krankenanstalt für arme jüdische E n r g ä st e — ähnlich wie in Teplitz, Karlsbad und anderen Eurorten — wird nun endlich auch für Warmbrunn ernstlich in Angriff genommen. Schon vor 27 Jahren wurde das Bedürfniß hierzu anerkannt und deshalb ein Aufruf zu Sammlungen an sänluuliche jüdische Gemeinden Deutschlands erlassen. Leider konnte nur aus dem kleineren Theil dieser Sammlungen ein Baufonds von etwa 2700 Thlrn. gebildet werden, weil der größere zur Unterstützung kranker, hilfsbedürftiger Eurgäste jüdischen Glaubens verwendet .werden mußte. Durchschnittlich sind alljährlich 250 Thlr. Enr- und Verpflegungskosten für 28 arme jüdische Eurgäste verausgabt worden. Da nun aber deren Zahl von Jahr zu Jahr sich mehrt und ihre Unterbringung und Verpflegung bei den jüdischen Familien Warmbrunns nicht mehr möglich ist, wurde dieser Tage in einer jur Besprechung dieser Angelegenheit berufenen Versammlung beschlossen , mit dem Vau eines besonderen Hospitals nunmehr vorzugehen und die Ausführung dieses Beschlusses einem Counts übertragen, bestehend aus den Kalifleuten Fräukel, Schneller und Walisisch aus Warmbrunu; Roscnthal, Berger, Rabbiner Dl*. Joi>l, Spediteur Sachs und Vauguier Hugo Schlesinger aus Hirschberg, Siegmund Sachs, Eduard Goldschmidt und Geheimer Sanitätsrath Di-. Grätzer aus Breslau. Das Schatzmeistcramt hat Herr Schlesinger in Hirschberg übernommen. Das Comits wird zuvörderst abermalige Sammlungen bei den jüdischen Glaubensgenossen Deutschlands veranstalten und sobald die znm Bau erforderliche Summe gezeichnet ist, letzteren sofort und au geeigneter Stelle beginnen. Wir wollen hoffen, daß die Veulühnngen des Eornitss vom besten Erfolg gekrönt werden, damit das Hospiz — wie beabsichtigt wird — schon im Jahre 1873 eröffnet werden kann. — Nachdem seit mehreren Tagen neuer Schnee auf dem Hochgebirge gefallen, drang dieser ungebetene Gast gestern auch in die niederen Thäler und machte sich dort so breit, daß die armen Kartoffelleser die warmen Stuben aufsnchen mußten. In Folge der verspäteten Ernte und der laugen Dürre hat der Vaudmann seine Aecker für die Herbstsaat noch nicht vollständig fertig oder doch nur so flüchtig bestellen können, daß die Aussichten für die Zukunft nicht minder trübe werden, ivie cs der Himmel seit einigen Tagen gewesen. OcsterroichischniMrische Monarchie. Wien, 17. Oktober. Nach einer Mittheilung in der „N. fr. Pr." würden nun, nachdem sämmtliche Gutachten über die zu errichtende jüdisch-theologische Facultät «schließlich auch eines des Di*. G. Wolf) ein-