Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 41 (10.10.1871)
- Date
- 1871-10-10
- Page
- Seite 823 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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823 sonderen Antrages Eurer Hochwürden in ähnlichen Fällen bedarf eS seit Emanirung gu. Allerhöchsten Verfügungferner nicht. Der commandirende General, gez. von Bose. (Man ersieht hieraus, daß über die Behandlung jüdischer Soldaten betrefss der Feiertage eine allgemeine Ordre ergangen ist, so daß es in Zukunft nur der Anträge und Urlaubsgesuche der Soldaten selbst bedarf, da ja die Eommandos nicht von selbst die Zeit der jüdischen Feiertage wissen kennen, daß aber dcsfallsige Gesuche jüdischer Eultusbehörden oder Cultnsbeamten nicht mehr nothwendig sind.) Straßburg, 3. Set. iPrivatmitth.» Sie haben bereits gemeldet, daß ein Israelit, Herr Dr. Mar- Simon, am hiesigen Seminar als Lehrer angestetlt lvorden ist. Ich kann Ihnen melden, daß es in bestimmter Absicht steht, auch am Seminar zu Metz und zu Colmar jüdische Lehrer anzustellen. Otstcrreichlschungarische Monarchie. Alls dem Tokajergcbirge, tut Sept. (Privatm.) Uuter dem Ministerium Paulcr schießen die orthodoxen Gemeinden wie Pilze aus der Erde, und was am auffallendsten ist, auch orthodoxe Schulen. Zn Lipt<'> S. Miklös, einer kleinen aber intelligenten Getneinde, haben sich die Orthodoxen von der MuLtergemeindc getrennt, und rufen daselbst unsere Frommen vom 1. October an eine Schule ins ^cben. In Kaschau und Eperics hat sich die Spaltung vollzogen, und auch in Unghvür errichten die Orthodoxen eine sechsclassige Volksschule. Zn Totcsva, einem Städtchen im Gebirge, lassen die Orthodoxen die Lehrer verhungern, und das Ministerium Pauler erläßt Verwarnungen. Eine solche Verwirrung bestand vor Jahren nicht im ungarischen Israel; daher wäre cs höchst wünschenswerth, wenn sowohl die Eongreßler wie Orthodoxen Definitives schassen möchten. An einer uns bekannten Schule verlangt das hohe Ministerium Gutachten über Lehrer re. vom israelitischen DistrictSpräsidenten, katholischen Oterstudiendirector, königl. iconfcssionslos.) Schulcninspector und vom Director der Anstalt, da gilt denn doch das Sprichwort: „Viel Köche verderben fccn Brei." Zn tfijjfa, einem berühmten Wallfahrtsort der Ehassidäer, verweigert der Rabbi die Errichtung einer Schule, und da die Durchführung des Schulgesetzes in llngarn Jahre in Anspruch nimmt, so werden in rißka.noch Generationen aussterben, bevor eine geregelte Schule daselbst entsteht. Ueberhanpt wächst bei uns der Chassidismus täglich, und haben es die Parteien im Jahre 1SG9 dahin gebracht, daß die Ehassidäer und Indifferenten Oberungarns dermalen daS Feld behaupten. Ein heiliger Rebbe aus Polen langte vor wenigen Tagen in Szobrünc, einem Badeorte, an. Da der Heilige nicht weniger als 300 Personen täglich an seinem Tische speist, konnte cs geschehen, daß Jedermann, Ehrist wie Jude, denselben als Wunderthier angasste und er denn auch bald Herr des Eourplatzetz ward. Zn Pest wird, wie wir aus den Journalen ersehen, abermals ein „Magyar ZzrüelitcG erscheinen, der sich. zur Aufgabe gestellt hat, das Ungarische in Israel zu pflegen. Es wäre an der Zeit, einmal recht tüchtig den magyarischen Blättern der Hauptstadt in der Sprachenfrage auf die Finger zu klopfen, die in wilder Verfolgungswuth die Juden als Deutschthümler bezeichnen. Es dürfte wohl kaum in Ungarn eine jüdische Schule geben, wo nicht das Magyarische gepflegt wird. Ob wohl in slavischen Gegenden Ungarns bei den christlichen Schuten ein eben so günstiges Verhältnis; besteht, wie bei den jüdischen? Es dürfte wohl kaum in der Ryir eine Familie geben, in der nicht Ungarisch conversirt würde; wenn nun in der Zips der Jude sich mehr dem deutschen Elemente anschließt, wer kann ihm das verargen? Von dem in weiteren Kreisen rühmlich bekannten Pädagogen Abraham Lederer erscheinen jetzt im Austrage des hohen königlichen ungarischen Miuisteriums mehrere pädagogische Werke. Gewiß ein erfreuliches Zeichen der Zeit. Oberlehrer I. I. Rosenmeyer. Frankreich. Paris, l. October. Und doch gesiegt! Die „Constitution^ schreibt: „Gestern hatten sich die Miuister zum Conseil im Hotel des Präsidenten vereinigt. Der Herr Präsident des obersten Gerichtshofes von Algier und der Staatsanwalt wohnten ihm bei. Der