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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-10-03 · Heft 40 (3.10.1871) · p. Seite 806

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 40 (3.10.1871)
Date
1871-10-03
Page
Seite 806 (sequence 10)
Language
German
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SOG jedem des Lesens kundigen die Bemühung zeigt, das dem Herrn Amtmann gegebene Dementi möglichst zu versüßen. Lübbecke, 13. September 1871. Auf die Vorstellung vom 11. d. Mts. erwiedern dem Synagogenvorsianre, daß, da eine Störung des Gottesdienstes an den Sonn- und Festtagen durch die spielende jüdische Schuljugend nicht mehr zu befürchten ist, indem während des Gottesdienstes nach der Anordnung des Synagogeuoorstandcs keine Pansen mehr stattsinden sollen, die Verfügung des Herrn Amtmann Bruns zu Bevern vom 18. Auguste., welche übrigens nur bezwecken sollte, die erwähnten Störungen zu verhüten, als aufgehoben zu betrachten ist. Der Landrath An <gez.) v. Oheimb. den Synagogenvorstand ad in. des Herrn B- Löwcnstein Zu Nr. 4620. . Levern. Ans der Provinz Posen, im Sept. (Privat,n.> Das rcvidirte Statut der Elementar-, Schullehrer-, Wittwcn- und Waisencasse des vkegierungsbczirls Posen, welches unter dem 14. Juli d. I. von Seiner Majestät dem Kaiser und dem UnterrichtSminifter bestätigt worden, ist in dem neuesten Schulblatte für die Provinz Posen enthalten. Die Easse umfaßt ohne Unterschied der Eonfession vom Antritt des Amtes an alle durch Ausfertigung einer Bocation angestellten Lehrer an Elementar- und gehobenen Elementar! chnlen. Als Nachschuß haben Diejenigen, welche bisher noch nicht der Easse angehörten — also alle jüdischen Lehrer —, 2 Thaler pro Jahr seit dem Tage der Anstellung nachzuzahlcn, jedoch im Ganzen höchstens 2o Thaler. Mannheim, 21. Sept. Auf den 3. October ist hierher eilte Versammlung jüdischer Lehrer ausgeschrieben, um einen „deutsch-jüdischen Lehrerbund" zu gründen. Es ist freilich eigenthümlich, eine Versammlung der jüdischen Lehrer des gesammten deutschen Reiches nach dieser südwestlichen Ecke auszuschreiben, als ob es jedem jüdischen Lehrer an Kosten und Zeit gleich sei, ob er 10 oder 100 Meilen zu fahren habe. Gerade bei Gründung eines Vereines für eilt so weit ausgedehntes Land wäre, wenn er lebensfähig sein sollte, besonders dafür zu sorgen, daß die Eentralistrung nicht in die Hände einiger nahe bei einander wohnender Männer gerathe, da sonst selbst eilte Generalversammlung ltichts weiter bedeutet, als die bisherigen Führer mit einigen benachbarten Mitgliedern. Wir wünschen dem Unternehmen recht viel Gedeihen, bezweifeln aber, daß das, was zu Stande kommt, dem hochklingcnden Namen entsprechen lvird. Dies schadet aber gar nichts, lvenlt nur Etwas geschieht. Stuttgart, im Sept. < Privatim) Aus Anlaß des 25 jährigen Ehejubiläums des Königspaares bringt der Staatsanzeiger Ordensverleihungen, unter welchen sich vier Israeliten sich befinden: Rittergutsbesitzer Friedrich K a u l l a in Oberdischingen, Hofrath Alber- Kaulla in Stuttgart, Dr. med. Steiner in Stuttgart und Eousul Hofrath Pfeiffer in Wien; ersterer wurde mit dem Kronenorden, die beiden anderen mit dein Friedrichs- und letzterer mit dem Olgaorden decorirt. — Bei der großen Gratulationscour am 23. September, wozu alle Oberämter des Landes Delegirte absandten, war, außer noch anderen Israeliten , die durch ihre amtliche Stellung dazu berufen waren, der Stadtrath Rechtsanwalt Lämmle aus Lanpheiln für die Amtsversannnlung, abgeordnet. — Unsere Stadtgemcinden wachsen lawinenartig und mit ihrem Wachsthllm stellen sie die Ersten; der Landgemeinden in Frage. In Ulm, wo eine Synagoge im Bau begrisfell, war über die Festtage der gewöhnliche Betsaal zu klein und mußte noch ein zweiter erstellt werden. Dagegen nimmt Buchau, fast eine der größten Gemeinden des Landes, durch Uebersiedlungen in rapider Weise ab. Jebenhausen, das vor 25 Jahren noch 100 Familien zählte, ist fast auf ein Zehntel herabgcsmiken; das nahegclcgene Göppingen, von dem es schien, es solle die Muttergemeinde werden und das den- Rabbinatösitz für sich beanspruchte, gravitirt auch nach dem Eentrlim der größeren Handels- und Jndustrieplätze, und die bedeutenderen Firmen fangen schon an, den Platz zu verlassen und der Metropole des Landes sich znzuwenden. — Unsere Königin Olga hat schon vor Jahren ein Haus der Barmherzigkeit gegründet, in welchem altersschwache Familienväter und Mütter verpflegt werden. Zu Ehren des 25-jährigen Ehejubiläums hat nun das Land ein zweites Hans der Barmherzi gkeit durch freiwillige Einzelbeiträge, durch Kirchen- und Syna-

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