Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 37 (12.9.1871)
- Date
- 1871-09-12
- Page
- Seite 737 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 89% known words query
- IRI
…/3224737-3226798-3226836--29841-3252698- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
737 großartigen Entdeckungen und Aufschlüsse, desto sicherer zeichnet es das Detail in der Erziehung der Jugend beiderlei Geflechts, der Ehestiftnug, der Hochzeüsfeier und anderer Lustbarkeiten, in den häuslichen Sitten, der Kleidung und der geneerblichen Thätigkeit, und ist hier in neuen Miltheiluugeu und Winken nicht arm. Die Leser werden sich darin unterrichten nnd itnterhalten zugleich. Daß das Schriftchen zugleich gut und fließend geschrieben, wenn auch dann und wann etwas-breit in der Form, empfiehlt es um so mehr. Mancher Noiiz sieht man es nicht an, welche Mühe sie gekostet hat, um sie auö umfänglichen und entlegenen Schriften zu schöpfen. Zn Anmerkungen giebt der Verfasser den genauen Nachweis und die Belege.*) *i Wir würden uns gewundert haben, daß zu der Notiz S. 33 ans Fanriel, welche der Verfasser aus Nr. 13 )S70 d. Zeit, entnounnen hat, er dies nicht bemerkt hat, während er sonst jedes Sätzchen mit einem Citatc begleitet, wenn wir es nicht allzusehr gewöhnt wären, das Eitiren unserer Zeitung möglichst vermieden zu sehen. Nedact. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Bad Ems, im Aug. (Eingesandt.! Ein hiesiger Eurgast hatte niir in freundlicher Rücksicht diejenige Rümmer des sog. „Israelit", dessen Thun und Treiben wahrlich diesen edlen Zürnten nicht verdient — eingehändigt, worin derselbe alle MugkieGr der zweiten Synode und besonders auch mich mit seinem A na the ma belegt nnd thcils der U utvisse uf chaf tlichkeit und theils der Irreligiosität zeiht. Was nun die 'Wissenschaft jenes journalistischen Kläffers anbelangt, so möge dock derselbe seine wissenschastlichen Werte der Welt offenbaren. Es ist wahrhaftig viel leichter ein von persönlichen Angriffen und leidenschaftlichen Ansfällen strotzendes Scbm ntzbla tt zu schreiben, als eine gründliche theologische Schrift,*) welche eine Bertrantheit mit Bibel mw Tal- *1 Der Unterzeichnete hat bis jetzt folgende theologische Werke verfaßt: n) :ä•'rsV r.-'srirr r -.-rn die biblischreine Glaubenslind Pslichteulehre, bmnd, mit religions-ph.ilosopl)ischen nnd rabbinischen Schriften ooraussctzt! Und )oas die Religiösirät solcher jonrnaliftischen Kläffer! anlangt, so ist sie eher alles Andere, als eine w a h r'-h a f t i s r a el i t s che. Wir wollen nicht nach der Vergangenheit und der Llnvienzeit von dergleichen Renorthodoxen forschen, neobei deren Aberwitz ans sie selbst — und nicht auf uns — anzuwenden wäre! "Nur die eine Frage stellen toir: Ist das etwa eine israelitisch, moralisch-religiöse Gcsinnnngsweisc, wenn man seinen gleichgesinnten und gleichoerslellten p ö b e l h a ft e n Anhang auffordert, kein Mitleiden - - das wir übrigens G. s. D. nicht bedürfen - mit anders urtheilenden Eollegcn, mit deren Frauen und Kindern zu haben, und diese vielmehr hinwegzuränmen, wenn nicht gar zu steinigen!? Unsre alten Weisen im Mischna unb Talnurd, die über ein und dieselbe religiöse und rituelle Vorschrift oft einander geradezli widersprachen, stellten dabei die humane Behauptung ans: w^n cnrs ibtn Vrs „daß beiderlei Meinungen eilt Ausfluß der geosfcnbarten gettlicheti Worte unb gewiß in guter Absicht geäußert worden seien." Jener journalistische Kläffer und falsche Pharisäer gehört jedoch zu den — mit ihm selbstverständlich befreundeten — Jesuit e n und Pietisten, über welche schon der vaterländische edelmüthige Dichter Ehamisso klagt: „Sic haben mich verschmäht, mißhandelt und verbannt; „War ihnen Macht gegeben, sie hätten mich verbrannt!" Wahrlich ihr Anhänger dieses quasi Israelit sich nennenden Fanatikers dürft euch nicht wundern über die Grausamkeit, welche das Mittelalter an unfern Vorfahren ansübte, deitn euer Abgott ist nunmehr euviesener Maßen zu gleicheit Thaten fähig. Wenn schließlich die heilige Schrift sagt r*cn tonn t-’H cs-aa (Spr. IS,2). ,/Wo der Boshafte hinkommt, kommt zugleich dessen Geringschätzung Andrer mit!" -.rd religions philosophische Erläuterung hierzu, Cf r-r.np p-.prr*: lieber den dreijährigen Eyclns der sabbathliehen Thvravvrlesung, d > r-iirc: mmrs •c~p ^“*"2 lieber die offenen nnd cingeschloffencn Lücken in der Urschrift der Bibel; und ist gern bereit wahrhaft orthodoxen Gelehrten — aber nicht jenen gefärbten Pharisäern (d'-j^ss s. Talmud B. Tr. Sota 22, c>.i „deren Inneres nicht ihrem Aeußern gleicht" hierüber Rede zu stehen.