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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-08-29 · Heft 35 (29.8.1871) · p. Seite 694

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 35 (29.8.1871)
Date
1871-08-29
Page
Seite 694 (sequence 6)
Language
German
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694 Werl festwurzle, wachse, gedeihe, und Früchte trage für alle Zukunft. Steinweg aus Rheda sprach dem allgemeinen deutschisraelitischen Lehrervereine' das Wort. Dieser Verein fand in der Versammlung vielen Anklang, doch wollte man sich vor dein Eintritte über deffen Statuten genauer infvrmiren. Die Wahl des nächsten Conferenzortes wurde schwer, da vielseitig Einladungen von Seiten der Gemeinden erfolgt waren, so Neheim, Camen und Wattenscheid. Auch der Vorstand der Gemeinde Haltern lud uns zur nächsten Conferenz wiederum nach Haltern. Es wurde dies dankend anerkannt; man wählte Camen, besonders schon, um mehr im Mittelpuncte der Specialeonserenz zu bleiben und der Hauptconferenz keine Concurrenz zu machen. Zeit und Tagesordnung der nächsten Conferenz ward der Schulbuchcommission überlassen, doch ist es jedem Besucher freigestellt, seine etwaigen Wünsche, die thunlichst berücksichtigt werden sollen, vorher an ein Mitglied derselben emzusenden. Hierauf gab der Präsident in einer kurzen Schlußrede ein Resuinö, sprach der Gemeinde Haltern für die uns gewordene freundliche Aufnahme, und das Interesse, das dieselbe für unsere Sache an den Tag gelegt hatte, den Dank der Conferenz aus. Nachdem noch die Versammlung dem Herrn Präsidenten für seine umsichtige und unparteiische Leitung ihren Dank bezeugt und dem Collegen Leiser ihre Anerkennung ausgesprochen hatte, ward die Conferenz geschloffen. Auf dem hierauf gemachten Spaziergange nach dem schön gelegenen Annaberg wurde in gemüthlicher Besprechung noch des Interessanten Vieles verhandelt. Ernste Arbeit in Verbindung mit herzlicher Gemütlichkeit gestaltete uns diesen Tag, durch herrliches Wetter begünstigt, zum wahren Lehrerfesttage, von deffen Festesfreude wir der Gemeinde Haltern einen großen Theil verdanken. Freuen wir uns, daß man unserm Streben solche Anerkennung zollt; da muß es doch mit Gott bester in unferm Stande. L. Kaufmann, Lehrer. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Leipzig, 20. August. Das Bundes-Oberhandelsgericht hat jüngst entschieden, daß an einem jüdischen Feiertage, der nicht auf einen Soirntag oder allgemeinen Feiertag fällt, den Juden Erfüllung eines Vertrages angeboten und Annahme zugemuthet werden darf. Cöln, 2h August. (Privatmitth.) Gestern feierte Herr S. M. Frank hier seine silberne Hochzeit. Wenn gleich nur Familienfest, erhielt dasselbe doch einen officiellen Charakter, indem die Vertretung unserer Gemeinde gern die Gelegenheit ergriff, dem Jubilar eine wohlverdiente Anerkennung für seine Wirksamkeit darzubringen. Seit zwölf Jahren Präses des Vorstandes, hat Herr Frank es durch seine charaktervolle Biederkeit und seine konsequente Versöhnlichkeit verstanden, den mehr als einmal gefährdeten Frieden im Schooßc unserer Gemeinde zu erhalten und jeder Spaltung vorzubeugen. Selbst ein Freund der Aufklärung und des Fortschrittes, opferte er willig seine persönliche Meinung dem Wohle der Gemeinde. Herr S. M. Frank hat auch an diesem Tage, wie schon oft, einen schönen Beweis seiner edlen Gesinnung an den Tag gelegt und durch reichliche Geschenke sämmtliche hiesige Wohlthätigkeitsanstalten bedacht, wie auch durch eine kunstvolle für die Synagoge seinem Namen ein weiteres Denkmal gestiftet. So begaben sich denn gestern Mittag Vorstand und N e p r ä s e n t a n t e n in die Wohnung ihres P r äses und überreichten demselben in feierlicher Weise als Ehrengabe einen kunstvoll gearbeiteten Pokal nebst einer prächtigen, von künstlerischer Hand trefflich ausgeführten Adresse. Auch aus anderen, ja selbst nichtjüdischen Kreisen wurden demselben Adressen und Huldigungen verschiebcnftcr Art dargcbracht. Frankfurt am Main, 18. Aug. (Privatmitth.) Durch letztwillige Verfügung des im vorigen Monate verstorbenen hiesigen Rentiers Herrn Emannel Hoch-

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