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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-08-08 · Heft 32 (8.8.1871) · p. Seite 637

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 32 (8.8.1871)
Date
1871-08-08
Page
Seite 637 (sequence 9)
Language
German
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Sie auf dem mühsam zu überschreitenden, aber allein richtigen Wege beharren und das Mißtrauen der religiösen Neuerungen Abgeneigten in der bereits angebahnten Weise beschwichtigen. Je sicherer aber es ist, daß Sie noch mit vielen Hindernissen zu kämpfen haben, bis Sie das Ziel erreichen, desto entschiedener tritt die Mahnung an Alle , Denen es um die heilige Sache Ernst ist, Ihr edles Streben anzuerkennen, Ihnen Muth zuzurufen und Sie der Unterstützung Derer zu versichern, denen die Erreichung des vorgestcckten Zieles als eine der höchsten Ausgaben unserer deutschen Glaubensgenossen erscheint. Dieser Pflicht wollen wir hiermit Nachkommen; wir erklären unser volles Einverständniß mit Ihren jüngsten in dieser Sache unternommenen Schritten; wir sprechen Ihnen, verehrter Herr, insbesondere für Ihr Wirken unfern Dank und unsere Anerkennung aus?' Auch eine hier soeben im Commissionsverlag von Oskar Seiner erschienene Brochüre „das Judenthum und seine Aufgabe im neuen deutschen Reich" plaidirt beredt für den Beitritt zum Gemeindebunde. Dieselbe spricht hier allgemein an. Als Verfasser vermuthct man einen in Königlich Sächsischen Staatsdiensten stehenden jungen Juristen (Glaubensgenossen), der bereits durch eine Brochüre gegen Fritz Reuter seine warme Theilnahme für das Judenthum bekundet hat. Aber noch fehlen viele zum Theil größere Gemeinden! Möchten auch diese sich endlich entschließen, dem Gemeindebunde beizutreten und sich mit der bezüglichen Erklärung beeilen, damit auch sie bei der hoffentlich schon zu Michaelis e. erfolgenden ConstiLuirung ihren Einfluß bei Entwerfung der Statuten u. s. w. geltend machen können. Gilt es doch eine Vereinigung zu schaffen, der die herrliche Aufgabe harrt, so manch arge Uebelstände zu beseitigen, so manch bisher schwer vermißte Einrichtungen ins Leben zu rufen. Frankfurt a. M., 26. Juli. (Eingesandt). Die Leser Ihrer geschätzten Zeitschrift werden Kreits in Kenniniß sein von dem neuerdings erlassenen Ausruf des sich mit aller Wucht einen Namen und Ruhm verschaffen wollenden vr. Hildesheimer in Berlin. Derselbe erlies nämlich einen Aufruf, worin unsere Glaubenöbrüder zur Umzäunung der Gräber im h. Lande 63? angepumpt werden, weil diese angeblich von den Türken demolirt worden seien. i . Wir haben uns diese Sache wirklich angelegen sein lassen und deshalb uns an maßgebender Stelle in Amsterdam, Altona und Würzburg erkundigt, aber mit aller Bestimmtheit in Erfahrung gebracht, daß an der ganzen Sache kein wahres Wort ist. . Wir schreiben dies im Interesse und zur Steuer der Wahrheit. vr. Mar.... Solingen, 12. Juli. (Privatmitth.) Gestatten Sic mir, Ihnen über, ein Fest aus hiesiger Synagogengemeinde zu berichten, welches hinlänglich davon Zengniß gicbt, wie sehr der Geist der Toleranz, der nach und nach die aus confessionellen Rücksichten entstandenen Dämme niederreißt, in dem Kreise hiesiger Stadtbevölkerung sich heimisch gemacht hat. Am 5. d. M. feierten die in hiesiger Stadt und weit darüber hinaus sehr geachteten Eheleute, Herr ' Alexander Eoppel und seine Gemahlin. Frau Elise; Eoppel geb. Schubach, das Fest ihrer goldenen Hochzeit. Wenn es längst bekannt ist, daß das genannte Jubelpaar mit der bleibenden Krone eines guten Rufes sein graues Haupt geschmückt hat, so sollte .dies doch an dem betreffenden Jubelfeste vor aller Welt documcntirt werden. Schon zwei Abende vorher und insbesondere am Abend vor dem Feste wurden : die Jubilare durch einen, von zwei Musikchören begleiteten, solennen Fackelzug und eine Serenade feierlichst beglückwünscht. Bereits am frühen Morgen, als die Wohnung des ■ glücklichen Ehepaares in festlichem Gewände prangte,! hatte sich eine zahlreiche Menge von Familienangehö- ' rigen, Freunden und Verehrern eingefunden, um ihre! Glückwünsche und reichen Geschenke auf den Altar der?Liebe und Anerkennung niederzulegcn. Es erschien alsdann eine Deputation des hiesigen israelitischen .Frauenvereins, dessen Angelegenheiten von der Jubelbraut während eines Zeitraumes von 25 Jahren mit wahrer Umsicht und lobenswcrther Opferfreudigkeit geleitet wurden, und überreichte denselben einen prachtvollen silbernen Aufsatz mit entsprechender Inschrift; ferner die Deputation der Synagogengemcinde, welche eine kunstvoll gearbeitete Glückwunschadrcsse darbrachte, worin die in jeder Beziehung edle Wirksamkeit der Jubilare um das Wohl und Gedeihen der hiesigen, in stetem Aufschwung begriffenen Gemeinde mit wohlverdientem 32

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