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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-07-25 · Heft 30 (25.7.1871) · p. Seite 596

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 30 (25.7.1871)
Date
1871-07-25
Page
Seite 596 (sequence 8)
Language
German
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596 b) der Universität daselbst zur Gründung eines Stipendiums von jährlich 409 Thlrn. für jüdische Studirende der Medicin ein Legat von 8OOO Thlrn. ausgesetzt. Aus der zweiten Position ersehen Sie, daß die von Ihnen so oft mtb so nachdrücklich empfohlene Gründung von Stipendienfonds für den hülfsbcdürftigen Theil der ftudirenden jüdischen Jugend auch immer lebhafter wird, und es kommt hierbei wie in allen Zweigen der Wohlthätigkeit nur auf das Beispiel, das gegeben wird, und die dadurch geweckte Ausmerksamkeit auf diesen Zweig an. um für die Zukunft wachsende Mittel zu beschaffen. Wolfenbüttel, 24. Juni. 'Privamütth.' Am heutigen Tage beging der Director der hiesigen Samsonsschule, Herr Dr. Philipp Ehrenbcrg, sein 25jährigcs Jubiläum als Leiter dieser Anstalt, an welcher er im Ganzen 36 Jahre mit unermüdlichem Eifer, und, das bezeugen Hunderte von Schülern, die ihm Erziehung und Bildung verdanken, mit segensreichem Erfolge gewirkt hat. Zahlreich hatten sich in der Wohnung deS Jubilars dessen Verwandte, Freunde und Eollegen eingefunden, als die Herren Administratoren der Samsonsschule, Medicinalrath Dr. Cohen aus Hannover und Advocatanwalt Dr. Magnus aus Braunschweig, erschienen, um die Feftgeitossen in die freundlich mit Blumcnguirlanden geschmückten Schulräume hinabzugeleiten. Nach einem Choräle, der unter Musikbegleitung von den Zöglingen recht wacker vorgetragen wurde, erhob sich Medicinalrath Cohen, um mit schönen, erhebenden Worten die Verdienste des Jubilars zu feiern, der in seinem Wirken so voll und ganz das erreicht habe, was er (in der „Geschichte der Samsonschen Freischule") als den Zweck dieser Erziehungsanstalt hingestellt habe. Zugleich gab der Redner seinem innigen Bedauern Ausdruck, daß dieses Wirken schon sobald sein Ende erreichen solle, daß der treue, bewährte Leiter aus Gesundheitsrücksichten genöthigt sei, schon zu Michaelis d. I. seiner Thätigkeit an unsrer Schule zu entsagen; und schließlich verehrte er dem Jubilar im Namen der Administration ein kostbares silbernes Theeservice mit ehrender Widmung. Gerührt dankte dieser für ein solch schönes, ehrendes Fest, indem er bcschicden alles Lob von sich abwies und dankend der Unterstützungen gedachte, welche ihm von Administratoren und College» bei seinem Wirken zu Theil geworden sei. Es ward nun eine von Herr Kreisphhsicus Dr. raed. Schräder gedichtete und von Herrn Musikdirector Müller componirte Motette zum Vortrage gebracht, worauf Herr Landrabbiner Dr. Herzfeld hinwies auf Ehrcnbergs Verdienste als Lehrer und Erzieher und insbesondere als jüdischer Lehrer und Erzieher. Ein ebenfalls von Herrn Dr. Schräder in schwungvollen Strophen verfaßtes und von einem der Zöglinge unter Ucberreichung eines Lorbeerkranzes an den Jubilar vorgetragcncs Festgedicht schloß diesen Theil der schönen Feier. Ein frohes Mahl vereinigte dann wieder die Festtheilnehmer. Selbst ein Schüler des Herrn Dr. Ehrenberg, schließe ich meinen Bericht mit dem Wunsche, welchen einer der Redner aussprach: Möge der Lebensabend des verehrten Jubilars so schön, friedlich und harmonisch sein, wie es sein ganzes früheres Leben war. Paderborn, im Juni. (Privatinitth.) Die hiesige israelitische Waisenanstalt für Knaben und Mädchen in Westphalcn und Rheinland hat ihren 13. Jahresbericht veröffentlicht. Die Anstalt, welche vor 15 Jahren durch ihre Gründerin Frl. Fanny Nathan, mit zwei Waisen eröffnet ward, erhält und erzieht jetzt 33 Zöglinge, nämlich 24 Knaben und 9 Mädchen, und dies mit nur geringen Fonds, die hauptsächlich in dem schönen Gebäude mit umfänglichen Grundstücken bestehen, durch freiwillige Beiträge, die großentheils durch die thatkräftige persönliche Verwendung des Frl. Nathan erlangt werden. Um so mehr muß man die Aufmerksamkeit der begüterten Menschenfreunde auf diese segensreich wirkende Anstalt lenken, damit sich ihre Fonds und Mittel in größerem Maße vermehren mögen als bis jetzt. Wahrlich, man ist es diesem edlen Zwecke und den unumgänglichen Bedürfnissen schuldig, aber außerdem auch dem Verdienste dieser Dame als eine Anerkennung und Befriedigung für die schweren Mühen, die sie so rüstig trägt. So hat denn auch, wie in d. Bl. bereits gemeldet worden, Herr Raphael Löwen st ein in Rhoden im vorigen Jahre der Anstalt ein Capitel von 1000 Thalern gewidmet. Wer die Anstalt besucht, wird bei dem ersten Blick auf die Zöglinge ersehen, daß die körperliche wie geistige Pflege eine sehr angemessene ist. Einen anderen Beweis giebt dafür der Umstand, daß auck im Jahre

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