Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 27 (4.7.1871)
- Date
- 1871-07-04
- Page
- Seite 538 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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538 Schließlich sei die Bemerkung gestaltet, daß in den ersten Jahren, da nicht mit dem 6-jährigen Cursus gleichzeitig begonnen werden kann, mit einem kleinen Budget das Auslangen gefunden werden wird. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 22. Juni. lPrivatmitth.) Zur zweiten Synode wurden ferner angemeldet: 31!-35) ans A l! g s b u r g die Herren R o s e n b n s ch, erster Vorsteher, Bauer, zweiter Vorsteher, Landauer, Synagogencommissar, M. Dbcrmaycr, erster Vorstand des Ausschusses, H. Lohn, zweiter Vorstand des Ausschusses; 36) und 37.) Gemeinde Aken an der Elbe und Wulfsen, vertreten durch den Prediger Herrn S. A. Wolf; 38) Rabbiner vr. Engelbert in St. Gallen; 39) Simon Crämer, Lehrer, in Ansbach. Leipzig, 22. Juni. (Privatm.) Die jüngste Aufforderung zum Beitritt zum deutsch-israelitischen Gcmeindebnnde hat bereits einige Wirkung gethan und die Zahl der beigetretenen Gemeinden hat sich bis zu 64 gesteigert. Bad Emö, 19. Juni. lPrivatmitth.) Ans Ihre Anfrage, was es für eine Bewandtniß mir dem EcntralcultuSfonds der Israeliten des ehemaligen Herzogthums Nassau habe, über welchen das von Ihnen mngetheilte Regierungsrescript erlassen worden, habe ich Folgendcs zu bemerken: Derselbe wurde im Jahre IS 13 zunächst für die Besoldung der damals eingerichteten Bezirksrabbinate und zur Bestreitung der jährlichen Jnspeetionsreisegebühren re. der Bezirksrabbiner bestimntt. Durch die inzwischen erlangte Freizügigkeit und Gewerbefreiheit nahmen aber die israelit- Landgemeinden so ab, daß sie ihre Lehrer und Eantoren nicht mehr hinreichend besolden konnten. Durch meine Anregung wurden nach der Annection die Beisteuern der Israeliten zum Centralcultusfonds etwas erhöht, um damit auch die Gehalte jener Lehrer aufBcffern zu können. Im Jahre 1807 bestand das Budget dieses Fonds aus I960 fl., welche aus den Überschüssen früherer Jahre angesammelt waren und woraus ein Fonds zur Unterstützung von. Wittwcn und Waisen verstorbener Religionslehrcr gebildet werden soll, aus dem Uebcrschuß von 1866 mit 130 fl., aus -'/« Simpelfteiicr aus den localen Eultusfonds mit 3145 fl. und 20 fl. Zinsen. Davon wurden verausgabt 1500 fl. Zuschüsse zu den Besoldungen der Bezirksrabbiner, 500 fl. Diäten und Transportkosten derselben, 80 fl. Eanzleiaufwand derselben, 1000 fl. zur Ausbesserung der Gehalte der Religionslehrcr und 10 fl. Remuneration für den Religwiislchrer an dem Tanbstummeninstitute zu Eamberg; 176 fl. Uebcrschuß. Es wäre zn wünschen, daß die neuorganisirte Verwaltung jene Zuschüsse für die armen Religionslehrcr nicht wieder anfheben möchte. Hochstädter. Bad Ems, 19. Juni. (Privatmitth.) Der Soldat Max Gutmann von Diez, der als Artillerist in der 6. Comp, des brandenb. Regiments im Fort Anbervitters bei Paris stand, erhielt wegen seiner tapferen Haltung das eiserne Kreuz. SLallnpönen, im Juni. (Privatm.) Der Vorstand der hiesigen, ziemlich zahlreichen, aber armen Gemeinde erließ einen dringenden Aufruf an die Wvhlthätigkeit warmschlagender israelitischer Herzen um Unterstützungen zu dem nicht inehr ansschiebbaren Bau einer Synagoge. Wir empfehlen diesen Aufruf allen denen zur Berücksichtigung, welche ein heiliges Werk gern befördern. Bonn, 23. Juni. (Privatmitth.) Wenn zu aller Zeit die deutschen Israeliten die Nationalfeste und zwar freiwillig auch da gottesdienstlich mitfeierten, wo ihnen von Seiten der Staatsregicrnng cs nicht aufgegeben war, so fand dies Sonntag am 18. d. um so eher in allen preußischen Synagogen statt, als dies Mal auf Veranlassung des preußischen Ministerpräsidenten, Reichscanzlers Fürsten Bismarck, die Aufforderung an die jüdischen Gemeinden ebenso wie an die christlichen Kirchcngcmcinden ergangen war. ES versteht sich, daß wir nicht im Stande sind, Berichten über diese Feier Raum zu geben, noch dazu, da diese mit unwichtigen Verschiedenheiten überall dieselbe sein mußte.