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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-06-27 · Heft 26 (27.6.1871) · p. Seite 513

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 26 (27.6.1871)
Date
1871-06-27
Page
Seite 513 (sequence 5)
Language
German
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513 b. Schabthai und widmete dieselbe einem berühmten Gönner, R. Todros Halevi. Das Manuscript, das allen Bibliographen unbekannt blieb, ist nach der Meinung des Herrn H. ein unieum, so daß dieser sich durch die Veröffentlichung desselben den Dank aller Verehrer der mittelalterlichen hebräischen Dichtkunst erworben hat. Es ist merkwürdig, daß, während das Minchath Jehuda frühzeitig in Venedig und Constantinopel und zuletzt in dem Sammelwerke D':pT a:*a, Frankfurt am Main bei I. Kaufmann 1854, edirt wurde und auch in vielen Handschriften vorhanden ist, die Apologie der Frauen hingegen sich bisher blos in einem einigen Manuscript, das Herr H. von Nathan Coronet aus Jerusalem erworben, erhalten hat. Außerdem lieferte Herr vr. Steinschneider werthvolle handschriftliche Beiträge: Zwei Briefe von R. Jehuda Meffer Leon nach einer Abschrift von Abbö Perreau in Parma; ferner einen Auszug aus einer medicinischen Schrift (^ntiäotarium) nach einer Abschrift von Herrn Lastnio in Florenz. Alle diese. Mittheilungen begleitete Herr Steinschneider mit Einleitungen, die sich über die geschichtliche Bedeutung derselben aussprechen. Schließlich müssen wir noch der Originalarbeiten sowohl in deutscher als hebräischer Sprache gedenken: Ueber die Romulussage im Talmud von Rabb. N. Brüll; der OniaStempel von Dr. Egers; die Biographie des R. Sabbatai Kohcn von -Rabb. Holub, endlich exegetische Beiträge von R. Kodak u. s. w., worauf wir hier nicht näher eingehen können. Jedoch wird jeder Leser aus unsrer kurzen Anzeige leicht entnehmen können, welches reid^c Material ihm hier geboten wird. D. Oppenheim. Breslau, im Juni. Gabriel Riesser'S Leben, nebst Mittheilungen aus seinen Briefen, von Dr. M. Isler. Frankfurt und Leipzig. 1871.*) Zu dem Kreise ausgezeichneter Männer, auf welche die deutsche Nation in diesem Augenblicke der endlichen Verwirklichung ihrer so oft gescheiterten Eiuheitsbestre- *) Obschon wir eine Necension dieser Lebensbeschreibung Riessers bereits in einem früheren Jahrgange gegeben haben, als sie als erster Theil der Nwsser'schen Schriften ausgegeben wurde, so glauben wir doch, die folgende Besprechung mittheilen zu sollen, da sie zugleich eine treffliche Würdigung Riesser's selbst enthält. Wir danken dem Verfasser für Übersendung derselben, nachdem er |ie zunächst in der zu Breslau erscheinenden „Schlesischen Zeitung" veröffentlicht hatte. Die Redaction. bungen als auf die Apostel und theilweise auch Märtyrer dieser Ideen mit dankbarer Erinnerung zurückschauen sollte, gehört auch Gabriel Niesser, der Vicepräsident der ersten deutschen Nationalversammlung der Jahre 18! 8 und 184'.». Die vorliegende Biographie, welche sich würdig an die in den letzten Jahren erschienenen Biographien B u n s e n s, Dahlmanns und CarlMathy's anreiht, bildet die zweite Ausgabe des ersten Bandes von Riessers „gesammelten Schriften", welche, als ein Denkmal echter Pietät, von dem in Frankfurt am Main vor einigen Jahren zusammengetretenen „C o m it ü d e r Rie s s er - S tis t u n g" mit Gewissenhaftigkeit und literarischer Sachkunde herausgegeben worden sind. Von noch unmittelbarerem Interesse als die vortrefflich geschriebene Lebensgeschichte aus der Feder des als Historiker und Herausgeber von N i e b u h r s Vorlesungen bekannten Dr. Isler in H amburg, sind die in großer Anzahl eingestreuten Briefe Riessers, welche das reichste Material sowohl für die äußeren Thatsachen, wie insbesondere für die innerliche Darstellung dieses einfachen und doch so reich beanlagten Charakters darbieten. Riesser war nie verheirathet, und blieb sein ganzes Leben, wenn nicht im traulichen Banne deS älterlichen Hauses, so doch im unmittelbarsten, innigsten Berkehr mit Aeltern und Geschwistern. An diese, sowie an einige Freundinnen, namentlich die Schwestern Sophie und Elise Hoffmeister in Heidelberg und Frau Dr. Haller in Hamburg, sind seine Briefe fast ausschließlich gerichtet. Die Auknüpstmgspuncte der Correspondenz mit den erstgenannten Freundinnen reichen bis in die Heidelberger Studentenzeit zurück. Die letztgenannte Landsmännin, die Gattin seines Jugendfreundes, Senator Haller, ist so zu sagen die Egeria des spätern gereifteren Mannesalters und tritt uns in dem warmen Reflex der an sie gerichteten zahlreichen Zuschriften (die Gegenbriefc sind natürlich nicht mit veröffentlicht» als ein edles, hochbegabtes Frauenbild entgegen. Man athmet in diesen ticfvertraulichen Offenbarungen des geistigen und seelischen Eigenlebens den ätherischen Hauch eines tiesinnigen, reinen Verhältnisses, an welchem der dem Schreiber engbefreundete Gatte gleichfalls vollen Ancheil nimmt. Was am wohlthuendsten in diesem ganzen LebenSbilde durch alle seine Phasen das Gemüth berührt, ist die sonst so seltene Harmonie deS inner», Menschen und deS öffentlichen literarisch-politischen Charakters. Niesser ist ganz, was er schreibt und wie er schreibt. Sobald

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