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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-05-23 · Heft 21 (23.5.1871) · p. Seite 418

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 21 (23.5.1871)
Date
1871-05-23
Page
Seite 418 (sequence 10)
Language
German
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418 Vcrathnng des Gemeinwohls sich versammelt haben, unterstütze du in deiner Gnade mit deinem Geiste, dem Geiste der Einsicht und der Weisheit, daß sie das 'Beste wählen und beschließen und das Heil und das Glück deS Vaterlands nach allen Seiten hin fördern." Der Nabbinc wird Sorge tragen, daß von den Vorsängern seines Bezirks das Gleiche geschehe. Stuttgart, den!. Mai 1871. Schmidt. Jordan. Oestcrreichischungarische Monarchie. Wien, 8. Mai. Die „N. fr. Pr." berichtet: „Heute hat die übliche Jahresprüfung im israelitischen Taubstummeninstitnte stattgefunden. Das Referat über die Erziehnugs- und Unterrichtserfolge, welche bei derselben zu Tage traten, ist das bei diesem Institute gewohnte: seltene Erfolge einer ausgezeichneten Methode und eines wahrhaft edlen, gemeinnützigen Strebens. Man muß einer solchen Prüfung anwohnen, die Geistesarbeit bewundern, mit deren Hilfe ein solches taubstummes Kind sich Begriffe bildet und diese Begriffe stammelnd in Laute und Worte kleidet, um das ganze Maß der Veistnng zu begreifen, welche in ihrer Vollendung von den Schülern der letzten Elasfen dem staunenden Zuhörer vorgeführt werden. Was dabei insbesondere hervortritt und unwillkürlich zu förmlichen Beifallsrufen hinreißt, sind die Proben scharfsinniger Eombiuation, formgewandten Styles, in welchen einzelne Schüler rasch wie der Gedanke selbst ihre Ideen aussprechen oder schreiben. Leider hören wir, daß das wohlthänge Wirken des Directors und kaiserlichen Rathes Deutsch und seines tüchtigen Lehrerpersonales durch die beschränkten Mittel des Jnstitutsfonds auf allen Seiten eingeengt ist, trotz der geradezu enthusiastischen Thätigkeit, die das Vorstandseomitö zur Vergrößerung der Hilfsquellen des Unternehmens entfaltet. Edle Menschen finden da eine ihrer würdige Veranlassung zum Wohlthnn. Das Beispiel, welches Baron völligswarter vor zwei Jahren durch eine reiche, großmüthige Stiftung gegeben, verdient Nachahmung. Bis jetzt hat es diese nicht gesunden. Avbwsso oblige!" Wir geben diesen Bericht hier wieder, um auch unsrerseits auf die kräftigste Unterstützung dieses vorzüglichen Instituts, aus welchem auch schon so viele tüchtige Taubstummen l e h r e r hervorgegangen sind, zu dringen. Was oben über das Institut gesagt ist, können wir aus persönlicher Kenntnißnahme nur bestätigen. Je mehr Unterstützung die Anstalt findet, auf desto mehr Unglückliche kann es seine Wirksamkeit ausdehnen. Redact. d. A. Z. d. I. Essek, 20. April. «Privatmitth.) Unserem verehrten Dberrabbincr, Herrn Samuel Spitzer, ist von Sr. Majestät dem Könige wegen seiner Verdienste auf dem Gebiete der Literatur und der Pädagogik das Ritterkreuz des Franz-Joseph-Drdens verliehen worden. Schon als im Februar diese Auszeichnung im Amtsblatte veröffentlicht worden, erweckte sie die herzlichste Thcilnahme in allen Kreisen. Die feierliche Decorirung am 13. d. gestaltete sich aber zu einem wahren Feste, und deshalb gestatten Sie mir wohl, einen kurzen Bericht davon zu geben. Die Drdensübergabe geschah im großen Saale des städtischen Raihhauscs durch den Herrn Dbergespan v. Kraljevic in Anwesenheit der höheren Beamten, der Eultusrepräsentanz, der Abgeordneten der zum Rabbinate gehörenden Landgemeinden und einer sehr zahlreichen Menge von Bürgern. In festlicher Auffahrt langten um 11 Uhr der Herr Dbergespau mit unserem Rabbiner, gefolgt von einer laugen Wagenreihe, am Rathhause an. Von lebhaftem Zivio lLebehoch) empfangen, sprach nun der Tbergespan in der Landessprache von der Gnade des Königs, dem selbst die entfernteste Gelchrtenstube nicht entgehe. In derselben Sprache erwiderte der Dberrabbiner, indem er seine Gefühle der Liebe und Dankbarkeit für König und Vaterland beredt zum Ausdruck brachte. Hierauf redete der Gemeindevorstand, Herr Joseph Dbersohn, den Gefeierten in deutscher Sprache an, und dessen herzlichen Glückwünschen antwortete in derselben Sprache Herr Spitzer, indem er hervorhob, daß ein nicht geringer Autheil an dieser Auszeichnung von der Gcnteinde selbst erworben sei, da sie sich durch geistiges Streben und durch Wahrung des Friedens ehrenvoll abzcichne. — In seinem Hause angelangt, erwartete ihn die hiesige Schul- und Gymnasialjugcnd, geleitet vom Lehrkörper mit der Schulfahue, und hielt ein Schüler eine Ansprache der Verehrung. Dann überreichten die Repräsentanz und die Abgeordneten der Gemeinden einen prachtvollen Pokal mit entsprechender Inschrift, worauf der Gefeierte seinen Dank, auf Psalm 116, 12 hinweisend, auS-

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