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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-05-23 · Heft 21 (23.5.1871) · p. Seite 415

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 21 (23.5.1871)
Date
1871-05-23
Page
Seite 415 (sequence 7)
Language
German
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415 7V2 Uhr, ein großes Eoncert veranstalten, zu welchem namhafte künstlerische Kräfte ihre Mitwirkung zugesagt haben. Glogau, 8. Mai. (Privatmitth.) Die hiesige israelitische Gemeinde hat durch den am 4. d. M. erfolgten Tod des Professors Dr. Eduard Munk einen sehr herben Lerlust erlitten; doch nicht blos die Gemeinde, sondern auch die Stadt ist einer ihrer größten Zierden beraubt, und die literarische Welt hat einen ihrer bedeutendsten Koryphäen, ihrer treuesten Pfleger, ihrer klarsten Denker und erleuchtetsten Geister eingebüßt, der eben so edel im Charakter, als liebenswürdig im Umgänge und von der seltensten Bescheidenheit war; in ihm ist in der That ein großer Mann aus der Welt geschieden, dessen tarnen unvergessen bleiben wird. Eduard Munk ist geboren in Glogau am 2t >. Januar 1803; den ersten Unterricht empfing er im älterlichen Hause; von 1815 bis 1822 besuchte er das evangelische Gymnasium seiner Vaterstadt, alsdann studirte er in Breslau Philologie, und setzte in Berlin seine Studien fort, -wo er zu den begabtesten Schülern des berühmten Böckh gehörte; im October 1825 in Halle zum i>r.. pliii. prpmovirt, erhielt er 1827 den Ruf als zweiter Lehrer und Inspector an der kgl. Wilhelmsschule in Breslau. Als im Jahre 1818 diese Schule aufgelöst wurde, kehrte Munk in seine Vaterstadt zurück, wo er, innerhalb eines sehr glücklichen Familienlebens, seinen umfassenden Privatstudien oblag, die sich hauptsächlich auf classische Philologie, Philosophie, Geschichte und Pädagogik erstreckten. Einige Jahre unterrichtete er auch als Hilfslehrer an demselben Gymnasium, an dem er seine Ausbildung empfangen hatte, gab aber den Unterricht wieder auf, als ihm wegen seiner Religion keine Aussichten zu einer definitiven Verwendung geboten waren. Die Resultate seiner Studien legte er in Werken nieder, die weit über die Grenzen seines Vaterlandes seinen Ruf als einen der gediegensten Kenner des classischen Alterthums begründeten; so wurde seine „Metrik der Griechen und Römer" in Boston, englisch übersetzt, als Lehrbuch am College eingeführt; seine „Geschichte der griechischen Literatur" wurde ins Russische übertragen, und im verflossenen Jahre wurde von Seiten des spanischen Ministeriums bei Munk die Erlaubniß eingeholt, seine „Geschichte der griechischen und römischen Literatur" ins Spanische übersetzen zu dürfen, um sie dort in den höhern Anstalten einzuführen. (S. A. Ztg. d. Judenth. 1870, Nr. 42.1 Seine Studien über Plato veröffentlichte er 1857 in seiner Schrift: „Die natürliche Ordnung der platonischen Schriften", und 1807 erschien von ihm eine höchst gelungene deutsche Uebertragung von Horazens Satiren und Episteln. Außerdem war er seit vielen Jahren ein fleißiger, vielfach belehrender Mitarbeiter an Jos. Lehmanns „Magazin für die Literatur des Auslandes" i unter der Ehissre M., später E- At.) Im Jahre 1801 erhielt er den Titel eines königlichen Professors. Munks tiefe Gelehrsamkeit war gepaart mit der größten Anspruchslosigkeit und dem sanftesten Eharakter, mit Milde im Unheil und kindlicher Hingebung an jeden Menschen, so daß ihn Jeder, der ihn kennen lernte, liebgewiitnen mußte, und Alle den bescheidenen Gelehrten in ihm bewunderten. Seit l 858 Mitglied des Gemeindevorstandes unterstützte er alle Bestrebungen zur Förderung des Guten in der Gemeinde: er war ein tiefer Kenner und aufrichtiger Verehrer des Judenthums. Mit Stolz nennt die Gemeinde Glogau unter den aus ihrer Mitte hervorgegangenen Celebritätcu, wie Salomon Munk, Sachs, Lehmann, Zedner u.A. den Rainen Eduard Munk. Sauft, wie sein Leben, war auch sein Scheiden. An seinem Grabe sprach der Rabbiner Dr. Klein, der in ihm einen treuen und vielfach geistig anregenden Freund verlor, angemessene Worte, worin er dem allgemeinen Schmerze über den großen Verlust Ausdruck lieh. Das Andenken Eduard Munks wird ein stets gesegnetes bleiben! K. kAuch wir beklagen den Tod des vortrefflichen, ausgezeichneten Mannes, den als Mitglied der Leipziger Synode wir keflnen zu lernen die Freude hatten. Was in obigem Artikel über den Verewigten ausgesprochen worden, vermögen wir aus-eigener Wahrnehmung zu bestätigen. Er war eine ebenso gediegene und gesinnungsvolle, wie bescheidene und liebenswürdige Persönlichkeit. Redaer.» Aus dem Posen'schen, 12. Mai. (Berichtigung). Unsere Co^respondenz in Nr. 19 d. Bl. enthält in dem Theile, welcher die von Herrn L. Stillmann in Rawi c; fundirte Stiftung behandelt, einige Angaben, die wir — nach geschehener genauerer Information —

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