Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-05-23 · Heft 21 (23.5.1871) · p. Seite 414

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 21 (23.5.1871)
Date
1871-05-23
Page
Seite 414 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3224737-3226798-3226820--29500-3252341
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

414 Die Soldaten jüdischer Religion in den deutschen Heeren. Fernere Listen sind uns zugekommen aus den Gemeinden: Aus Iaucr, Crossen a O., Sagmr; durch H. Landrabbiner vr. Herzfeld aus sämmtlichen Ortschaften des Herzogthums Brounschwcig. literarischer Wochenbericht. Potsdam, im Mai. Das Hohelied. Hebräisch commentirt und deutsch übersetzt von Benjamin Holländer aus Leobschütz (Oberschlesieu)-. vermehrt mit lexikalischen Erklärungen u. s. w. heraußgegeben von Joseph Nauonek, quiesc. Rabbiner. Ofen, 1871. Der Verfasser, den wir bisher überall im praktischen Dienste des Judenthuins thätig fanden, überall von hingebender Theilnahme für die materiellen und sittlichen- Interessen seiner Glaubensgenossen erfüllt, betritt mit dein „Hohenlied" zum ersten Mal die wissenschaftliche Arena und bekundet auf derselben einen schätzenwerthen Beruf. In der hebräisch geschriebenen Einleitung erklärt sich der Verfasser dafür, dass dein Gedichte ein weltlicher, sinnlicher Vorgang zu Grunde liege, der jedoch weit über seine Materie hinaus daß Zdeal reiner, erhabener Frauentugend darstellt, und in dem gleichfalls hebräisch geschriebenen Commentare giebt er dieser Auffassung — bisweilen wahrhaft frappant — die rechte Beleuchtung. Es . macht allerdings den Eindruck eines, man möchte sagen, beirrenden Helldunkels, wenn neben dieser modernen Erkenntnis deü Vers, höchst ängstlich der Herausgeber- Herr Nattonek in seiner deutschen Paraphrase demselben die volle Uebereinstümnung mit der Tradition nachrühmt, wonach dem Hohenlied „allerheiligster" Charakter einwohne, zumal diese Tradition selbst schon in ihrem frühesten Beginn der spätern Forschung Thür und Thor össnet. Gleichwohl begreifen wir daß Bestreben des Verfassers, in einem gewissen Contact mit der Tradition zu erscheinen, da seine Arbeit, die erst jetzt in Druck erschienen ist, bereits vor 37 Jahren im Manuscript vollendet war und die darin ausgesprochene Anschauung damals noch nicht diejenige Popularität genoss, die ihr seitdem durch tüchtige Forschung gewonnen ist. Die deutsche Uebersetzung sowohl, wie der hebräische Commentar des Herrn Holländer zeichnen sich durch Ursprünglichkeit in der sprachlichen und sachlichen Auffassung des „Hohenliedes" aus, und die lexikalischen Erklärungen, wie andere Anhänge des Herrn Nattonek bilden dazu eine willkommene Zugabe. Zeitungsnachrichten. D eutschland. Berlin, 14. Mai. (Privamüsch.) Der Umerofficicr Hirsch vom 7. Landwehrregiment, der auch schon den Feldzug von 1806 mitgemackt und bei Königgrätz in der Fransecky'schen Division gekämpft hatte, durch deren Festigkeit und Tapferkeit vor allen das Lchictfal deS Tages entschieden ivurde, hatte sich dieses Mal bei den Gefechten des Werder'schen Eorps vor Belfert so ausgezeichnet, daß ihn sein Hauptmann und fein Major zum Officiersdienst thuenden Bicefeldwebel « derselbe gehört zum OfficierSrorps) ernannten. Als aber diese Ernennung dem Abtheilnngscommandeur Generalmajor v. Debfchütz zur Bestätigung vorgelegt wurde, wies er diese zurück — ein in der preuss. Armee unerhörter Fall -- mit dem officiellen Bescheide: er verböte sich aufs dringendste fernerhin die Znmuthung, einen Inden zum Ofsicier zu machen! beider hat unser Glaubensgenosse verabsäumt, diesen Fall zu einer Beschwerde an die höheren Instanzen zu benutzen; dieselben hätten schwerlich die Ausfassungsweise des Herrn Generalmajor getheilt, zumal es in der preußischen Armee «mit Ausnahme der Garde) eine ziemliche Zahl jüdischer Bieeseldwebel und Reserveossiciere giebt. — *) —. Zum Besten der bei dem Aufruhr in Odessa beschädigten und beraubten Israclnen wird die Opernsängerin Frau Therese Selar-Steiner am Sonntag, 14. d. M., in Arnim's Hotel. Abends *) Am besten wird dies aus der Liste in unsrem bald erscheinenden „Gedenkbuche" ersehen werden.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.