Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 20 (16.5.1871)
- Date
- 1871-05-16
- Page
- Seite 396 (sequence 8)
- Language
- German
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39b rabbiners eine Beisteuer von! 50 Thlrn. zu bewilligen. Dankbar schlägt unser Herz, doppelt dankbar, einmal wegen des in derselben sich kundgebenden bedeutenden Fortschrittes der Rechte der Juden, und sodann wiegen der Hoffnung unsern Landrabbiuer noch ferner behalten zu können. Di-. Ahrensdorf, erster Vorsteher der hiesigen jüd. Gemeinde. Issum (Westphalen), 6. Mai. Der von hier gebürtige bei dem 10. Infanterieregiment stehende Moses Bouschcr hat das eiserne Kreuz erhalten. Bielefeld, 4. Mai. (Privatmitth.) Der hiesige I),-. mwl. B. Steinheim ist für seine Verdienste in den Lazarethen durch das eiserne Kreuz ausgezeichnet worden. Militsch, im April. Der hiesige Arzt, Herr Di-. Gustav Frankel, Stabsarzt im Füsilierbataillon des I. Schlesisch. Grenadicrregimcnts Nr. lO erhielt wegen ehrenvoller Auszeichnung vor dem Feinde das eiserne Kreuz. Oesterreichischungarische Monarchie. Wien, im April. In dem vorliegenden siebzehnten Jahresbericht des Allgemeinen österreichischen israelitischen Taubstummeninstitutes werden die rühmlichen pädagogischen Erfolge des Directors, Herrn kaiserlichen Rathes .Joel Deutsch, gewürdigt, gleichzeitig neben den ersprießlichen Leistungen der Anstalt die bcdauernswerthe Thatsache constatirt, daß in dem abgelaufenen Jahre durch die nothwendig gewordene Renovirung des Jnstitutsgebäudes die Ausgaben sich in so unverhältuißmäßiger Weise gesteigert haben, daß nur außerordentliche Acte der Munisicenz einem bedenklichen Deficit vorzubeugeu vermochten. „Mit Wehmuth," heißt cs in dem Berichte, „gedenken wir der vielen Bewerbungen unglücklicher Kinder, die wir aus Mangel an Subsidien abwcislich bescheiden mußten, ohne uns mit dem Gedanken trösten zu können, daß andere mitstrebende Wohlthätigkeitsanstalten die unserige zu vertreten im Stande sein würden. Der heischende Bettler, der hülfesuchende Arme, Hungerige, Nackte, Obdachlose oder wer sonst noch an die Barmherzigkeit appellirt, mag, von dem einen Vereine abgewiesen, bei einer anderen milden Bruderschaft Entschädigung und Ersatz finden. Aber der Taubstumme, der Aermste unter den Armen, der nicht physische Verpflegung verlangt, sondern Erlösung aus dem verthierten Zustande, Erhebung und Erziehung für die bürgerliche Gesellschaft, der gewissermaßen seine Akenschwerdung begehrt, kann, wenn unsere Mittel nicht mehr ausreichen, ihn dem jammervollen Zustande'zu entreißen, durch keine weitere Almosenspende denr Elende entzogen werden." Hoffentlich werden sich Menschenfreunde finden, welche durch großmüthige Gaben dem Institute ihre ausgiebige Unterstützung zuwenden. Von den im verflossenen Jahre der Anstalt zugewendeten Spenden sind besonders zu erwähnen: Die Zuweisung von 500 fl. durch den Statthalter Baron Weber (aus dem Legate des Hofrathes v. Pflügt in Linz, welcher 4000 fl. zur Unterstützung wohlthätiger Lehranstalten ohne Unterschied der Confession testirte); die Gründung eines Stiftsplatzes durch Frau Wanda Weiß (7200 fl.); die Spende des Directors der Anstalt, Herrn kaiserlichen Raths Joel Deutsch, aus Anlaß seines 25-jährigen Amtsjuöiläums per 500 fl. und die Spende der ersten österreichischen Sparcasse per 100 fl. — Die Einnahmen im abgelaufenen Jahre betrugen im Ganzen 36,097 fl., darunter Jahresbeiträge 6039 fl., von zahlenden Zögligen 9099 fl., aus dem ungarischisraelitischen Schulfonds für 20 Stipendisten 4200 fl., aus dem mährisch-jüdischen Landesmassefönds 1170 fl., Spenden 3608 fl., Erträgniß der Vorstellung im Karlthcater 5526 fl. Die Ausgaben beliefen sich im Ganzen auf 30,653 fl. Die Anstalt zählte im abgelaufenen Jahre 89 Zöglinge, 63 Knaben und 26 Mädchen; darunter waren 26, die Stiftungsplätze genossen, 8 Zöglinge, welche den ganzen Verpflegsbetrag, 8, welche die Hälfte, 21, welche theilweise Vergütung leisteten, und 26, welche ganz unentgeltlich verpflegt wurden. — Der Vorstand besteht derzeit aus den Damen: Julie Schlesinger, M. Schnapper, Gab. v. Wertheimstein, Fanny v. Hosmannsthal und aus den Herren Di-. Ignaz v. Hofmannsthal, Friedrich v. Boschan, Joseph Hicldburghäusser, Sigmund Frankel, Dr. Mosenthal, Alfred Tauber, Max Theodor Schiff. Wien, 4. Mai. (Privatmitth.) Die Frage wegen der Errichtung einer jüdisch-theologischen Facultät hat einen kräftigen Ruck nach vorwärts erhalten. Das hiesige Lenrauenscomile hat dem Cultusminister Jirecek