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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-05-16 · Heft 20 (16.5.1871) · p. Seite 393

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 20 (16.5.1871)
Date
1871-05-16
Page
Seite 393 (sequence 5)
Language
German
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393 Literarischer Wochenbericht. Bonn, 14. April. Von Schulprogrammen haben wir noch zu erwähnen: „Fünfter Bericht der Religionsschule der Synagogengemeinde Königsberg." Demselben geht eine sehr bemerkenswerthe Abhandlung des Dirigenten der Schule, Rabbiners Dr. B amberg er, über dir Notwendigkeit eigener Bibliotheken für die jüdischen Schulen voran. Diesen Gegenstand haben wir in früheren Jahrgängen dieses Blattes zu oft dringend empfohlen, als daß wir die eben angeführte Abhandlung der Berücksichtigung nicht nachdrücklich anheimgeben sollten. — „Jahresbericht über die jüdische Religionsschule der Synagogengemeinde zu Magdeburg." Voran geht ein sehr verständiges Wort des Lehrers an der Anstalt, Herrn B. Äacobsohn: „Die Liturgie als Unterrichtsgegenstand in der Religionsschule." — Memorial of the late Moses Wiesenfeld, containing the Services & Adresses at bis funeral, Fcbruary 26 tli 1S71. Baltimore, Deutsch & Goldermann." Baltimore hat einen seiner geachtetsten und wirkungsreichsten Mitbürger verloren. Herr Moses Wiesenfeld war am 22. Januar 1819 in Otter in Kurheffen geboren, kam 19 Jahre alt in Baltimore an und gründete hier bald ein Geschäft, das sich sehr ausdehnte und ihm einen bedeutenden Wohlstand erwarb. Um die Thätigkeit dieses Mannes anzudeuten, bemerken wir, daß er einer der Gründer der „hebräischen Wohlthätigkeitsgesellschaft" und Präsident dieser Gesellschaft während zehn Jahren war; ebenso war er einer der Gründer und Beamten des „jüdischen Hospitals," der „Lloydstraßesynagoge," Präsident der „Permanent Land Asiociation," Director der „westlichen Maryland-Eisenbahngeseuschaft," der „internationalen Auswanderungs-Unterstützuugsgesellschaft," der „nationalen Wechselbank," der „Feuerversicherunzsgesellschaft von Maryland," der „Lebensversicherungsgesellschaft von Baltimore," Präsident der „Goldminenbaugesellschaft," Mitglied der „Concordia," des „Scbützenvereins von Baltimore" und mehrerer anderer Gesellschaften. In allen seinen Unternehmungen verhalfen ihm sein großer geschäftlicher Tact und sein Scharfblick zu bedeutenden Erfolgen. Er verstarb am 24. Februar d. I. An seinem Grabe sprachen die Rabbiner A. Hofmann und B. Hochheimer in deutscher und B. Szold in englischer Sprache, welche warmen Ausflüße wahrhafter Trauer in der angezeigten Broschüre veröffentlicht sind. — „Tale ved Höitidelighedcn i anleding af Sygepleieselskabets lialvliundrcdeaarige stiftelses dag, den 19 de Februar 1871." Af A. A. Wolff. Kopenhagen, Sally B. Saloraons 1871. — Eine bemerkenswerthe Broschüre ist die folgende: Deila vita e delle Opere di Isacco Lampronti per Benedetto Levi, candidato-Rabbino, allievo delP istituto rabbinico italiano in Padova. Padova, Tip. Creseiiii 1871." Wir erhalten hier eine ausführliche Biographie des berühmten Vcrfasiers des ins (gcst. 1755), sowie Nachrichten über seine Schriften, mit gründlichem Fleiße gearbeitet, eine dankenswerthe literarische Gabe. Oie Soldaten jüdischer Religion in den deuLschen Heeren. Es sind uns ferner die Verzeichnisse zugesandt worden aus folgenden Gemeinden: bauten, Alpen, Büderich, Geldern, Issum, Sonsbeck, Schötmar, Lemgo, Haußenbeck, Lösingfcld, Militsch, Ansbach, Iochsberg, Colmberg, Gnugeuhausen, Allcnmithr, Bach- Hofen, Sprottau. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 26. April. Unsere Leser werden sich erinnern, daß die israelitische Realschule zu Frankfurt a. Main seit der Einverleibung dieser Stadt in Preußen die Aufmerksamkeit des Unterrichtsministeriums dadurch auf sich zog, iveil sic seit langer Zeit neben ihren jüdischen Zöglingen auch eine beträchtliche Anzahl Schüler christlicher Eonfession hatte. Der Minister proponirte dem Schulvorstande — dieses Umstandes ist in den folgenden Verhandlungen nicht gedacht — der Anstalt als einer höheren Realschule das Recht zu verleihen, Befähigungszeugnisse auf den einjährigen Militärdienst zu crtheilen, wenn sic sich in Zukunft enthielte, christliche Schüler anznnehmen. Der

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