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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-04-25 · Heft 17 (25.4.1871) · p. Seite 339

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 17 (25.4.1871)
Date
1871-04-25
Page
Seite 339 (sequence 11)
Language
German
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befleckt, uitb dieses schreit um Strafe zum Himmel auf ein Volk, das in allen seinen Schichten nichts als Mord und Naub kennt! Das „Echo Danubien" vom heutigen Tage enthält folgenden Artikel: „Am letzten Montag war die Stadt Ploieschti, die wegen ihrer ultrarepublikanischen Tendenzen bekannt ist, der Schauplatz eines Blutvergießens an Israeliten. Folgendes ist der einfache Thatbestand: An diesem Tage hatten sich, man weiß nicht wie, einige israelitische Kinder verirrt, und trotz aller'-Nachforschungen der Eltern war es unmöglich, sic wieder zu finden* Ein israelitischer Badunternehmer, Namens Oser (Bazare), der auf den Markt gegangen, um seine Einkäufe zu machen, begegnete einer Gruppe von Männern christlichen Glaubens, welche einen ganz kleinen Knaben mit sich führten. Diese Leute fragten ihn, ob dies Kind nicht eines von denen sei, welche sich verirrt hätten, darauf richtete fick) Dser an das Kind mit einigen Worten in hebräischer Sprache, aber als er sah, daß cs nicht darauf antworten könne, schloß er. daß es nicht jüdischen Ursprungs sei und setzte seinen Weg weiter fort. Alsbald stürzt sich die Menge wüthend auf den armen Israeliten und beschuldigt ihn, er hätte den kleinen Ehristenknaben verführen wollen, um sein Blut zu trinken; denn die Juden, rief man von allen Seiten, brauchen Ehristenblut, um ihr Dpferfest zu feiern. Der fast zu Tode geschlagene Jude entwischt endlich den Händen seiner Verfolger, wirft sich in einen Fiacre, der ihn auf die Polizei bringt, wo er die soeben erlittene Behandlung schildert. Auf der Polizei giebt man ihm einen Dorobantz, der ihn auf den Schauplatz der erlittenen Mißhandlungen begleitet und dort eine Untersuchung anstellt. Aber die Menge stürzt sich sogleich von Neuem auf den armen unschuldigen Israeliten, zerschlägt ihm den Kopf, reißt ihm Bart- und Haupthaare aus und mißhandelt ihn derartig, daß in diesem Augenblicke der Unglückliche am Tode liegt und bald den ihn zugefügten Wunden zum Dpfer fallen wird. Dies Ereigniß hat eine schreckliche Panik unter den unglücklichen Israeliten hervorgerufen und seitdem flüstert man sich in der Stadt einander zu, daß eine Metzelei der Juden im Geheimen vorbereitet wird und daß diese Schlächterei an den Tstertagen ausgeführt werden soll. Zwei Tage darauf wurden mehrere Juden auf dem Marktplätze geschlagen, und man hat sogar auf die Fenster des Hauses eines dieser Letzteren geschossen. Welchen Schrecken empfanden diese Unglücklichen, als sie erfuhren, daß eine politische Persönlichkeit, ein Demagog reinsten Wassers, die Borstäote der Stadt durchlaufe und das Volk gegen die Israeliten aufhetze, und daß ein angesehener rumänischer Advocat, ein Bratianist, in einem Laden in höchster Erbitterung gesagt habe: Wir wollen alle Juden erwürgen, daß keine Spur mehr von ihnen zurückbleivt. Ein großer Kaufniann soll sogar zu einem Israeliten gesagt haben: „Eure Handlungen sind jetzt für Niemanden mehr ein Geheimniß und Ihr könnt es nicht mehr leugnen, daß Ihr Blut von Ehristenkiudern braucht, um Euer Dstern zu feiern." Wir halten es für überflüssig, die geringste Bemerkung über so skandalöse und mit Blut befleckte Thatsachen zu machen. Rur appellireu »vir an die gegenwärtige Negierung „der Drdnung", daß sie die strengsten Maßnahmen treffe, um die projectirte Metzelei zu verhüten. Schweden. Norrköping, im April. iPrivatmitth.) Wieder habe ich Ihnen und dem gesammten Judenthume den Namen eines Mannes zu erwähnen, der einen großen Theil seines Erwerbes zu edlen Zwecken zur Linderung mannigfaltiger Nebel der leidenden Menschheit verwendet und so seinen Namen und seinen Erwerb fegenbringend der Nachwelt hinterlassen hat. Dieustag den 21. März starb nämlich zu Gothcnburg der dort allgemein geachtete Großhändler und Synagogenvorstcher Louis Benecke in seinem 72. Lebensjahre. Außer seinen Vermächtnissen für schon bestehende Stiftungen, nämlich der allgemeinen ArmenversorgungSanstalt liono Reichst Haler, der israelitischen . Kranken- und Begrabungsgesettschaft.'Woo Reichsthaler, dem RettungSinsiitute auf Hifiugen 1,700 Reichsthaler und dem freiwilligen Brandcorps 1700 'Reichsthaler, ".'r»vdnet sein im Jahre 1303 errichtetes Testament noch besonders, daß sein gesamtntes bedeutendes Vormögen nach Ableben seiner Gemahlin (die Ehe war kitiderlos) tu zwei Hälften getheilt werden solle, wovon die eine Hälfte zu einem Fonds, benannt „L. Beneckes Donationssond für bedürftige Mitmenschen" verwendet werden soll. — Die jährlichen Zinsen von diesem Eapital sollen jedes Jahr den 11. November,

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