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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-04-25 · Heft 17 (25.4.1871) · p. Seite 338

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 17 (25.4.1871)
Date
1871-04-25
Page
Seite 338 (sequence 10)
Language
German
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338 er mit dem Rücktritte seiner Frau zum Judenthume einverstanden sei. Das den Eheleuten gehörige Kind felgt der Mutter. Memel, 9. April. Privatmitth.i Der hiesige jüdische Arzt Dr. Nosenthal, der neulich auch zum Kreisphysims ernannt werden, hat wegen seiner Dienstleistungen im Heere das eiserne Kreuz bekommen. Königsberg, im April. (Privatm.) Das hiesige „israelitische Waisenhaus" kennte seinen zehnten Jahresdericht über das Verwalniugsjahr 1870 mit der Veröffentlichung einer hochherzigen That beginnen. Bisher konnte die Anstalt ihre segensreiche Thätigkeit wegen ihrer beschränkten Mittel nur aus Knaben erstrecken. Im verflossenen Jahre mm hat der Geh. Eommcrzienralh M o r i tz S i in o u ein Capital von 10,000 Thlrn. geschenkt mit der Bedingung, daß mit denselben eine Abtheilung für Waisenmädchen gegründet werde. Der Vorstand des Waisenhauses hat nunmehr die Vorbereitungen getroffen, daß im Vciufc dieses Monats die Abtheilung für Mädchen eröffnet wird. Gegenwärtig befinden sich 12 Knaben im Waisenhause, und hatte dieses am 1. Januar 1870 einen Bestand von 11,901 Thlrn., während durch das obige Geschenk, andere Geschenke, die laufenden Beiträge und Zinsen die (5mnahinen bis zum 1. Januar 1871 sich auf 2.1,181 Thlr. stellten. Die Ausgaben, einschließlich 2H00 Thlr. an abgezahlrer Hypothekschuld, betrugen 1,011 Thlr.. so daß der Bestand 20,5-10 Thlr. verblieb. Die laufenden Beiträge haben siech um etwas vermiitdert. Sie betrugen 1809 971 Thlr. und 1871 nur 958 Thaler. So gering dieser Unterschied ist, so dringend kann doech den Bewohnern der Stadt und der Provinz das Interesse dieser Anstalt äits Herz gelegt werden, da niemals zu vergessen ist, daß die Pflege und Erziehung von Waisenkinderit zweifellos die wohlthätigste Handlung ist, ja die, zit welcher jeder Mensch die bestimmteste Verpflichtung hat. Dabei ist die Einrichtung und Beaufsichtigung der hiesigen Anstalt eine durchaus rühmettswerthe und gänzlich zweckentsprechend. Ocstcrreichischungarische Monarchie. Wien, 15. Apr. Die israelitische Cultusgemeiude hat einen Pensionsfonds für ihre Beamten und Diener gegründet und zu diesem Zivecke eine Summe von 109,000 fl. votirt. Auf Anregung des Herrn I. Jeiteles ist die Gründung eines Vereines für Dersorgting und Unterstützung von hier wohnenden israelitischen Wittwen im Zuge. Die Herreit Joseph Bachrach, Med. Dr. Joseph Breuer, Moritz Dub, Rudolph Goldscheider, David Gutmann, Moses Hirschl, Di*. Angelo Kuh, Jacob Kusfner in Döbling, Max Mauthner, Sigmund Pappeuheim, Moritz Pollak, Paul Schiff, Gottlieb Schwab, Moritz Winternitz haben ihren Beitritt als Gründer bereits zugesagl; andere Wohlhtäter werden noch erwartet. Pest, 28. März, Herr Dr. Sigmund Brody wurde zum Secretär im Ministerium des Innern ew nannt. (11. i. 35.» — . Der Exceß in Lemberg war, weiteren Nachrichten zu Folge, dies Mal Gott sei Dank! von sehr geringem Belang, und kam lediglich den Glasern zu Gute. Die Herren Excedenten liefen davon, sowie die Polizei erschien. Lemberg, 10. April. In Galizien regt es sich wieder. Db die Polen die von ihnen durch das Ministerium Hohenwart erhoffte Selbstständigkeit ihrer Provinz mit Judenhetzen einweihen wollen? Kaum daß die Mißhandlungen in Saybusch stattgefunden, haben wir hier gestern Abend Pöbelrotten die Judengasse durchziehen sehen, loelche Fensterscheiben einwarfen und am Stadtwall jüdische Spaziergänger mit Steinwürfen attaquirreu. Es erinnert uns dies an einen Vorgang jüngsthin in Posen, wo ain Abend des Geburtstags des deutschen Kaisers einigen Polen, die ihre Häuser nicht illuminirt hatten, die Fenster eingeworfen wurden, und als sic sich beklagten, ge antwortet ward: sie wären diejenigen, welche das Steinwerfen in die gute Stadt Posen eingeführt hätten, als eine bei ihnen beliebte Demonstration gegen die Inden. Von Saybusch erfahren wir übrigens, daß die Negierung mit aller Strenge anstritt und die Untersuchung energisch betrieben wird. Dona u f ü r st e n t h ü in e r. Bukarest, 7. April. Schon ivieder hat sich der Boden Rumäniens mit dem Blute schuldloser Juden

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