Mannheim
Compact Memory

Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-04-25 · Heft 17 (25.4.1871) · p. Seite 336

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 17 (25.4.1871)
Date
1871-04-25
Page
Seite 336 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3224737-3226798-3226816--29418-3252255
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

4 entity mentions

336 mehr gesündigt, als im grammatikalisch richtigen Lesen des Hebräischen. Wir können daher die obige Anleitung Lehrern und Schülern dringend empfehlen, weil nach fleißiger Durchübung derselben der Erfolg gewiß ein günstiger sein wird. — An bedeutenderen Werken haben wir als nunmehr vollendet zu bemerken: „Geschichte der biblischen Literatur und des jüdisch-hellenistischen Schristthums. Historisch und kritisch behandelt von Dr. Julius Fürst, Prof, an der Universität zu Leipzig. (Tauchnitz, Leipzig)." Der erste Band (490 S.) war 1867 erschienen, der zweite (015 S.) wurde vor Kurzem ausgegeben, ohne jedoch daß der ganze Plan des Verfassers ausgeführt wäre, da das „jüdisch-hellenistische Schriftthum" noch nicht behandelt ist. — Herr Pinn in Wilna hat den ersten Theil einer Geschichte der Juden vom babylonischen Exil bis zur Gegenwart in hebräischer Sprache herausgegeben, und reicht dieser (27 2 S.) bis zum Tode Alexander des Großen. — „Ursprung der Sagen von Abraham, Isaak und Jacob. Kritische Untersuchung von A. Bernstein. Berlin, Fr. Duncker, 1871." Der geistreiche Verfasser stellt eine neue Hypothese über die ursächlichen Momente des ersten Buches Mosis auf. Wir werden uns mit den drei genannten Werken in kurzem ausführlicher beschäftigen. Gr. Vecskerek, im April. Herr Oberlehrer Wolf in Lemberg, der seit mehreren Jahren eine hebräische Buchdruckerei besitzt, hat aus Liebe zur hebräischen Literatur seine Thätigkeit der jüdischen Wissenschaft gewidmet und manches nützliche Werk neu edirt und herausgegeben, das schon selten geworden ist und wenig verbreitet war. Herr Wolf hat nun jetzt unternommen die Schriften des. R. Jacob Emden, die sehr rar und gesucht sind, neu aufzulegen — ein Unternehmen, das gewiß sehr zeitgemäß, und dessen Bedeutung in Polen, wo der Ehassidäismus noch immer mächtig ist, nicht hoch genug allgerechnet werden kann. Es liegen uns bereits zwei wichtige, polemische Schriften Emdens vor, und zwar: m-iEO rr.Eüa -rv, ein für die Kritik des Sohar bahnbrechendes Werk, und nN:pn n-sm gegen den Pseudomessias Sabbatai Zewi rrnd dessen Anhänger. Bekanntlich hat es R. Moses Kunitzer in seinem ün Jahre 1815 in Wien erschienenen 'arm p unternommen , die von Emden nachgewiesenen 128 unechten Stellen und Interpolationen im Sohar durch Hypothesen und Scheiugrnnde zu vertherdigen und für echt zu ertlären — ein Versuch, der, wie Jedermann weiß, völlig mißlungen ist. Herr Rabbiner Rüben Rapoport in Tarnopol hat es unternommen, dieser Ausgabe des Mitpachath Randbemerkungen und Glossen unter dem Titel spec beizugeben, um die Hypothesen des sel. M. Kunitzer zu widerlegen und überhaupt die Arbeit des Emden einer neuen Prüfung zu unterziehen. Schade, daß diese gelehrten Anmerkungen durch zahlreiche Abbreviaturen — selbst den Namen -sny p schreibt Herr Rapoport durchgehends blos '"n — fast ungenießbar sind, da eine besondere Divination dazu gehört alle Abkürzungen, woran die Schriften Emdens ebenfalls überreich sind, aufzulösen. Jedenfalls ist es höchst anerkennenswerth, daß unsere Zeit dem geistreichen, kritischen Emden — dessen Schriften fast durchgehends nur einmal aufgelegt wurden — die verdiente Aufmerksamkeit endlich angedeihen läßt, und wir müssen darum Herrn Michael Wolf dafür Dank wissen, daß er sich die Verbreitung der polemischen Werke des kühnen Emden angelegen sein ließ. Vor wenigen Jahren 1567 ist in Odessa das von Emden herausgegebene Merkchen: 5m: djPX -nsp P von R. Jacob Sasportas ebenfalls erschienen — eine Ausgabe die recht leidlich ist, obschon die Typen viel zu klein und zu scharf sind. Möge Herr Wolf in der Edirung der Werke Emden's sortfahren und die reiche Unterstützung dabei stnden, welche die Sache im vollen Maße verdient. Nur wäre zu wünschen, daß der Ausstattung und der Correctur mehr Sorgfalt gewidmet werde. Denn wenn schon in Galizien ein correcter Druck nicht zu erzielen ist, so vermißt man doch ungern am Schlüsse das „Drnckfehlerverzeichniß," das doch geboten werden kann, wie dies die alten Lerleger immer gethan haben. D. Oppenheim. Zeitungsnachrichten. Deutschland. - Berlin, 11. April. (Eingesandt.) Die Gründung der Hochschule für die Wissenschaft des Judenthums ist, nachdem die auch ihr durch den Krieg bereiteten Hemnulisse überwunden sind, jetzt soweit vorgeschritten, daß sie mit dem nächsten Winterhalbjahr eröffnet werden soll. Das Euratorium beabsichtigt auf Grund der eingeholten sachverständigen Gutachten zunächst drei

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.