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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-03-28 · Heft 13 (28.3.1871) · p. Seite 259

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 13 (28.3.1871)
Date
1871-03-28
Page
Seite 259 (sequence 11)
Language
German
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259 und einige öffentliche Blätter scheuten sich nicht, die Preußen als Diebe und die Juden als ihre Helfershelfer zu bezeichnen. —. In der Nationalversammlung sitzen mehrere Israeliten wie Veopold Javal für Aonne, Adrian Veen für die Gironde u. s. w. -- In Berdun wurde bei dem Bombardement die Synagoge ein Raub der Flammen, nur mit NLühe wurden drei oder vier Thorarollen gerettet. Paris, 19. März. Auch die Arcliives israelites sind bereits wieder erschienen und tins zugekommen. Wir haben gegenwärtig nichts daraus zu entnehmen, nur daß in einem Artikel auf die Veränderungen aufmerksam gemacht wird, welche durch die Ablösung des Elsaß und Deutsch-Lothringens für die kirchliche Ber> fassung der Juden im übrigen Frankreich erfolgen werden. Die Arcli. isr. versprechen, darüber ausführlich zu handeln. Die Redaction der A. Z. d. I. wird in einer der nächsten Nummern ihre eigenen Bemerkungen darüber geben, da ihr ein gutes statistisches Material zu Gebote steht. Dona u fit r steil th ü nt e r. Bukarest, 9. März. Die „K. Z." theilt mit: „Der nordamerikauische Eonsul überreichte dem Fürsten von Rumänien in einer feierlichen Audienz ein Schreiben des Präsidenten Grant, worin derselbe erklärt: Er werde im Namen der Republik die Interessen der Israeliten energisch vertreten." sEs wäre nützlich den Wortlaut dieses Ereditivs zu kennen, da, wie die obige Mittheilung den Inhalt angiebt, es sehr undiplomatisch klingt. Der neue amerikanische Eonsul ist der Herr Benjamin F. Peixotto, ein Israelit, über welchen wir in Nr. 1 S. 18 d. 2. berichtet haben. Hoffen wir, daß die vielen Phrasen, welche bis jetzt über diesen Mann in den öffentlichen Blättern vorgebracht wurden, sich auch vorkommendcn Falls durch die That entsprechend erweisen. Redact.) Bukarest, 15. März. (PrivatmitthI Das „Echo Danubien" legt mit vieler Energie und Klarheit den Plan blos, welchen die rumänischen „Hebräophagen," wie es sagt, die Judenfresser, jetzt angesponnen haben, um die rumänischen Inden auszutreiben und zu vernichten. Nkan erinnere sich, daß 81 Deputirte einen dessaltsigen Gesetzentwurf eingebracht hatten, der in Europa einen so allgemeinen Widerwillen erregte, daß matt in Bukarest gezwungen war, ihn bei Seite zu legen. Jetzt verstanden es 32 Deputirte, dieselbe barbarische Absicht in ein weniger auffallendes Gewand zu kleiden, und aus ihrem Entwürfe den Namen Jude ganz wegzulasscn. Man hat bekanntlich in die rumänische Constitution einen Artikel 7 hineinzebracht: „Fremde können das rumänische Jndigenat nur erlangen, toenn sie Christen sind." Mau bringt dem nach gegenwärtig den Entwurf „eines organischen Gesetzes für die Communen und Distrikte" eilt. In diesem Entwürfe lautet Art. 6: „Alle Gemeinden- und Bezirksarbeiten und Unternehmungen kömten nur von Rumänen oder solcher! Fremden übernommen werden, welche auf Grund des Art. 7 der Constitution das Jndigenat erhalten haben" — das heißt überklar: kein Jude darf ein solches Werk oder Unternehmen übernehmen. Zur Verschärfung verhängt man in Art. 8 ein oder zwei Jahre Strafe über denjenigen, der seinen Namen einem Unberechtigten leiht. Nach Art. 26 darf eine Aufenthaltskarte in den ländlichen Gemeinden nur den Fremden ertheilt werden, die nach Art. 7 das Jndigenat erlangen können, d. h. kein Jude darf sich in einer Landgemeinde aufhalten. Auch in den Stadtgemcinden dürfen nach Art. 28 die Behörden nur denjenigen Fremden einen Aufenthalt gestatten, welche genügende Existenzmittel Nachweisen; und muß der Fremde die Er!ar:bniß durch eine jährlich zu erneuernde Aufenthaltskarte erlangen, wofür der Stadtrath nach seinem Belieben eine Taxe feststcllt. Hieritach sind die Magistratspersonen zu Despoten über die selbst in den Städten sich aufhaltenden Fremden gestempelt. Ausdrücklich wird auch jeder Fremde, welcher keine Aufenthaltskarte hat, als Vagabond behandelt und sollen die Distrikte Gefängnisse für die Bagabonden errichten. — Wir übergehen noch einige andere Bestimmungen dieses säubern Gesetzentwurfs, welche den Juden Schulen zu errichten unmöglich machen wollen, ihnen Steuern von unerträglicher Höhe auferlegen, aus welchen die Christen Darlehen zu industriellen Zwecken erhalten sollen u. s. w. Jedenfalls hat sich das „Echo Dannbien" ein großes Verdienst erworben, diese neue Machination der Rumänen ans Vicht gezogen zu haben, und wir hoffen, daß eine lebhafte Bewegung gegen dieselbe erstehen werde. 13*

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