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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-03-21 · Heft 12 (21.3.1871) · p. Seite 235

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 12 (21.3.1871)
Date
1871-03-21
Page
Seite 235 (sequence 7)
Language
German
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235 zum Wöhle unsrer Glaubensbrüder in Rußland beitragen.*) Julius Eliasberg. Berlin, 8. März. (Privatmitth.) Einer Ihrer Correspondenten, der das Herrenhaus bespricht, bemerkt irrthümlich, daß dasselbe die Aufhebung des ^6^3 des A. L. R. nicht genehmigt habe. Es hat vielmehr den betreffenden Gesetzentwurf, wenn auch nach großem Widerstande, angenommen. Berlin, 10. März. (Privatmitth.) Hier coursirt jetzt eine Petition an den Kaiser, zu veranstalten, daß jährlich am Tage der Errichtung deS deutschen Reiches ein Volks- und Kirchenfest gefeiert werde, daß zwar jede RcligionSgesetlschaft frei nach ihrer Weise an diesen: Tage der göttlichen Vorsehung Dank darbringe für das Gelingen des großen Werkes und zu ihr um Erhaltung desselben bete, auch jeder Stamm und jeder Drt das Fest nach seiner Sitte und Weise feiere, dies aber an einem und demselben Tage und mit diesen: Zwecke und Inhalt geschehe. Die Eintracht der deutschen Völker, der verschiedenen Religionsbekcnner und selbst der politischen Parteien, ohne welche Eintracht die ersehnte Einheit nicht erhalten bleiben könnte, soll durch ein solches Fest genährt, immer wieder zu Gefühl und Bewußtsein gebracht werden. Diese Petition ist denn auch bereits von vielen namhaften Männern aller Bekenntnisse unterzeichnet worden und wird demnächst auch weiter verbreitet werden. (Der Herausgeber dieser Zeitung hat sich der Petition ebenfalls angeschlossen.) Breslau, 8. März. (Privatmitth.) Zur Vervollständigung der in den letzten Nummern der Allgem. *) Wie traurig ist cs, daß, wo ein Häuflein zerstreuter und gedrückter Männer sich sammelt, sofort auch Zwiespalt und Spaltung eintrctcn, welche die Kräfte zersplittern und den Zweck unerreichbar machen! Uebcrall Leidenschaftlichkeit, wo mau Versöhnlichkeit und daö Verlangen nach Ausgleichung voraussctzen sollte. Die lehren, welche das Mißgeschick geben sollte, werden wenig beachtet. Wir haben auch von anderer Seite über den obigen Vorgang Bericht erhalten, der das Gesagte bestätigt. So bieten auch hier die Juden ein Spiegelbild der großen politischen Kämpfe unserer Zeit, deren stürmischer Wellenschlag sich selbst in dem kleinen Häuflein von Dsten gekommener Jünglinge fühlbar macht. Die Redactioit. Zeitung des Judcnthums enthaltenen llebersicht der zur Beförderung des Studiums unter den Israeliten Deutschlands vorhandenen Veranstaltungen theile ich Ihnen mit, daß auch hier mehrere diesem Zwecke gewidmete Fonds unter Verwaltung des Vorstandes der Synanogeugemeinde sich befinden, und zwar:!. Der sogenannte Wilhelmsche 7. Fonds im Betrage von 21,700 Thlrn., dessen Zinsen zum Theil zur Bestreitung des Schulgeldes für jüdische Zöglinge an hiesigen Gymnasien und Realschulen verwendet werden. 1S70 sind 30 Zöglinge mit 660 Thlrn. be-- thciligt worden. 2. Der Stipendienfonds für jüdische Studirende an hiesiger Universität, von einem Privatverein gegründet und mit einem Eapitalsbetrage von 5000 Thlrn. der Verwaltung der Synagogengemeinde übergeben, welche ihrerseits den Fonds um 1000 Thaler vermehrt hat, um aus deren Zinsen alljährlich ein Riesserstipendium zum Andenken an Gabriel Riesser an einen jüdischen Stndirenden der Rechte zu vergeben. — Aus dem Eommcrzienrath Fränkelschen 'Nachlaß ist gleichfalls ein Stipendium von jährlich 50 Thlrn. für einen in Breslau gebornen Stndirenden gestiftet. Der Fonds beträgt jetzt 6000 Thlr., excl. der beiden letztgcdachtcn Stipendien 5OO0 Thlr. Jedes Stipendium von 50 Thlrn. jährlich wird in der Regel auf 3 Jahre bewilligt. 1870 71 wurden 725 Thlr. vertheilt. 3. Das Di-. Henschelsche Promotionsstipcndium, zu Ehren des Dr. Elias Heuschel im Jahre 1836 gestiftet. Eapitalfonds 2300 Thlr. Bon den Zinsen erhält jährlich ein jüdischer Mcdiciner die PromotionSkosten mit 80 Thlrn. Dr. Honigmaun. Bonn, 8. März. (Privatmitth.) Wie wir aus dem „Educ. isr." ersehen, beträgt die jüdische Bevölkerung von Italien 37,000 Seelen. Die Angabe in unserem Leitartikel in Nr. 10 muß hiernach berichtigt werden; doch ist der Unterschied auf die dort ausgestellte Berechnung von geringem Belang und stört die gezogenen Eonsequenzen in keiner Weise. Bonn, 9. März. (Privatrnitth.) In der preußischeu Rheinprovinz und in einem Theile WestphalenS sind die Wahlen zum ersten deutschen Reichstage meist mit großen Majoritäten zu Gunsten der ultramonta* nen Partei ausgefallen. Wir sagen ultramontan, nicht

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