Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 10 (7.3.1871)
- Date
- 1871-03-07
- Page
- Seite 198 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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198 (Verspätet». Ettelbrück (Groß. Luxemburg), im Februar. (Privatmitth.) Am 23. und 26. Dcccmber v. I. (nrrrn nsc) fand hier die Einweihung einer recht hübschen neuen Synagoge statt, an welcher sich auch der Herr Bürgernicister und viele christliche Bürger des Städtchens betheiligten. Die bei dieser Feierlichkeit gehaltene Rede des Rabbiners, Herrn Sofers aus Luxemburg, sowie der ganze Gottesdienst, den der Borbeter, Herr Schmal ans Trier, leitete und ausfnhrte, befriedigten allgemein und hintcrließcn den besten Eindruck. Die kleine und nicht sehr wohlhabende Gemeinde brachte große Opfer um den Bau zu vollenden und hat sich um dies gottgefällige Werk unser Vorsteher, Herr Lion Kahn (Bruder des Herrn Obcrrabbiner zu Tri-'r.' große Verdienste erworben, ohne dessen aufopfernde Benrühungen wir das schöne Ziel nicht erreicht hätten. Auch tinsere Negierung gab nicht unbedeutende Geldunterstützungen zu unserer Synagoge. Ettelbrück ist die zweite Gemeinde in tinserem Großhcrzogthum, die eine Synagoge besitzt. In noch wenigen Orten sind nur Betstuben, in welchen von Zeit zu Zeit, vorzüglich an hohen Festtagen, Gottesdienst abgehalten wird. Unser Rabbiner wird ganz vom Staate besoldet und zwar mit 1000 fl., was bei der geringen Anzahl von Juden sehr viel ist.r. Kreuznach, 19. Fcbr. (Privatmitth.) Husar Earl Scheyer aus Langenlonsheim, seit einigen Jahren hier domicilirt, der in der Schlacht vom 27. November an die Seite seines von vier Franzosen angegriffenen Rittmeisters gesprengt ist und zwei der Feinde niedergehauen hat, ist mit dem eisernen Kreuze decorirt worden. Glciwih, 12. Febr. tPrivatmitth.) In unserer Stadt war Rabbiner Dr. Hirschfeld, seitdem er hier ist, Mitglied der städtischen Schnldeputation, die von den Stadtverordneten gewählt wurde. Vor etwa 13 Jahren kam ein^Regieruugserlaß, nach welchem die Deputation bestehen sollte aus zwei vom Magistrate, zwei von den Stadtverordneten gewählten und drei (von jeder Neligionsgenossenschaft je ciuö] von der Negierung desiguirtcn Mitglieder, die sechs Jahre sungiren. Der Magistrat hat das Recht, ans jeder Religionsgen ossenscbast drei Eandidaten vorzuschlageu, von denen die Regierung je einen wählt, in Ausuahmefällen aber beliebig einen ganz andern designiren kann. Die katholische, evangelische und jüdische Schule, letztere aus 8 Classen bestehend, sind alle öffentlich, und werden die Kosten von der Stadtcommune getragen; die jüdische Gemeinde erhält aber nur den normalen Gehaltsatz für fünf Lehrer nach Anzahl der schulpflichtigen Kinder, weil der Dirigent und noch zwei akademische Leh rer auch an der damit verbundenen höher» Mädchen schule wirken, die der Stadtcommune zu erhalten nicht obliegt. Trotz dessen unterstehen alle Elassen den Commnnalbehörden. Bei Einführung der neuen Deputation nach dem Negierungserlaß wurde wieder Dr. Hirschfeld vorgeschlagen und gewählt; nach sechs Jahren aber von: Magistrat nicht vorgeschlagen, von der Negierung aber designirt, und im vorigen Jahre vom Magistrate vorgeschlagen, von der Negierung aber der Präses der Stadtverordneten Dr. Freund designirt. Bemerkt muß werden, daß der ans der Synagogengemeinde dcsignirte nur eine berathende Stimme in den Schulaugelegenheiten anderer Eonfessioncn hat. Doch wird dies nie eingehalten, und die jüdischen Mitglieder werden ganz wie die andern betrachtet. Der Rabbiner Dr. Hirschfeld war seit dem Bestehen der Schule von der Regierung zum Revisor des Religionsunterrichts ernannt worden. Im vorigen Jahre beantragte der Vorstand seine Ernennung zum Revisor der Schule im Gauzen, und der Antrag wurde von der Regierung zurückgewicsen. Ter Rabbiner beschwerte sich darüber beim Eultusminister Mühler, und dieser beauftragte die Negierung, ihn als solchen zu ernennen, und so wurde im August v. I. ihm ofsieiell das Juspectorat der Schule als Revisor übertragen. Glogau, 20. Februar. (Privatmitth.) Das Mitglied der hiesigen Gemeinde, der stellvertretende Oberstabsarzt Dr. Joseph Natvitz, ist mit dem eisernen Kreuze decorirt worden, nachdem er bereits im Kriege von 1806 wegen seiner verdienstlichen Leistungen den rothen Adlerorden erhalten hatte. Gnescn, im Februar. (Privatmitth.) Bei dem fühlbaren Mangel an wohlthätigen Stiftungen in der hiesigen jüdischen Gemeinde ist ein Act hochherzigen Sinnes hier so allgemein freudig begrüßt worden, daß er es wohl verdient, auch in weiteren Kreisen bekannt zu werden. Der als Förderer so vieles Guten und Schönen,