Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 7 (14.2.1871)
- Date
- 1871-02-14
- Page
- Seite 133 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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133 großen Theile besser nicht geschrieben worden, denn er muß in formaler wie in inhaltlicher Beziehung als eine Fehlgeburt angesehen werden. Welches Deutsch kommt darin vor! Aus der Provinz Posen, Ende Jan. sPrivatm.) Der „P. Ztg." wird aus Versailles unterm 2l.Jan. geschrieben: „Durch Allerh. Cabinctsordrc sind die Licefeldwebel Kubischek, Haber, Friedländer, Hossmann, Göschen, Heytemayer vom 1. Niederschles. Juf.>Negmt. Nr. 46 zu Secondelieutenants befördert worden. Herr Heytemayer aus Groß-Glogau befindet sich, schwer verwundet (Schuß durch die Brust) bei Malmaison, noch im Versailler Schloßlazarethe. Daß von den ernannten Offieieren zwei Israeliten sind, ist ein erfreulicher Beweis, daß diese große Zeit auch Vorurtheile beseitigen hilft und daß die Gnade Sr. Majestät den aus der Wahl des Officierkrcises hervorgehenden kein Hinderniß in den Weg legt." Auf der Lehrerconfcrenz zu Ahlen am 25.Decem- Ler war der erste Gegenstand der Tagesordnung über die Militärpflicht der jüdischen Lehrer. Der Umstand, daß der christliche Lehrer, wenn'er nicht vertreten werden kann, nicht einberufen, wird, der jüd. Lehrer aber eintreten muß, findet in unserer Provinz keine Anwendung , weil die jüd. Schule eine öffentliche ist. Aus diesem Grunde hat der jüdische Lehrer in unserer Provinz wie sein christlicher College auch nur sechs Wochen seine militärischen Uebungen zu bestehen. Naugard, im Januar. (Privatmitth.) Heber die Minjan-Noth in kleinern Gemeinden ist schon häufig auch in d. Bl. geklagt worden. Oft muß der Gottesdienst gänzlich unterbleiben, und wenn er selbst stattfindet, so wird er durch das Warten auf Mmjan verzögert und unordentlich gemacht. Aus Verdruß kommen das nächste Deal diejenigen auch nicht wieder, welche dagewesen, und so löst sich mit der Zeit der ganze Gottesdienst auf. Dies veraulaßte den Vorstand der hiesigen Gemeinde zu folgendem -Schreiben an die Mitglieder derselben: „Der Gottesdienst in hiesiger Synagoge ist seit einiger Zeit mehrfach ausgefallen, weil das übliche Minjan nicht vorhanden gewesen. „Da vor der Hand ein regerer Synagogcnbesuch nicht in Aussicht steht, so sieht der Unterzeichnete Vorstand sich zu folgenden Maßnahmen veranlaßt: a) der Gottesdienst beginnt genau zur festgesetzten Zeit; d) derselbe findet statt, auch wenn nicht 10 Personen vorhanden; e) in dem Falle d unterbleibt das Aufrufen zur Thora und spricht dann nur der Rabbiner den Segensspruch über die Thora. „Bemerkt tuivb hierbei, daß die «nb h und c vorgeschlagcneu Aenderungen von der jüngsten Rabbinerversamnilnng zu Leipzig für statthaft erachtet worden und mw wegen des eiligen Schlusses derselben nicht zum Beschluß erhoben sind." Naugard, 15. Januar 1871. Der Vorstand der Syn.-Gemeiude: gez. Ascher. Behrendt. Arndt. Circulär an sämmtliche Mitglieder der Syn.-Gemeinde und Herrn Cantor Frankel hier. Lohen, 26. Januar. lPrivatmitth.) Bei Uebersendung des von Ihnen gewünschten Verzeichnisses unserer Soldaten gestatten Sie mir wohl folgende kleine Mittheilung: Dr. Oppler wurde gleich zu Anfang des Krieges nach Gumbinnen zum 1. Bataillon als Regmt.-Arzt, und von dort auf den Kriegsschauplatz beordert, woselbst er als Auszeichnung das „eiserne Kreuz" erhielt. Unterofficier Lübeck fiel fürs Vaterland am 1. September in der Schlacht bei Noissonville und sind die Briefe seiner christlichen Kriegskameraden an ihre Verwandten, sowie die an die Eltern Liebecks, voll des Lobes von seinem moralischen Betragen und seinem seltenen Heldenmuthe. Wir können nicht umhin hinzuzufügen, daß Lübeck auch ein guter Sohn und bei seinem geringen Tractamente die Stütze seiner Eltern war. Unsere Gemeinde wird daher das Angedenken dieses Braven durch Anbringung einer Tafel in der Synagoge mit seinem Namen und der Schlacht, in welcher er gefallen, ehren. Es wäre zu wünschen, wenn alle Gemeinden den aus ihrer Dritte in diesem Krüge Gefallenen ein ähnliches Denkmal errichteten. Nakel, 20. Januar. Die so viel besprochene Frage in Betreff der Uebertragung des Jnspectorats über die hiesige jüdische Elementarschule fand in den letzten Tagen ihre Erledigung. Nach Erlaß des Mmisterialrescripts im Sinne des fast einmüthigen Beschlusses 7