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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-02-14 · Heft 7 (14.2.1871) · p. Seite 132

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 7 (14.2.1871)
Date
1871-02-14
Page
Seite 132 (sequence 8)
Language
German
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132 Könyörgdsei Magyarra forditotta Deutsch Henrik a | pesti kir isr. lanitukepezde igazgaldja. Pest, 1S70. Dieses hebräische Gebetbuch mit ungarischer Uebersetzung ist typographisch vortrefflich ansgestartet. Wie uns von sprachkundiger Seite aus Ungarn geschrieben wird, ist die Uebersetzung sehr gelungen, besonders wird die „der Sprüche der Läter" gerühmt, so daß man dem Buche eine sehr gute Aufnahme verheißt. — enb n-n Jahrbuch zur Beförderung des Ackerbaues, Handwerks und der Industrie unter den Israeliten Ungarns. Herausgege^en von Ignaz Reich. (Mit drei Portraits). Erster Jahrgang. Pest, Selbstverlag, 1871. Der Berf. hat mit Uederwindung vieler Schwierigkeiten seine Jahresschrift zur Veröffentlichung gebracht. Daß das Streben, den Sinn für Ackerbau und Handwerk unter den Juden Ungarns immer mehr zu wecken und zu pflegen unb die Unterstützung derer zu fördern, welche sich ihnen widmen, ein sehr löbliches und warmer Anerkennung würdiges ist, braucht kaum ausgesprochen zu werden. An Mannichfaltigkeit des Stoffes hat es der Verf. nicht fehlen lasten und die Art, wie er Gegenwart und Bergangenheit verknüpft und aus dem Alterthum der Hebräer, namentlich aus dem Talmud, über Ackerbau und Handwerk viel Interessantes schöpft, verdient alles Lob. Dagegen können wir nicht verschweigen, daß die stets überschwängliche Ausdracksweise des Verfasters feinen Zwecken nur schaden kann. Der Autor ist mit einer reichen Phantasie begabt, geht aber so verschwenderisch damit um, daß er sehr häufig zu bloßem Wortgeklingel kommt. Gerade weil wir das Streben des Herrn Reich schätzen, halten wir es für nützlich, ihn aufmerksam zu machen, daß was dem Volke gesagt sein soll, in einfachen, verständlichen, und doch darum edlen Worten gegeben werden muß. Zeitungsnachrichten. Deutschland Leipzig, im Februar. (Privatmitth.) Zu meiner jüngsten Eorresponden; lassen Sie mich iiachträglich hinzufügen, daß die Sammlungen zum Besten der nothleidcnden westrussischen Inden, trotz der Ungunst der Zeiten, in denen allerorts der Wohlthätigkeitssinn so ungewöhnlich in Anspruch genommen ist. recht guten Erfolg gehabt haben. So konnten Ende vorigen Jahres 150 Thaler an das Eomile nach Königsberg, 100 Thaler an dasjenige nach Memel abgesendet, ein Knabe zu einem jüdischen Schneider nach aliswärts gegen Kost- und Lehrgeld in die Lehre gegeben werden, ein Mädchen in eine anständige hiesige jüdische Familie zur Ausbildung und Erziehung im Häuslichen untergcbracht werden. Breslau, 1. Febr. (Privatmitth.) In diesen Tagen erschien der siebzehnte Jahresbericht des hiesigen jüdisch-theologischen Seminars. Voran geht eine ausführliche Arbeit des I>r. Rosin über das Sephcr Ehinnuch, dessen Inhalt, Werth, Abfasser und Abfassungszeit, Quellen und Veröffentlichungen. Das Seminar wurde von 25 Hörern besucht, von denen einer aus London, einer aus Warschau, einige aus dem südwestlichen Deutschland, die übrigen aus der Provinz Posen und Schlesien, aus Böhmen imb Ungarn sind. Besonderes ereignete sich für das Seminar im abgelaufenen Jahre nicht. Der Unterricht ging in gewohnter Weise in den beiden Abtheilungen für die theologischen Disciplinen, sowie in beit Gymnasial-Unterrichtszweigen vor sich. — Die hiesigen Zeitungen waren vor Kurzem wieder einmal der Schauplatz von Angriff und Abwehr betreffs unserer Glaubensgenossen und ihrer deutsch nationalen Gesinnung. Die unberechtigten Auslassungen des Herrn Albert Cohn in Paris, gegen welche sich auch Ihr Blatt in bestimmtester Weise erklärt hat, hatten in hiesigen Blättern einen Abdruck gesunden und viel Mißstimmung hervorgerufen. Man war daher dem Herrn Rabbiner Dr. Joel sehr dankbar, als er in energischer Weise gegen jene protestirte, und einige vor Paris befindliche jüdische Soldaten riefen ihm ihre Zustimmung von dort aus zu. Dann kam ein Anonymus und zog in scharfer Weise gegen die Urtheile los, welche Prof. Dr. Grätz im XI. Bande seiner Geschichte über die Franzosen und die Deutschen fällt und durch welche die letzteren glorificirr, die ersteren sehr unglimpflich behandelt werden. Grätz ver-! theidrgte sich, aber man muß gestehen, in sehr schwäch-! lichcr Art, indem er darauf hinwies, daß seine Ge-! schichte nur bis 1818 reiche, und er die Stellung der! beiden Nationen zur Emancipation im Auge gehabt. Dieser XI. Band hat nach dieser Seite hin schon viel böses Blut gemacht und dem Prof. Grätz manches Unangenehme zugezogen. Der Band wäre zu einem

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