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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-02-07 · Heft 6 (7.2.1871) · p. Seite 113

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 6 (7.2.1871)
Date
1871-02-07
Page
Seite 113 (sequence 9)
Language
German
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113 größer sein. Lernen und Lehren war also deswegen die Hauptaufgabe seines Lebens, um so mehr müsse er dem Borstaude heute danken, daß er ihm einen Wirkungskreis angewiesen, in welchem er jene Aufgabe zu lösen im Stande wäre. .mD*» □"'SS "1222 2"INN b2 PN b2p73 NlNI Die Verbindung dieses Lehrsatzes mit dem vorhergehenden suchte er für sich dahin auszulegen. Die Pflicht, Jeden: freundlich zu begegnen, sei für ihn doppelt geboten. Er wisse wohl, daß es schwer war, für ihn die Majorität bei seiner Wahl zn erlangen, um so heiliger sei die Pflicht, freundlich auch gegen diejenigen zu sein, die mit seiner Wahl gerade nicht einverstanden gewesen. Zum Schlüsse bemerkte er, daß er die Schwierigkeiten seines Amtes durchaus nicht verkenne. Erstens die Stellung eines so würdigen, gelehrten und fleißigen Lehrers wie bxT -iyan520i:Nb bND-?: /-i einzunchmen und zweitens an der Seite eines so bewährten Gelehrten, wie Oe. Hildesheimer zu wirken. Diese Versicherung könne er aber heute geben, daß es sein Bestreben sein wird, den angeführten Männern an Fleiß und Pflichttreue nachzueifern. Herr Dr. Hildesheimer nahm zum Schlüsse das Wort, indenr er die Segnungeil des Bcth-Hamidrasch pries und die besten Hoffnungen an den neueil Lehrer knüpfte. Der Act, so einfach er auch war, war feierlich und die Stiinnmng eine gehobeilc. Die Statuten des Beth-Hamidrasch scheinen noch nicht fertig zu sein; denn vor der Hand bleibt, wie ich höre, Alles beim Alten. Posen, im Januar. (Privatmitth.) Nunmehr sind die Wahlen der Repräsentanten und durch diese der Vorsteher der hies. Gemeinde nach gesetzmäßigem Reglement vorsichgegangen. Es hatte sich zu dieseul Zwecke eine große Mittelpartei gebildet, die sich über die Personen verständigte. Die Ultras beider Parteien blieben von der Wahl weg, und so fand die letztere mit etwas über 1100 Stimmen statt. Vielleicht tritt dadurch auch Posen aus dem dunklen .Hintergründe hervor, in welchem es sich seit langer Zeit für alle jüdischen Angelegenheiten, mögen sie nach innen oder außen gehen, religiöser oder politischer Natur gewesen sein, gehalten hat. Posen betheiligtc sich an Nichts, z. B. auch an der einfachsten Petition nicht, welche an Ministerium, Abgeordnetenhaus oder Reichstag giilg. Posen versagte seinen Zutritt, selbstverständlich dllrch Nichtbeailtwortung der ihm zugegangenen Zuschriften, auch wenn die größten Gemeinden des Staates sich daran betheiligten. Man konnte bisweilen sich zu der Frage belvogen fühlen, ob die Judengemeinde Posen in der Gesammtheit noch existirc? Nun, hoffen wir, daß sich dies ändere, resp. bessere. Lauenbnrg (Pomm.l, :ro. Januar. (Privatmitth.) Kein besserer Beweis für die Tapferkeit der Israeliten im Heere als dieser: Von den aus dem hiesigen Gemeindeverbande 12 Einberufnen haben 4 Tapfere das eiserne Kreuz erhalten: Herr Hirschwald, Dr. der Chemie, Herr Löwin, Färbermeister und zwei Söhne des Gasthofsbesitzers Herrn Wedel. Bielefeld, 24. Jan. (Privatmitth.) Die„U n terstützungscasse des Vereins isr. Elementarlehrer für Westphalen und Rhernprovinz wird, dem Statute gemäß, am 1. Januar 1872 ihre Auszahlungen beginnen. Ter Inseratenteil der heutigen Nummer d. Ztg. bringt eine Uebersicht von dem Stande der Lasse, die heute über ein Vermögen von pp. 5200 Thlrn. verfügt. Mit frohem Danke gegen den Allgütigen uild gegen alle die Edlen, welche unser Unternehmen bis dahin wohlwollend gefördert, constatiren wir, daß auch in der gegenwärtigen schweren Zeit die Sache keine wesentliche Einbuße erlitten und wir manche fromme Gabe zu verzeichnen hatten. Unter diesen heben wir namentlich das reiche Geschenk von 50 0 Thalern von Herrn Elias Meyer in Aachen hervor, welche derselbe bei Gelegenheit der Verhcirathung seiner Tochter unserer Lasse überwies. Möchte doch dieses edle Beispiel recht viele Nachahmung finden! Viel Noth und Elend ist in den Kreisen vorhanden, welchen unsre Easse ihre Fürsorge zuwcnden soll, und viele Thränen des Kummers und des Mangels stießen dort still und ungesehen. D> nlöchten wir sie alle trocknen können! — Auf unsre Unterstützung, deren Bcginil nun nahe bevorsteht, harren bereits ein erblindeter Eollcge mit seiner Frau und 1 Kindern, sowie außerdem 2 Wittlvcn und 6 Waisen. Diese Andeutungen Ulögen genügen, um die Herzen derer in Israel, welche Gott mit Glücksgütcrn dieser Erde reich gesegnet hat, zu erwecken und unserer Unterstützungscasse zuzuwenden. Die Lehrer, welche bis jetzt dem Vereine ferne ge- 6

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