Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 6 (7.2.1871)
- Date
- 1871-02-07
- Page
- Seite 112 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Mentioned entities
- Einbeck 1× ep/1044488
- Elberfeld 1× ep/1047889
- Havelberg 1× ep/1044721
- Hechingen 1× ep/1047940
- Katowice 1× ep/1002406
- Merzig 1× ep/1045169
- Papenburg 1× ep/1045411
- Perleberg 1× ep/1045428
- Rawicz 1× ep/1048078
- Rheinbach 1× ep/1045540
- Salzwedel 1× ep/1045616
- Shammai the elder 1× ep/1007004
- Steinfurt 1× ep/1045772
- Trzcianka 1× ep/1048101
- Wittenberge 1× ep/1046037
OCR text
112 größeren Zahl der Gemeinden, an deren Vorstände wir uns durch Circnlärschreiben unmittelbar wandten — an alle vermochten wir dies nicht — noch leine Nückäußerung eingelaufen ist. Dies ist auch der Grund, warum wir diejenigen Gemeinden in d. Bl. aufführen, von welchen wir bereits Antwort erhalten haben. Denn wir richteten nunmehr unsere Aufforderung an alle Diejenigen, welche sich für die Sache des JudcnthmnS interefllren, und die nun aus den aufgeführten Gemeinden entnehmen können, wo sie statt der Vorstände uns mit den wünschenswerthen Notizen zu versehen hätten, was denn auch bereits aus einigen Plätzen geschehen ist. Nun wird unS mitgetheilt, daß es uns von Seiten vieler Lehrer iibelgenommcn worden, daß wir unsere Aufforderung nicht vorzugsweise an sie gerichtet hätten, da sie es doch seien, welche in der Mehrzahl der Gemeinden die eigentlichen Träger für die Interessen des Judenthums und für die Oesfentlichkeit abgeben. Daß dies sich so verhält, wenigstens in einigen Gegenden, daß nainentlich auf jeden gebildeten Lehrer in allen die allgemeine Theilnahme beanspruchenden jüdischen Angelegenheiten vorzugsweise zu rechnen ist, wißen wir sehr wohl, wenn eS auch andrerseits noch eine zahlreiche Classe jüdischer Lehrer giebt, die tief unter dem Niveau der erforderlichen Bildung steht. Wir geben daher zu, daß eS ein Versehen von uns ist, abgesehen von den Vorständen, nicht direct die Lehrer aufgefordert zu haben. Aber wir müssen unS dagegen verwahren, daß dies aus Mangel an Achtung für den besseren Theil unseres Lehrerstandes geflossen sei. Denn wir glauben oft genug durch Wort und Thal erwiesen zu haben, daß Niemand die Bedeutung und Wichtigkeit unseres Lehrerstandes höher anschlagen kann als wir. Aber indem wir Diejenigen ausforderten, welche ein warmes Herz für die Sache des Judenthums und der Judenheit besitzen, glaubten wir die Lehrer mit inbegriffen zu haben, und hielten cs sogar nicht für ganz passend, nun noch die Lehrer besonders zu nennen. Wir haben denn auch schon von manchem Lehrer die nöthigen Unterweisungen erhalten. Wir glauben hiermit diesen Zwischenfall erledigt zu haben. Wir haben bis heule wieder Mittheilungen von folgenden Gemeinden erhalten: Salzwedel, Vraunschweig, Neustadt Eberswalde, Erfurt, Münster, Birkenau, Neuwied, Lübbecke, Erwitte, Hirschberg, Stettin, Hechingen, Schönlanke, Jülich, Neunkirchen (bei Trier), Lissa, Kattowitz, Bünde in W., Walldorf, Gleicherwiesen, Merzig, Rheinbach, Bonn und Filiale, Rawicz, Burgsteinfurt, Hamburg, Einbeck, Lützen, Rhein, Rabbinatßdistrikt S ch w e i n f u r t im kgl. bayer. Regierungsbezirk Unterfranken und Aschasfenburg, Krotoschin, Havelberg, Wilsnack, Perleberg, Wittenberge, Lenzen, Wollstein, Güsten, AlSleben, Bernburg, Calbe a. d. Saale, Elberfeld, Papenburg. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 22. Januar. (Privatmitth.) 8. Am vergangenen Sabbath und zwar ist als Lehrer des Beth Hamidrasch Herr B. Somber in sein Amt eingesührt worden. Vormittags tl Uhr versammelten sich in den: Lehrlocale der Vorstand A. Hehlnann, Gottschalk Levi, Mende, sowie die beiden Rabbinen Dr. Hildesheimer, Somber und eine zahlreiche Zuhörerschaft. Die beiden Vorsteher Heymann und Levi erösfneten die Feier mit einer Anrede an den Einzuführenden, in welcher sie namentlich auf die Jetztzeit anspielten, die sich immer mehr von dem Studium der Thora und des Talmuds entfernt; um so mehr ist cs die Pflicht der Thalmudlehrer, das Beth Hamidrasch nicht blos äußerlich, sondern innerlich geistig zu erhalten. Die Worte der beiden Vorsteher kamen aus dem Herzen uitb gingen auch zu Herzen. Die Antwort Sombers drehte sich um den Lehrsatz Schammai'S: bo nfc< bapra *nm rtaifr rrüm -n»« riD' D'SB -1205 0N8N Er begann ungefähr auf folgende Weife: Als an den Propheten Jerentias der GotteSruf zum Volkslehrer wurde, rief er wehmüthig aus: non •’ny-r ab r.:n. In gewissem Sinne könne der Redner eine ähnliche Antwort geben; obwohl er nicht die Jugend für sich in Anspruch nehmen könnte. Er wäre nie ein Redner gewesen und hätte das sehr oft beklagt; die Lehre des Schammai sei für ihn besonders anwendbar. -ii5N; da er nur wenig zu reden verstünde so müßten die übrigen Leistungen desto