Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 5 (31.1.1871)
- Date
- 1871-01-31
- Page
- Seite 90 (sequence 10)
- Language
- German
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90 tisch-praktischen Ackerbauschule „Jstvün-Telell' ein Beitrag von 500 fl. votirt werden möge, wogegen der Verein bei Hinsendung von Zöglingen besondere Berücksichtigung finden würde; der Antrag wurde einstimmig angenommen. — Direetor M. A. Weiß ertlärt, daß von nun an überhaupt für den Ackerbau mehr geleistet wurde, als vordem; er selbst habe die Bestimmung getroffen, daß die Interessen der von ihm dem Vereine gespendeten 100t» fl. zur Hälfte dem Ackerbaue, und zur Hälfte dem Handwerke zugcwendct werden sollen. — Uebcr Antrag des Herrn Ignaz Steinitz wird dem Direetor M. A. Weiß für die langjährig erfolgreiche Leitung des Vereines der protokollarische Dank der Generalversammlung votirt, und fügt Dr. Schön berg noch hinzu, daß die Generalversammlung ihren Dank am besten dadurch an den Tag legen könne, wenn sie Herrn "Weiß zum Director wieder wählt, welches auch mit Aeclamation geschah. Ignaz Barnay spricht hierauf seinen Dank für die Wahl zum Ehrenausschußmitgliede aus, und stellt sodann den Antrag, in Angelegenheit der von weiland Markus Pollak hinterlassenen Stiftung per 20,000 fl. zur Förderung des Ackerbaues, dahin zu wirken, daß dem Vereine die Einflußnahme auf die Verwendung gewährt werde, — welche Motive über Antrag des Dr. Schönberg dem neuen Ausschüsse zur Verhandlung ziigewiesen wird. 'Nach den hieraus vorgenommenen Wahlen des Authenticationscomit^-s der Revisoren und des Scrutincomit^s folgte die Prämienvcrtheilung an 14 Zöglinge, welche sich durcb Fleiß und Fortschritt besonders hervorgethan. Zu derselben »varen sämmtlichc Zöglinge im Fcstgcwande erschienen, imb richtete Vicedirector I)r. Schönberg eine der Gelegenheit angemessene Ansprache an sie. — Am Schlüsse der Prämienvertheilnng, welche in Gold- und Silbermünzen bestanden, trat einer der Prämiirten hervor, um seinen und seiner Eollegen tiefsten Dank in schlichten, aber warmen Worten auszudrncken. Der „Pest er isr. Frauen vorn" hat in seiner Armen - Speiseanstalt (Vatcrogasse Nr. 5) im abgelaufenen Monate December 1757 Speiseportionen an Arme verabfolgt. Außerdem wurden durch den Ausschuß in derselben Zeit 312 fl. an diversen Unterstützungen vertheilt. Pest, 22. Januar. (Nach der Ungarisch-isr. W.) In der Sitzung des Abgeordnetenhauses vom 16. hat Herr M. Wahr mann, Deputirtcr für die hiesige Leopoldstadt, das Memorandum der vom Eongreß eingesetzten Commission cingereicht. Dasselbe ist gedruckt und an sämmtliche Mitglieder des Abgeordnetenhauses vcrthcilt worden; es umfaßt 47 Qnartseiten, während die 77 ebenfalls gedruckten. Beilagen 94 Quartseiten ausmachcn. Das Ganze bildet eine ziemlich umfangreiche Schrift, die schon in geschichtlicher, noch mehr aber in cnlturhistorischer Beziehung einen bleibenden Werth beanspruchen kann. —. Zn Papa hat ein Protestant, Herr Peter Ä i r ri ly fö ld i, der jüdischen „Mädchen-Industrieschule'^ sein dicht am Schulgebäude gelegenes Haus zum Geschenk gemacht, und wurde cs in diesen Tagen seinem Zwecke feierlich übergeben. Während dessen hat der jüdische Gciüeindevorstand den Lehrern und Lehrerinnen — Gehaltsabzüge decretirt, weil er diese Summen besser für die Umtriebe der Schomrc Hadath gebrauchen kann. —. Die eherechtlichen Angelegenheiten in Ungarn gerathen immer mehr in Verwickelungen und Verworrenheit, während die Gesetzgebung nicht um einen Schritt weiter kommt. So hat jüngst die Veßprimer bischöfliche Kircheubehörde einem zum Katholicismus übergetretenen Juden gestattet, eine Katholikin zu heiratheu, und verboten, seiner bisherigen Frau, welche ihrer Religion treu geblieben, den rituellen Scheidebrief zu geben. Zn bemerken ist noch, daß eine gerichtliche Scheidung auch nicht stattgefunden, so daß vom civilrechtlichen Standpunctc hier eine Bigamie vorlicgen sollte. Was übrigens der Neophyt für ein Mensch ist, kann man n. A. daraus sehen, daß er seinen Taufpathen, bei dem er zu Gast gewesen, bestohlen und darauf Reißaus genonnnen hat. Prag, Mitte Januar. (Privatmitth.) Am 14. d. wurde das fünfundzwanzigjährige Amtsjubiläum des Herrn Dr. S. Kaemps in außerordentlich festlicher Weise begangen. (Ein ausführlicher Bericht erfolgt in einer Beilage. Redacti. Seit meinem letzten Berichte haben im Vereine „Aphite-Iehuda" die Herren DD. Stein und Friedländer Vorträge gehalten; ersterer über „Joscphus als