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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-01-31 · Heft 5 (31.1.1871) · p. Seite 85

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 5 (31.1.1871)
Date
1871-01-31
Page
Seite 85 (sequence 5)
Language
German
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85 dermann versteht. Würden wir „Feldrabbinen" sagen, so hören wir aus dem Schreiben den Widerspruch, cs soll kein Privilegium der Rabbinen sein. Nun, uns würde ein befähigter Lehrer ebenso willkommen sein; nur daß die Behörde bei der Ertheilung der Berechtigung eine gewisse Garantie im ausgesprochenen Stande fordert. Und man erinnere sich doch, was eigentlich die Bedeutung des Wortes ist, nichts anders als Herr, Meister, Lehrer. Hat sich in unsrer Zeit eine größere Scheidung zwischen dein Rabbiner und Nichtrabbiner vollzogen, so liegt dies nicht in den Rabbinen, sondern darin, daß die Maste der Juden sich der größern Kenntniß der jüdischen Gottesgelahrtheit ungleich mehr entzogen hat als in frühern Zeiten. Nähren wir also unter uns selbst nicht Lorurtheile und fürchten überall hierarchische Bestrebungen, wo dergleichen nicht vorhanden sind. Wer lehren und helfen kann, der lehre und helfe. Aber in einer Welt, wo jede Thätigkeit sich zu einem Berufe gestaltet hat, und wo zu tüchtiger Ausführung eine bedeutende Vorbildung erforderlich ist, da kann auch das Lehren und Helfen nicht dem Zufall überlasten, sondern muß bestimmten und befähigten Persönlichkeiten übertragen werden. Entziehen wir unserer eigenen Sache nicht eine nothwendige Förderung, um vermeintlicher, zumeist nur vermutheter Nachtheile willen! Die Soldaten jüdischer Ueligion in den deutschen Heeren. Mit je mehr Dank und Anerkennung wir die fortgesetzte Zusendung der gewünschten Notizen begrüßen, um so mehr sprechen wir den Wunsch nach allseitiger Vervollständigung aus und fügen die Bemerkung hinzu, daß in den deöfallsigen Zuschriften die Angabe der Seelenzahl der betr. Gemeinden nicht fehlen möge, weil diese den richtigen Maßstab zur Beurtheilung des Procentsatzes abgiebt. Wir erhielten wieder Mittheilung aus den Gemeinden: Hoya, Senden hör st, Sontra, Haigerloch, Dortmund, Stepenitz (Pommern ), Demmin, Naugard, Calbe a. d. Saale, Rackwitz, Barchfeld, Offenburg (Baden,, Minden, Freiburg lBreisgau), Samter, Wreschen, Zülz, Emden, Landsberg a. d. W., Wittftock, Bleicherode, Homburg v. d. Höhe, Wormditt, BLsingfeld, Pfungstadt, Eisleben, Steele, Erwitte. Sammlung für -it durch -eil Krieg uerunglnckten Israeliten in Strnßburg, Meh und den Landgemeinden des Elsaß und Lothringens. Herr Rabb. Dr. Tobias Lohn in Potsdam 2 Thlr. Jugendverein zu Glogau 10 Thlr. PH. Simon in Hamburg 25 Thlr. N. N. in Minden 5 Thlr. R. Z. geb. B. in D. 10 Thlr. Herr I. Goldfarb in Preuß. Stargard 2.'» Thlr. Ernst Solnütz, Erich, Reis und Julius Goldberg, Schüler in Braun schweig, erzielten durch eine Lotterie 17 Thlr. Gesammtsumme 782 Thlr. 10 Sgr. und 290 Francs. Die Redaction. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 10. Januar. „Das heilige Land. Bon William Hepworth Dixon. Nach der 4. Aust, aus dem Englischen von I. E. A. Martin. Jena; Costenoble 1870." Jedes über das heilige Land aus Autopsie entstandene Werk zieht unsere Aufmerksamkeit auf sich. Wie wir nie müde werden, Näheres über einen unserer theuren Verstorbenen aus dessen Leben und Charakter, über sein Wesen und seine Erscheinung zu hören, besonders, wenn er uns frühzeitig entrissen ward, so ergeht es uns auch mit dem Lande unserer Väter. Die vorliegende Schrift hat in ihrem englischen Original bereits vier Auflagen hinter sich. Wir gestehen aber osten, daß, als wir die ersten Capitel gelesen hatten, wir nicht begriffen, warum sie einen solchen Erfolg erreicht habe. Erst der spätere Verlauf derselben machte uns dies mit dem Blicke auf den Standpunct und die Liebhabereien der Engländer erklärlich. Um den Vorzug Dston's gleich hervorzuheben, so bemerken wir, daß er eine ausgezeichnete Befähigung besitzt, mit wenigen Strichen ein lebhaftes und genaues Bild einer Landschaft oder sonstigen Erscheinung zu zeichnen, so daß es deutlich und erkennbar vor unseren Augen steht. Hätte er diese Eigenschaft nur öfter und soliderer in Anwendung gebracht. So aber ist die eigentliche Tendenz seiner Schrift, auf den Grund einiger Zeichnungen aus der Jetztzeit des heil. Landes, die Zustände und Beschaffenheit zur Zeit des Stifters der christlichen

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