Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 4 (24.1.1871)
- Date
- 1871-01-24
- Page
- Seite 64 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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64 Truppencorps, in welchen sie stehen, und 3) die Seelen - zahl ihrer Gemeinde. Es sind aber seitdem außer obigem Zwecke noch mehrere Momente hervorgctreten, aus welchen es nützlich und erforderlich scheint, die obigen Notizen in möglichster Vollständigkeit zur rechten Zeit zu sammeln. Wir wiederholen daher unsere Bitte, ganz abgesehen vom obigen Zwecke, und in um so dringenderer Weise, als es, mit Ausnahme der wenigen sehr großen Gemeinden, keines bedeutenden Opfers an Mühewaltung bedarf, um unseren Wünschen nachzukommen. In Nr. 1. 2 und 3 haben wir bereits diejenigen Gemeinden namhaft gemacht, welche bis jetzt unser Gesuch erfüllt haben. Wir fahren hiermit fort, und liefen wiederum die betreffenden Mittheilungen ein von den Gemeinden des Kreises Saarwellingen, Castrop, Nienburg (Prov. Hannover), Siegburger Kreis, Mörs, Mühlheim a. Rhein, Frechen, Sonnenburg, Würzburg, Leobschütz, Neheim, Schievelbein, Unruhstadt, Bochum, Sinzig, Liegnitz und Filiale, Schmie heim (Baden), Neuenkirchen (Neg.-Bez. Minden), Eichstettcn -Baden), Magdeburg, Leipzig, Hattingen, Wollin, Gonsawa, Oppeln, Schopfloch, Neu-Ruppin, Aurich. Vom Institute zur Förderung der israelitischen Literatur. Die Dauer des Krieges, die schweren und trüben Verhältniste, die er mit sich bringt, hatten uns veranlaßt, den Abonnementstermin für den 16. Jahrgang auf den 31. December v. I. zu verlängern. Dieser Aufschub hat auch seine nützliche Wirkung gethan und die Zahl der Abonnenten auf eine angemestene Höhe gebracht. Demungeachtet haben sehr wichtige Agenturen, z. B. in Berlin, Breslau, Wien u. a. O. ihre Contingente noch nicht gestellt, und um eine weitere Verlängerung ersucht, während derer mit Gottes Hülfe der Eintritt des Friedens zu erwarten stehe. Wir gehen hierauf noch aus einem anderen Grunde willig ein. Es hatte sich nämlich seit Jahren der Wunsch fühlbar gemacht, daß der Druck der Schriften im Sommer geschehe, so daß die Versendung zum Beginne des Winterhalbjahres, also zum Beginne der eigentlichen Lesesaison stattfinde, während bisher die Schriften zur Zeit des erwachenden Frühlings ausgegeben wurden, wo das größere Publicum zur Lectüre wenig Neigung mehr habe. Wir nehmen daher die sich darbietende Gelegenheit wahr, um die beabsichtigte Veränderung eintreten zu lassen. Vom laufenden Jahre an wird daher der Schlußtermin des Abonnements stets mit dem 31. März des Jahres eintreten, und die Versendung der Schriften Ende August stattsinden. Indem wir dieses bekannt geben, sprechen wir hiermit unseren besten Dank und unsere volle Anerkennung allen Denen aus, welche auch unter so schwierigen und traurigen Verhältnissen unserem Institute treu geblieben und ihm eine liebevolle Anhänglichkeit erwiesen haben. Zugleich ersuchen wir alle Theilnehmenden, bis zum 31. März e. ihre Mühewaltung eintreten zu lassen, um dem Institute seinen umfassenden Wirkungskreis zu sichern. Die Lehre des Iudcnlhums von der göttlichen Vergeltung. v. Die Ausführung der Idee ist nun folgende. Nachdem im Lorbericht (C. 1. 2) selbstständig der Gedanke zum Ausspruch gekommen, daß der Mensch das Gute nur um dessen selbst willen in standhafter Gläubigkeit an Gott zu thun habe, und sich Jjob diesen Gedanken bestätigend überall erwiesen hat, läßt er bei immerwährendem und immer schmerzlicherem, Leib und Geist durchwühlcnden Weh seiner Sehnsucht nach der Ruhe des Grabes, seinem Verlangen den Schmerz und, da er diesen von seinem Leben untrennbar halten mußte, dieses los zu sein, freien Lauf: die erste Klage (C. 3). So naturgemäß diese Klage war, und je eher „Freunde" einem Leidenden solche nachzusehen hatten, desto schärfer tritt die Härte der Anhänger der rigorosen Vergeltung hervor, wenn sie die allerdings in dieser Klage enthaltene Jgnorirung, daß das Unglück eine Strafe für vollbrachte Vergehen ist, aufgrcifen. Der erste Redner bringt daher die alte Lehre zu bestimmtem Ausspruch: das Unglück ist Strafe auf Vergehen, nicht der Unschuldige, sondern nur der Frevler geht unter; da aber jeder Mensch sündigt, so muß Jeder Ungemach erleiden, dieses ist Züchtigung Gottes, der sie in Glück und Se-