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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-01-17 · Heft 3 (17.1.1871) · p. Seite 47

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 3 (17.1.1871)
Date
1871-01-17
Page
Seite 47 (sequence 7)
Language
German
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47 habe, und dann wollte er im Voraus seine zu entwickelnde Lehre in dem ganzen Vorgang embryonisch andeuten, nämlich daß daß Leiden JjobS selbst einen Hähern Zweck hat, den: an diesem Leiden die höhere reinere Lehre sowohl für Jjob selbst, als für die ganze Menschheit zu Tage zu bringen. Bei dem streng gehaltenen Charakter der ganzen Dichtung, keine Meinung anders als durch einen Vertreter zu verkünden, mußten daher diese Andeutungen noch durch eine andere Scene und zwar durch Gott selbst zum Ausspruch kommen, dem gegenüber die falsche alte Lehre (mit bittrer Ironie) dein Satan, dem Vertreter der nieder» sinnlichen Natur des Menschen, in den Mund gelegt wird (s. 1, 9 fs. 2, 4 ff.-. Nachdem aber die höhere Lehre verkündet und erwiesen und Jjob überzeugt war, hatte das Leiden desselben keinen Zweck mehr, und der Dichter mußte daher in einem anhänglichen Berichte dessen Ende verkünden «C. 42). Hier war nun eine anderweitige Scene vor Gott nicht mehr nöthig, da sie nichts mehr auszusprechen gehabt hätte, und der Dichter bringt daher desgleichen nicht mehr heran. i Fortsetzung folgt). Philippson. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Berlin, 8. Januar. (Privatmitth., Sie haben ans dem Berichte der „Imlepembruce beige“ die Stelle desselben, welche summarisch die von Herrn Albert Cohn bei Gelegenheit der Channttahseier im Consistorialtempel von Paris gehaltene Rede wiedergab, weggelassen , wahrscheinlich ans Conniveuz für den verdienstvollen und stets bereitwillig auch in Deutschland anerkannten Redner. Allein ich muß Sie ersuchen, mir zu gestatten, daraus znrückzulommen. Die 1ml, beige ist ein zu verbreitetes Blatt, als daß ihre Mitthcilungeu der Dessentlichkeit entzogen blieben; die Phrase, die Herr Cohn aussprach, ist schon oster aus dem Munde französischer Israeliten gehört worden; wir müssen sie energisch zurückweisen, und glauben dabei durchaus nicht, Herrn Cohn zu nahe;u treten. Wir bemerken zllvor, daß die Indcp. beige irrt, wenn sie Herrn Albert Cohn einen in Frankreich natnralisirten Preußen nennt; er ist weder ein Preuße, noch überhaupt ein Deutscher, sondern in Ungarn geboren. Seine deutsche Bildung allein legt ihm gegen Deutschland keine Verpflichtung auf, und wenn er vortrefflich deutsch spricht, so erweist dies nicht, daß Deutsch seine Muttersprache ist, um so weniger als Herr Cohn bekanntlich ein großes Sprachtalent besitzt. Herr Cohn sagje nun: es ständen 100,000 Juden unter den preußischen Waffen, hätten aber alle französische Herzen, da Frankreich ihnen die Gleichberechtigung verschafft hätte. Abgesehen nun, daß die! 00,000 jüdischen Soldaten eine lächerliche Uebertreibung sind, da 400,000 Seelen so viele Krieger nicht liefern können, eine ttebertreibung, die wir dem Redner in der Hitze nachsehe)» wolle)) — so müssen wir doch gegen seine Insinuation als eine falsche, als eines jener Wahngebilde protestiren, an welchen die Franzosen jetzt so reich sind. So hoch wir den Patriotisnuis der französischen Israeliten schätzen, so sotten sie doch uns deutschen Juden unsere de)ltsche Vaterlandsliebe, unsere, feurige Begeisterung für Deutschland nicht au tasten. A))f einige, doch immerhin ))ur beschränkte Ausnahmen von der vollständigen Gleichstellung hin allerirt oder )ni))dert sich nicht unsere Vaterlandsliebe. Nicht Deutschland und nicht das de)ltsche Volk, sondern nur einige Minister e))thalte)i uns noch einige kleine Rechte vor: wie könnte dies auf unsere patriotische Gesinnung auch nur den geringsten Einfluß üben? Wir könnten uns auf zahlreiche Thatsachen berufen, aber dies halten )vir für d)irchaus überflüssig. Wie Sie jüngst citirten, sagt ein geistreicher Franzose: c’est l:i phmse qui nous tue! Wir ersuchen daher jene Herren, endlich auch diese Phrase fahren zu lassen. Wir werden cs niemals vergesse)), daß Frankreich den europäischen Co))tinentalslaaten mit der bürgerlichen Gleichstell)mg aller Culte vorangegangen, und sich sehr oft unterdrückter Juden angenommen hat. Dies kann )N)s de)) cntflanbcncn großen Conflict zwischen den beiden )nächtigen Cllllurvölkern noch tiefer bedauern lassen, aber unsre Sympathien und unsre Hingebung auch nicht nn Entferntesten von der Seite tiusrcö herrlichen Vaterlandes aus eine andere hinüberziehen. Ncberhaupt handelt es sich in solchen Fällen Jim historische Erinnerungen, so würden nur auch nicht vergessen können, daß Frankreich' wiederholt unsre Väter

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