Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 35 (1871)
- Issue
- Heft 2 (10.1.1871)
- Date
- 1871-01-10
- Page
- Seite 32 (sequence 12)
- Language
- German
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32 —. Ans Pesr wird berichtet: Nlittnwcb am 7.0. November hat an der hiesigen isr. Mädchen-Hauptschule, wie alljährlich, die Bekleidung armer Sckmlerinu. u — bei MO an der Zahl - in feierlicher Weise und im Beisein mehrerer Borstandsmitglieder, so toie mehrerer hervorragender Mitgl jeder des Pesler Israel. Frauen- Vereines statlgesanden. Nach Absingnng eines passenden Liedes hielt der Director der Anstalt, Herr Fischer, eine der erhabenen Feier volllomtnen würdige Ansprache, worauf wieder ein Dankeslied folgte. Eines der bekleideten Mädchen dankte sodann noch im Namen jämmtlicher betheiligten Schülerinnen für die Edelherzigkeit, mit welcher die Bester iör. Gemeinde auch den unbemittelten Bindern nicht blos geistige, sondern auch körperliche Pflege in so opferwilliger, liebevoller Weise angedeiheit läßt. Frankreich. Paris, 25). Deeember. Die „Indcpendance Helge" enthält folgende Mrttheilnng: Die Feier des Ehannktahfestes). Eine ergreifende religiöse Eeremonie fand am lO. im Eonsistorialtempel stait. Feierliche Gebete sollten für die Ruhe der jüdischen Todten, die auf dem Felde der Ehre gefallen, gesprochen und Almosen für die Wittwen, die Verwundeten und die minder Derer, die nicht mehr sind, gesammelt werden. Das war genug, um den Tempel der 9fuc N.-D. de Nazareth zu füllen. Nach Gesängen auS den Psalmen Davids wurde das Gebet um Erlösung vorgetragen. Der Großrabbiner von Paris, Herr Zadok Aahn, bestieg dann die Kanzel und sprach ehrenvolle Worte des Gedächtnisses für die zahlreichelt israelitischeit Helden, welche für die Befreiung ihres BalerlandeS gefallen. Aiit beredten Worten gedachte er der berühmten — wie des Eommandanten Franchette — wie der unbekannten zahlreichen Loldaten, die in den Reihen der Armee gekämpft. Der Großrabbitier von Frankreich, Herr Isidore, sprach daitn ein Gebet für Frankreich und verslnehte mit schwungvollen Worten die Geißel des Krieges. „Gott, sagte er. segnet die heiligen Kriege, das sind die für die Befreiung! Gottverdammt die ehrgeizigen Eroberungslriege. Die Makkabäer, David, dessen Psalmen wir singen, sind die Erwählten des Himmels; die von Blut und goldenem Lorbeer be deckten Eroberer sind von Gott verflucht!"*) lieber dieses schöne Thema fand der Großrabbiner Worte der wahren Größe und Vaterlandsliebe. Die Eereinonie sollte dann mit einer Sammlung schließen., als der Secrerär des Eonsislorinms, Herr Albert Eohn, der den Armen von Paris wohl bekannt ist, das Wort nahm und in einigen bewegten Worten die Zuhörer tief ergriff. Unter der sehr zahlreichen Bersammlung bemerkte man eine große Zahl von Notabilitäten; wir nennen u. A. die Herren von Rothschild, Anspach, Ermnienx Halphen, Eoheit, Vevy, Lazare rc., sowie eilte große Menge Cfficicrc aus der Armee und der National - garde, die der Eeremonie beiwohnten und ihre patriotische Gabe selbst bringen tvollten. D o » a n fit v sie n t h ü m e r. Bukarest, Ende December. «Privatmilth.» Die Rumänen werden jetzt wohl die Saat erndten, die sie reichlich ausgestrent; ich meine die llnthaten und Greuel, die sie an den Inden verübt, werden sich jetzt strafen. Bekanntlich ist in den Rumänen, oder doch im Fürsten das Verlangen erwacht, ein völlig unabhängiges kiteich zu bilden, und zu diesem Ende sich der Suzeränetät der Pforte zu entziehen. Mag man nun einerseits sich theoretisch sagen, daß es gar nicht abznsehen sei, warutn die Pforte immerfort die Dberhoheil über die Rumänen, die mit den Türken nichts Gleiches haben, besitzen solle; andrerseits Destcrreich fürchtcn, daß, falls Rumänien erst ein unabhängiger Staat, er die Rumänen in Dcsterreich an sich ziehen werde — die Hauptfrage bleibt praktisch: sind die Rumänen als Volk reif, einen völlig selbständigen Ltaat zu bilden? .Und dies ist es, was die öffentliche Meinung überall bezweifeln wird. Ein Staat, in welchem die Miilister und Präseeten selbst einen nicht vorhandenen, oder doch schlummernden Fanatismus des Volkes wecken und nähren, und zwar den schreck Wer stimmt diesen Ansichten nicht bei? Nur hätten sie in Fraitkreich Ausdruck erhalten und sich Bahn brechen müssen, bevor es Dentsthland mit einem Erobertlngskriege überzog! Redact.