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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1871-01-03 · Heft 1 (3.1.1871) · p. Seite 13

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
35 (1871)
Issue
Heft 1 (3.1.1871)
Date
1871-01-03
Page
Seite 13 (sequence 13)
Language
German
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13 lich, jedes Zugeständnis; an das Papstthum verworfen und als eine Ursache weiterer Verwickelungen und Schädlichkeiten angesehen wird. Unterdeß drängt aber dieses Vcrhältniß zu einer bestimmteren Entscheidung über die Gleichberechtigung der Culte. In der heutigen Sitzung der Deputirtenkammer ist nun der Antrag durchgegangen, daß sämmtlicke religiöse Bekenntnisse vor dem Gesetze gleich sein sollen. Der erste Paragraph des Statuts, welcher bekanntlich die katholische Religion als die des Staates erklärt, dürfte demnach die längste Zeit bestanden haben. A nt erika. Cincinnati, 2. Dec. Die hier erscheinende „Deborah" schreibt: Herr Benjamin F. Peixotto lsprich Peischoto), der nach Bukarest ernannte Consul der Vereinigten Staaten, hat in St. Louis, Chicago, Cleveland und Cincinnati Vorlesungen über Rumänien gehalten, ging von hier aus nach Washington, sich die Regicrungsinstructionen zu holen, um von dort über New-Jork am 14. December nach Europa abzureisen. Hr. Peixotto wird in London, Tours und Wien mit hervorragenden und einflußreichen Persönlichkeiten sich darüber verständigen, waS für die rumänischen Glaubensgenossen seinerseits zu leisten wäre, da ihm persönlich dieser Punct am Herzen liegt und er überdies weiß, daß seine Ernennung zu diesem Ehrenposten in der Absicht gemacht wurde, um sich dort im Namen unserer Regierung der in den verfolgten und gekränkten Juden beleidigten Humanität kräftig anzunehmen, wozu Peixotto mit seinem amerikanisch-jüdischen Patriotismus und seinem guten Herzen ganz geeignet ist. In seinen Vorlesungen Rumänien hat er bewiesen, daß er das Land und dessen Geschichte fleißig und erfolgreich studirt hat. Während seines Aufenthaltes tu Cincinnati wurde ihm von allen Seiten sehr viel Aufmerksamkeit geschenkt. Die Herren Rabbinen haben in ihren öffentlichen Gebeten seiner und seiner Mission gedacht, und die hervorragendsten Mitglieder unserer Gemeinden haben ihn zuvorkommend, gastfreundlich und achtungsvoll behandelt. Herr Peixotto hat auch seinerseits nicht verfehlt, dcut Judenthumc seine Hochachtung und kiitdliche Ergebenheit zu beweisen. Er wohnte dem Gottesdienste am öffentlichen „Danktage" im Tempel an der Moundstraße, am Freitagabend und Sabbath morgen im Tempel an der Plumstraße bei. Das thut er aber nicht aus politischen, sondern aus rein religiösen Motiven. Wir wollen Peixotto's Biographie schreibe», wenn er aus Europa zurückkommen wird. Hier sei nur kurz bemerkt, daß er einer altportugiesischen Fautilie entstammt. Sein Vater war Hasan der Port. Gemeinde von New Jork, Ivo Benjamin geboren wurde. Er wurde für ein wissenschaftliches Fach erzogen, trat aber bei seinem Schwager in Cleveland in's Geschäft. Sein natürlicher Hang für Literatur und Politik ließ sich aber nicht unterdrücken. Er wurde Mitredacteur des dortigen Abendblattes „Plain Dealer" und schrieb für andere Blätter. Er hatte einmal angefangen, Jurisprudenz zu studircn, gab aber das Fach wieder auf, heirathete ein Fräulein Strauß aus Louisville, verblieb im Geschäfte mit seinem Schwager, bis er später mit demselben und seinem Schwiegervater nach New Jork übcrsiedelte. In Clevelatch gab er in Verbindung mit andern strebsamen jungen Leuten lz. B. Simon Wolf) vielfache Veranlassung zur Selbstbildung junger Leute durch Debatten, Vorlesungen u. s. w. Seine Hauptthätigkeit entwickelte er aber im Bene Berith Orden, wo er nicht nur für alle angeregte Reformen enthusiastisch einstaild und für die Gründung des Waisenhauses in Cleveland tüchtig mitarbeitete , sondern als oberster Beamter des Ordens vier Jahre laitg eine seltene und segensreiche Thätigkeit entfaltete, so daß unter seiner Hand der Orden eine Bedeutung gewann, die er früher nie hatte. Im Geschäfte war Peixotto nicht so glücklich wie in seinen philanthropischen Bestrebungert. Verhältnisse zwangen ihn mit seiner Familie nach San Francisco' überzusiedeln und die juridischert Strtdien nochmals anfzunehmen, bis er endlich nach erstandenem Staatsexamen hoffnungsvoll irr die Reihe der praktischen Advocaten trat. Auf Anrathen und Verwendung des Herrn Advocaten und Recorders Siuron Wolf in Washington wurde Peixotto zum Ver. St. Consul rtach Rumänien ernannt und ohne Einrvand vom Senate bestätigt. Seit den Tagen des bekannten Mayors Mordechai Noah, mit dem Peixotto sehr viel geistige Verwandtschaft zeigt, hat kein erngeborner amerikanischer Israelit 1 unsere Regierung bei einem Hofe vertreten, Peixotto ist der erste in unserer Zeit; denn wir hegen

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