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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-12-18 · Heft 51 (18.12.1866) · p. Seite 806

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 51 (18.12.1866)
Date
1866-12-18
Page
Seite 806 (sequence 6)
Language
German
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Bestand in Frage stellen würde. Der geringe AbonneiM.entspreis, gegenüber den seit seinem Beginne gestiegenen -Druck- und Papierpreisen, die von den meisten Agenten -beanspruchte Provision, die großen.Porti- und Versendungskosten, machen es sehr schwer, umfangreiche Leistungen zu bewerkstelligen. Dennoch wurden unsere und unserer -Herren Agenten Bemühungen mit Erfolg gekrönt. Wir können jetzt die Anerkennung aussprechen, daß von unsern Agenten nur eine höchst kleine Zahl in ihrer Beeiferung nachließ, und zwar nur an Orten, wo sich dies von selbst gebot. Wir sind dadurch-der.schmerzlichen Nothwendigkeit entgangen, Agenten, welche zwar die Pränumerationsscheine in Empfang genommen, sie aber weder zurücksandten, noch irgend eine Meldung thaten, zur Sicherung des Instituts öffentlich zu nennen. Es find dies nur wenige und an unbedeutenden Plätzen. Im Gegentheil haben sich an Orten, wo der Tod oder andere Ereignisse den bisherigen Agenten. die Weiterführurg unmöglich machten, sich andere Männer von wohlwollender Gesinnung des Instituts angenommen. Ebenso erfreulich ist esdaß die große Mehrzahl der bisherigen Abonnenten uns treu geblieben, und es nicht erst der unter den Zuständen dieses Jahres noch viel schwierigeren Erwerbung neuer Abonnenten bedurfte, um die entstandenen Lücken annähernd auszufüllen. Alles dieß verhinderte freilich nicht, daß in diesem Jahre ein immerhin beträchtlicher Ausfall an Abonnenten eiutrat; aber er ist doch nicht so bedeutend, um den regelmäßigen Fortbestand zu behindern , und. es sind uns vielfache Aussichten eröffnet worden, daß, wenn die allgemeinen Verhältnisse günstig bleiben und sich günstig gestalten, im nächsten Jnstitutsjahre eine beträchtliche Steigerung nicht ausbleiben werde. Hoffen wir, daß sich dies verwirkliche! Wir hatten im vorigen Jahre eine Auflage von 3300 Exemplaren, von welchen gegenwärtig noch 20 Exp. im Besitze des Institutes sind. Die Zahl unsrer diesjährigen Abonnenten hat in diesem Augenblicke noch nicht ganz 2700 erreicht. Da wir aber aus besonderen Umständen an drei Plätzen das Abonnement noch offen erhalten mußten, so haben wir unsre Auflage auf 2800 bestimmt, und glauben dieselbe erschöpft zu sehen. Dieses Resultat kann für das Jahr 1866 im Verhältniß zu den Vorjahren nur als sehr erfreulich angesehen werden, und beweist ein für alle Mal, daß das Institut einen treuen Kern besitzt, der ihm die Lebensfähigkeit für lange Zeit sichert. Selbst- . verständlich mußte das Institut, das aus den früheren Jahren so schon ein Defizit übernommen, sich in diesem Jahre nach seinen etwas, geschmälerten Mitteln richten; wir leben aber der Ueherzeugung, daß die Abonnenten auch dies Mal von seinen Leistungen befriedigt sein werden. Unter den geschilderten Verhältnissen konnte der Druck der Schriften auch erst viel später beginnen, da derselbe bekanntlich nicht eher anfangen kann, als bis die Höhe der Auflage, also nach Feststellung der Abonnentenzahl bestimmt werden kann. Doch haben wir alle Einrichtungen getroffen, daß der Druck so viel wie möglich beschleunigt werde, so daß wir dessen Beendigung im Anfang Februars erwarten. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Bonn, 5. Dez. Zu unserem Artikel über die jüdische Bevölkerung in Preußen müssen wir noch ein anderes Verhältniß hervorheben. Man weiß, wie verbreitet noch immer die Ansicht ist, daß die Ehen der. Juden ganz besonders mit Kindern gesegnet seien, viel mehr als bei anderen Volksstämmen, und daß der größere Anwachs der jüdischen Bevölkerung vorzüglich aus diesem Grunde zu erklären sei. Wir haben diese Meinung als eine durchaus irrige schon oft nachgewiesen. Auch aus der Volkszählung von 1864 in Preußen geht es hervor. Bei den 19,254,649 Einwohnern ves preußischen Staates fanden 791,981 Geblrrten statt, während darunter bei den 260,756 Juden 8707 Geburten stattfanden, so daß . bei der Gesammtbevölkerung 1 Geburt auf 24 Seelen, bei den Juden erst auf 30 Seelen kommti Um so klarer ist es, daß der Zuwachs der jüdischen Bevölkerung lediglich aus der geringeren Sterblichkeit, also aus dem größeren Ueberschuß der Geburten über die Sterbefälle hervorgeht. Wir haben gesehen, daß die Sterbefälle nur wenig über die Hälfte die Zahl der Geburten erreichen und sich daraus die außerordentliche Höhe des durchschnittlichen Lebensalters von 59 Jahren ergiebt. Die Ursachen, aus denen wir dies erklären können, sind mehrfache, wie im Leben immer zur Erzielung eines bedeutenden Resultats verschiedene Momente Zusammenwirken. Zunächst muß eine geringere Sterblichkeit unter den jüdischen Kindern stattfinden, was wiederum

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