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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-12-04 · Heft 49 (4.12.1866) · p. Seite 778

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 49 (4.12.1866)
Date
1866-12-04
Page
Seite 778 (sequence 8)
Language
German
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Unter den Männern, welche seitens des hohen .Statthaltereirathes in . die Landessanitätscommission gewählt. wurden, befindet sich auch der in diesen BW tern schon so oft rühmlichst erwähnte Primararzt Herr Dr. "Jos. Rüzsatz in Pest. Die magyarisch-jüdische Literatur hat in neuerer Zeit einen erfreulichen Aufschwung genommen und ist es mehr als erfreulich, daß gerade den Clementar- Classen durch die Bemühungen eines Ehrentheil, Blum', Bauer u. a. die meiste Aufmerksamkeit geschenkt wird. So wurde unter andern vom tüchtigen Haüptlehrer Joachim Blum in Neu-Verbaß den Bedürfnissen unserer Schulen gemäß eine Hebräische Bibel und ein hebräisches Elementarbuch, enthaltend Gebet- und Bibelstücke, sowie grammatikalische Uebungen mit deutscher Uebersetzung (Pest bei Jsak Nathan), herausgegeben, welche von Fachmännern überaus gerühmtwerden und ihrer vorzüglichen pädagogischen - Einrichtung gemäß zuversichtlich über die Gränzen Oesterreichs hinaus im deutschen Lande sich Eingang verschaffen, werden. Wie wir vernehmen, veranstaltet Herr Sal. Blum auch eine ungarische Ausgabe dieser Schriften, ein Vorgehen, welches wir mit desto größerer Freude begrüßen, da wir überzeugt find, daß mit. der Verbreitung der ungarischen Sprache, unter unseren Brüdern in Ungarn auch die Scheidewand fallen wird, welche bisher zum Nachtheile des Landes zwischen den einzelnen Volksstämmen noch besteht. Bei Abschluß unseres Briefes geht uns der vortreffliche Spitzig Jtzig Kalender von Dr. Agai zu, welche neue Erscheinung schon dieserhalb in diesen Blättern registrirt zu werden verdient, da dieser originelle Luach ganz' insbesondre unter der christlichen Intelligenz Ungarns die weiteste Verbreitung fand. Wenn auch hie und da die jüdelnde Orthographie des geistreichen Dr. gerade unter seinen Glaubensbrüdern Anstoß erregte, so muß doch zum Lobe des Autors hervorgehoben werden, daß Niemand den Rischus besser zu geißeln versteht .als Jtzig Spitzig und daß die Briefe aus der Königsstraße im Bolond Miska ihrer Originalität wegen als characteriftische Zeitbilder eine jede Beachtung verdienen. Oberlehrer I. I. Rosen me her. Pest, Nov. (Privatmitth.) Unter den Mitgliedern -der Deputation, die dem gefeierten Patrioten Franz Deäk im Namen der Stadt Szegedin ihre Huldigung darbrachten, befand sich auch der Oberrabbi Leopold. Löw, sowie der Pester Großhändler Louis Posner. Der Verein „Concordia" wird eine Todtenfeier. fürden verstorbenen Fürstprimas von Ungarn veranstalten. Die tonangebenden. Journale fordern zup Gründung von . Suppenanstalten, Bekleidung armer Kinder mit Winterkleidern auf, und stellen die. entsprechenden israelitischen Anstaltenals. Muster hin. . ' R. . Wien, im Nov. Eine junge Wienerin Emilie Figdor, zu Paris hat 30,000 .fl. legirt, von deren Zinsen die Hälfte für arme christliche, die andere für arme jüdische Waisenkinder durch den Magistrat verwendet werden soll. Jetzt ist hierüber ein Competenzstreit zwischen dem Magistrat und dem städtischen Gemeinderathe entstanden. Tarnow (Galizien), im Nov. (Privatmitth.) . In einem Orte in Galizien in der Nähe von Tarnow kam es kürzlich zu einem Kampf zwischen Juden und und Christen, der nur durch das Einschreiten des.Mlitärs beigelegt werden konnte.. Doch glimmt die Gluth der Feindschaft noch immer , unter der Asche fort und die friedlichen Stadtbewohner beider Confessionen fürchten eine Wiederholung der mit Schrecken überstandeyen Scenerr. Die Ursache derselben war folgende: Der wenig beliebte Gemeindevorsteher hat einen siebzehnjährigen Sohn Namens Johann. Dieser spiegelte dem reichen Israeliten Feiwel Rosenfeld vor, er habe in der Jnsurrettionszeit Ducaten außerhalb des Ortes vergraben und lockte ihn hinaus, angeblich, um das Gold gegen Papiergeld einzutauschen. Als sie auf dem freien Felde waren, gesellte sich ein Knecht zu ihnen, mit Hilfe dessen der Sohn des Vorstehers den Juden erschlug und beraubte und dessen Leiche in den Fluß warf. Rosenfeld, einer der vermöglicheren und intelligenteren Israeliten, war verheirathet und hinterläßt vier Kinder; er erfreute sich allgemeiner Achtung und sein Verschwinden erregte daher Aufsehen. Tags darauf wurde indessen der Leichnam gefunden und in den Ort gebracht. Die ganze Jsraeliten-Gemeillde war auf den Beinen, und da dies der dritte Mord im Verlaufe eines Jahres an Israeliten ist, so war es begreiflich, daß sie in fürchterliche Wuth geriethen. In dieser Gemüthsstimmung ließen 'sie sich aber zu Excessen Hinreißen. Das Haus des Gemeindevorstehers, der auch bei den Christen keine beliebte Persönlichkeit war, wurde nahezu demolirt, die Mutter des Mörders

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