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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-11-28 · Heft 48 (28.11.1866) · p. Seite 758

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 48 (28.11.1866)
Date
1866-11-28
Page
Seite 758 (sequence 4)
Language
German
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des Versöhnungstages. Das'. JudenLhum kommt dem reuigen Sünder auf der Hälfte, seines-Weges der Umkehr entgegen, und vorzüglich in dem Versöhnungstage und seinen Kasteiungen und Feierlichkeiten bietet sie ihm ein Mittel, sich vor Gott zu demüthigen und seine Verzeihung nachzusuchen. Aber mit den äußerlichen Ceremonien ist es bei weitem nicht genug, vielmehr ist das Wichtigste die wirkliche Buße des Herzens, die Reue und thätliche Befferung. — Es sind dies allerdings keine neuen Gedanken, aber sie w'erden mit Wärme und in schöner Form ausgesprochen, und man kann sich leicht 'vorstellen, wie sehr die Zuhörer von der Predigt angesprochen und erregt wurden. M. Zeitungsnachrichten. Deutschland. Homburg v. d. Höhe, 12. Nov. (Privatmitth.) Am 9. d. fand die Einweihung der neu erbauten Synagoge statt.. Waren die Ceremonien die gebräuchlichen, so heben - wir doch folgenden Zug, als unter den obwaltenden politischen Verhältnissen von einiger Bedeutung, hervor. Als der feierliche Zug mit den Thorahrollen an der Hauptthüre der neuen Synagoge^ angekommen, überreichte der Baumeister, Hr. Holler, mit einigen Worten den Schlüssel an den Königl. Commissarius Hrn. Landrath v. Briefen, der solchen an den Rabbiner abgab, indem er hierbei seine Freude aussprach, daß es ihm vergönnt sei, hier an solcher Feier Theil zu nehmen, und der isr. Gemeinde wie der Stadt und dem Lande die Versicherung ertheilen könne, wie die Königliche Landesherrschaft deren Wohl und Gedeihen stets zu fördern bereit sei und bestehende Eigenthümlichkeiten thunlichst schonen werde. Hr. Rabbiner Fromm hob in seiner Erwiderung u. a. den Vergleich hervor, daß, wie die 12 Stämme Israels treu beieinander gestanden hätten, aber doch einer, der Stamm Juda, als der größte und stärkste an die Spitze gestellt worden sei, so auch Preußen an die Spitze der deutschen Staaten. An die Anwesenden wurde ein Gedenkblatt vercheilt, das ein schwungvolles Gedicht von Herrn L o u i s L e h m a n n enthielt. Wir theilen dasselbe im „Jüd. Volksbl." mit. Nordstetten (Württenberg), 28. Okt. »Pr.-Mitth.) Die hiesige Gemeinde nahm die Gelegenheit wahr, daß ihr Lehrer und Vorbeter Herr Frankfurter sein 45. Amtsjahr zurückgelegt, demselben ihren Dank und ihre Anerkennung auszusprechen. In einer feierlichen Versammlung auf dem. israel. Gemeindehause wurde dem verdienten Jubilar ein prächtiger silberner Pokal mit einer schönen Ansprache unseres Herrn Rabbiners überreicht. Tief gerührt antwortete der greise Lehrer in einer ergreifenden Erwiderung. Herr Frankfurter hatte fcctS' Glück und das Verdienst, zahlreiche Schüler auszubilden, die in Wissenschaft, Kunst und Industrie angesehene Stellungen einnehmen. U. a. ist er auch der Lehrer des Dichters Berth old Auerbach. Sein Bruder war der im vor. Jahre verstorbene Prediger Dr. Frankfurter in Hamburg. Lippstadt, 8. Nov. Die politische Umgestaltung unseres Vaterlandes gab auch den jüdischen Lehrern die erfreuliche Hoffnung, daß die Zeit ihrer Besserstellung seitens des Staates näher gerückt sei. Das dringende Bedürfniß zu einer gemeinsamen Besprechung wurde daher vielseitig anerkannt, besonders als die Seminarfrage auftauchte, die das warme Interesse der Lehrer in Anspruch nimmt. Da nun auch noch die für diesen Sommer projektirte Conferenz der Lehrer Rheinlands und Westfalens Verhältnisse halber unterbleiben mußte, fanden sich einige hier anwohnende Lehrer bewogen, eine Lehrer-Versammlung auf den 31. Oktober nach Rheda zu veranlassen. Hierzu hatten sich 15 Lehrer eingefunden. Zahlreiche Grüße und eine Menge Entschuldigungsschreiben waren eingelaufen. Nachdem die Versammlung den Herrn Wolfsdorf von Erwitte zum Vorsitzenden erwählt, ging sie zur festgesetzten Tagesordnung über. 1. Marks-Haindorf'sche Stiftung betreffend. Es wurde beschlossen: a, Die Erhaltung der Anstalt / womöglich unter ihrem bisherigen Namen „Verein für Westfalen und Rheinland" rc. zu erstreben. d, Die Verwaltung des qu. Vereines soll in eine äußere und innere gecheckt werden.*) Die innere Ver- *) Allerdings liegt es im Plane, einen tüchtigen Seminardirector anzustellen. Der von der Commission abgefaßte Statutenentwurf spricht dies ausdrücklich aus, und zwar daß dieser Seminardirector sowohl die gesetz-

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