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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-11-20 · Heft 47 (20.11.1866) · p. Seite 746

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 47 (20.11.1866)
Date
1866-11-20
Page
Seite 746 (sequence 8)
Language
German
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Teilnahme eine sehr lebhafte'/ und laufen bedeutende Beiträge von weit und breit noch immer ein. So erfuhr ich. eben, daß Jsaac Pereire aus.Paris die Summe von 500 Francs dem wohlthätigen Zwecke gewidmet, — eine gleiche hohe Spende hatte Baron Rothschild von Paris früher schon eingesandt, — daß ein bedeutender Betrag aus London eingelaufen, —und natürlich Anerkennungsschreiben von allen Seiten — ein besonders glänzendes von der Wiener Gemeinde — welche den Herren Wern allerdings eine schöne Genugthuung für ihr Streben und ihre Mühen sind. Das Eine aber dürfen wir den Lesern nicht vorenthalten : „Das Hilfscomits f. Soldaten isr. Relig." ist auch auf Opposition gestoßen. Diese Thatsache ist wahrhaft beklagenswerth, sie bekräftigt die so oft ausgesprochene Wahrnehmung, daß ein gutes Werk ohnedie berüchtigten „Spaltungen" uns nimmer gelingt. Und welch klägliche Argumente von diesen Oppositionsmachern in's Treffen geführt wurden! Draußen im Sturme der Schlachten verbluten auf dem kalten Boden unsere Brüder, sie flehen, die Aermsten, um Hilfe — „das Streben des Comitbs ist nicht zeitgemäß", das Comite ist „flüchtig" vorgegangen bei Angabe der Höhe des jüd. Contingents in der österr. Armee: wir wollen und können also nichts thun, wird von Ungarn her argumentirt. Man weiß es, daß es da eilige Hilfe gilt, oder keine — „ein Wohlthätigkeitsverein, dessen spendende Mitglieder weder auf die Abfassung der Statuten, noch auf die Wahl der Vereinsleiter Einfluß nehmen, ist eine Abnormität", „nir de nobis sine nobis“ ist des Ungarn oberstes Princip: ergo „kann bei diesen ein solcher Verein keinen Anklang finden", betheuert der ungar.-jüd. Moniteur in Szegedin, der sich jetzt so gerne „das Organ" der Pesther nennt. Plump verräth sich in diesen Worten jener Fetischcult des Götzen Eitelkeit, der bis zur Leidenschaft und Verblendung sich versteigt. Wahrscheinlich konnte man es schwer verschmerzen, daß ein gutes Werk zu Stande gekommen, ohne die Großthuereien und ohne die heilsamen Einflüsse der „Kritik", es mußte den heil. Feuereifer, der alles Große und Schöne mit eigener Hand allein vollführen möchte, gar tief verletzen, einen Verein constituirt, fix und fertig zu sehen, ohne auch nur bei einer armseligen Statutenberathung ein Wort mitgesprochen, geschweige ein gelehrtes „Gutachten" abgegeben zu haben, des Wahlaktes, der Ehrenämter, der glänzenden Aeußerungen in Wort und Schrift und all der andren Seelenfreuden gar nicht zu gedenken, die das Himmelsbrot der Edlen auf Erden sind. Es giebt Charactere, deren Lebensmaxime es ist „nil sine nobis" — macht Absicht oder Zufall einmal solchen Leuten einen Strich durch die Rechnung, so erzeugt eine derartige Enttäuschung einen inneren Schmerz, der entweder unter Lärmen und Poltern zum Ausbruche kommt, oder wenn er verbissen wird, als ein Kampf gegen den gesunden Menschenverstand sich äußert. — Aber lassen wir diese ewigen Hinderer des Guten nur immerhin opponiren — das wahrhaft Edle.bleibt immer lebensfähig und bricht sich selbst die Bahn!. Und damit wir unseren Bericht mit einer erfreulichen Meldung beschließen, so sei noch erwähnt, daß auf Veranlassung des „Hilfscomitss" eine solenne Seelenfeier für die im letzten Kriege gefallenen jüd. Krieger der österr: Armee — das Kriegsministerium hat die Liste der 500 Gefallenen dem Comite zur Verfügung gestellt — in Bälde wird veranstaltet werden, und daß diese Feierlichkeit, bei der Iellinek und Sulzer fungiren werden, zu einer großartigen demonstrativen Solennität sich gestalten dürfte. Prag, im November. Das „Abendland" meldet von hier: Unter den vielen Personen, welche durch die Gnade Sr. Majestät unseres allergnädigsten Kaisers und Herrn, wegen der bei der preußischen Occupaiion in Böhmen bewiesenen patriotischen Haltung und der eifrigen den Verwundeten und Nothleidenden zugewendeten Hilfeleistung der Auszeichnung würdig befunden worden, sind auch folgende Israeliten: .Der Präsident der Präger Handels- und Gewerbekammer Max Dormitzer erhielt den Orden der eisernen Krone HI. Klasse. Die Prager Stadträthe Gottlieb Bondi und Adolf Schwab, die Stadtverordneten Abraham Bernhard Bücher und David Zappert, dann der Med. Dr. Pnbram erhielten das goldene Verdienstkreuz mit der Krone, Isak Daniel Pick, Fabrikant in Nachod, erhielt das goldene Verdienstkreuz.. Der Ausdruck der Allerhöchsten Zufriedenheit wurde bekannt gegeben: Leopold Pick, Handelsmann in Bischitz. Med. Dr. Veit Löwit und Med. Dr. Karl Lederer in Horic, Med. Dr. Mandelbaum in Adlerkofteletz, Moses Schwarz, Civilwundarzt in Nachod, Med. Dr. Moritz Nmstadtl in Jungbunzlau. — Ebenso aus Brünn: Unter den von Sr. Majestät dem Kaiser, ausgezeichneten Israeliten befindet sich

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