Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Journal
- Allgemeine Zeitung des Judenthums
- Volume
- 30 (1866)
- Issue
- Heft 46 (13.11.1866)
- Date
- 1866-11-13
- Page
- Seite 731 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3224737-3226527-3226574--24409-3251766- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
LinaLstestiyr.ouium sich verhalten, wie Nacht php TO. Für. merkwürdig wurde auch der Umstand erWt, daß keine andere theologische Capacität Hr. N. die tzMinstttpn ertheilte, als eben des oben erwähnten ÄlgM Redacteur, der — gewiß gelehrte — OberrabLiu^r Löw in Ungarn, obwohl der tlieol. eandidat. am jüd-sthevl, Seminare zu Breslau seine Studien fast absolvirö haste, und also eine Promotion von den mehrjährigen Zehrern, oder dem Direktor des Institutes, der doch geM auch einen guten Namen hat,'zu erwarten war, während andererseits nur der milchbärtige Studiosus %>, und auch nur gelegentlich dem genannten OberrabMer bekannt geworden. Der Leumund war nun natürlich gleich zur Hand, über die Schicksale und dje Geschichte der Rabbinerschaft des jungen Theologen allerlei Bösetz in die Welt zu sprengen — und diesen Leuten zUiU Hohn - und zum Trotz trägt Hr. N. den Titel „Rabb.^ frank und frei an der Stirne, und legt ihn nicht stb, und j wird ihn nimmer ablegen. — Möge nun jtzpev aUtz diesen delicaten Geschichten (die wir übrigens viel pikanter illustriren könnten, ohne auch nur eist Haar^ breit von der Wahrheit abzuweichen) Schlüsse Ahn, so viel er mag — auf diese wollen wir den Schwerpunkt, nicht gelegt wissen , es war uns nur darum Kst thun: an einem „Rabb.-Vr.", der in Berlin „CarAve gemacht" das Bild eines jüd.-theolog. Parvenu'tz getreulich zu demonstriren. Wir wissen nun, wie d^Ur Wunderkind zuerst ein Doctor, wie aus dem l>p. ein Rabbiner-Vr. wird , und haben es gesehen, tyfe nwn zum „Erfolge" kommt. Da stellt man sich auf jpen Zlnstand, fahndet auf eine Stelle, eine Gemeind^ hat ftch bald gefunden, dieselbe will einen „Orthodoxes", Mn - wird man ein „Rother" in der Orthodoxie (dack Gleiche gilt mutaiis mutandis, wenn ein „Reformer" verlangt wstd), lebt hochorthodox, hat seit jeher nicht anders gelebt/ und predigt orthodox, begeistert — bis zuBCAß! Eine Gemeinde zerschmilzt in Bewunderung Mer seltenen Eigenschaften ihres neuen SeelenhivM, vM denen Man täglich neue entdeckt, man stimmt Bobhyrstnen und Hallelujas, an zur glücklichen Acquifld, „estr- Matt" yder einige gar gratuliren — aber! »,pex Md der Götter" scheint so viel Glück und FreM sticht länger ertragen zu wollen , er pflegt dann grausam' dreinzuschlagen, dahin sind die. schönen FliMwochen, die maMoKa beginnt sich zu regen. So psteK es zu kommen. Die Humanen werden vielleicht MDchersein, Mir wünschenes ihnenvonHerzen. Nachdem wir fv M her Nebels zu Ende gekommen sind, das, am Iudenthums zu nagen beginnt, so wist ich damit Wimm Gewissen Genüge geleistet haben; wie der-Schäden'zst beheben sei, das soll geschickteren Aerzten überlassen bleiben. Ich schließe also mein Heutiges, und ergreife Mit Vergnügen die Gelegenheit, Sie, Hr. Redacteur, Meiner Hochachtung zu versichern, u. s. w, u. s. Frankfurt a. M., 25. October. Ueber eine Rdr - tarageschichte, die sich vor etwa 8 Tagen zugetragen haben soll, berichtet die „Neue Deutsche Zeitung" :. Der, Sohn des israelitischen Kaufmanns Sim. M„ ein vierzehnjähriger, geistig nicht besonders vorgeschrittener Knabe, welcher in dem benachbarten Friedrichsdorf ein Institut besucht, war während der Herbstferien bei seinen Estern zum Besuch. Eines Tages kam der junge M. bis Abends nicht nach Hause. Aste Nachfragen bei Verwandten und Freunden waren Vergehens, der Knabe war nicht aufzufinden. Plötzlich haste ein Mitglied der. Familie den Gedanken, daß die pltrakacholische Familie W. D., welche lange Zeit mit hen M/s in einem Hause gewohnt hatte, um das Schicksal des Knaben wissen müsse. Es scheint hserngch, daß schon früher Bekehrungsversuche an dem Jungen gemacht worden waren. Man begab sich in das Haus . des Herrn W. D. Die Frau erklärte jedoch,-daß sie den Jungen nicht gesehen habe, Aehnliche AntwUt ertheilte der 'kranke, zu Bette liegende W. D, Auf wiederholtes Andringen der Betheiligten gestand der Kranke jedoch zu, daß der Knabe von seiner Familie drei Mpoleonsd'or erhalten habe und in diesem Augenblicke auf dem Wege nach einem Kloster in her Mhe von Köln sich befinde, um daselbst zum Chxistenthum überzutreten, Es wurde nun sofort nach Wn telegraphirt. Das Telegramm langte vor Eintreffen des Eisenbahnzuges an. Der junge M. wurde pon'. dortigen Verwandten in Empfang genommen, yb ohne, oder mit Assistenz der Polizei, ist mir nicht bekannt. Gegenwärtig verweilt der Knahe noch bei seinen Verwandten in Köln. 2luö Bonerrr, 28. Oktober. (Privatmitth.) ,'Mr Zopf der hängt.ihm hinten" hat einst Ch'gmissv gesungen, Md der „ÄLürzburger Stadt- und Landbote" liefert in diesen Tagen ejne Jllustraston hiezu. Es Mstgt . dieses Matt Mmstch M seiM Beilage em.Ausi-