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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-11-06 · Heft 45 (6.11.1866) · p. Seite 713

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 45 (6.11.1866)
Date
1866-11-06
Page
Seite 713 (sequence 7)
Language
German
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/von Bellagen und eine statistische Tafel 'über die Verunehrung ver Juden anschließen. Das Buch wird 16 bis 18 Druckbogen umfassen und ist der Preis für Pränumeranden aus Einen Thaler festgesetzt, während der -spätere Ladenpreis 1 Thlr. 15 Sgr. seinwird." Wir empfehlen daher das Werk zu allseitiger Unterstützung. — Von der „Biblischen Geschichte nach dem Worte der heiligen Schrift der israelitischen Jugend erzählt von Professor Dr. M. A. Levy" (Breslau, Schletter, 1866) ist .eine zweite verbesserte Auflage erschienen, so jedoch, daß die ganze Anlage unverändert gelassen worden, um diese neue neben der alten Auflage gebrauchen zu können. Die Nützlichkeit des Werkes ist von vielen Schulmännern anerkannt. — In demselben Verlage erschien auch die zweite Auflage von: „Hebräisches Lese- und Sprachbuch für die israelitische Jugend nach der Buchstabir- und Lautirmethode, von Moritz Herzberg, Vorsteher einer Privat-Anstalt in Breslau." Die Anlage wie die Ausstattung des Werkes ist zweckmäßig, die Uebungsstücke zum Uebersetzen mit Gebetsstücken untermischt, sind angemessen geordnet. — „Die Apokryphen, nach dem griechischen Texte übersetzt von Dr. David Cassel" (Berlin, Louis Gerschel, 1866). Die Apokryphen sind bis jetzt im Allgemeinen und besonders von den jüdischen Gelehrten ziemlich vernachlässigt. Von den letzteren ist außer von Gutman so gut wie nichts geschehen.. Es fehlt sowohl an einer gründlichen kritischen Bearbeitung des Textes, als auch an einer tüchtigen Commentirung. Wir selbst hatten die Absicht, die Apokryphen in der Weise uyseres Bibelwerkes zu ediren, und desfallsige Vorarbeiten getroffen, als uns eine Augenkrankheit in dieser Arbeit unterbrach. Dem jüdischen Publikuzn im Allgemeinen sind die apokryphischen Schriften fast ganz unbekannt, und doch verdienen sie dies nicht, wenn ihnen auch die Originalität abgeht. Bekanntlich sind sie theils geschichtlichen Inhalts, theils Legende, theils Gnomologie. In allen diesen Zweigen geben sie aber Zeugniß von dem jüdischen Geiste, wie er in unfern Vätern selbst in der Berührung mit dem griechischen Genius in den letzten Jahrhunderten des Bestandes in Palästina lebte. Es war daher ein glücklicher Gedanke, die Apokryphen als Anhang zu der Zunz'schen Bibel dem größeren Publikum in die Hände zu geben. Freilich bieten sie so, ohne allen kritischen und erklärenden Apparat, dem Bibelforscher wenig Material. Aber die Uebersetzung ist in lesbarem flüssigem Styl und mit Benutzung kritischer Vorarbeiter abgefaßt. . Sie hat bei möglicher Treue doch mehr Schmiegsamkeit an den deutschen Sprachgenius, als die Zunz'sche Uebersetzung der h. Schrift. Es versteht sich von selbst, daß man bei einer Menge von Stellen den Herrn Uebersetzer fragen kann, warum er diese oder jene Lesart vorgezogen? Ohne hier aber in das Detail einzugehen, können wir uns im Allgemeinen' nur zufrieden mit dieser Arbeit erklären. — „Zwei Epochen aus der Geschichte der deutsch-israelitischen Gemeinde in Hamburg, herausgegeben vonM.M. Haarbleicher" (Hamburg, O. Meißner, 1866). Die vorliegende umfangreiche Monographie (480 S.), welche später durch die jetzt in Ausarbeitung befindlichen neuen Gemeindestatuten vervollständigt werden soll, behandelt dem Titel nach zwei Epochen aus der Geschichte der Jsraelitengemeinde in Hamburg, nämlich von 1810 und von 1847. Doch beginnt sie im Grunde mit der Zeit, in welcher die Juden in Hamburg sich niederließen, und reicht bis auf die neueste Zeit. Wir haben in derselben mit einer seltenen Genauigkeit alle, die Gemeinde betreffenden Urkunden, die Statuten ihrer Vereine und die Schilderung der Ereignisse, die sie betrafen, zusammengestellt. Der Nutzen, den dieses Werk schaffen kann, reicht deshalb über den eigentlichen Gegenstand' weit hinaus, da aus demselben die mannichfaltigste Belehrung über alle, die äußeren Verhältnisse und Institute unserer Glaubensgenossenschaft betreffenden Momente gezogen werden kann. Wir sind daher dem Herrn Verfasser für seine Mühewaltung und die Gewissenhaftigkeit seiner Arbeit zu großem Danke verbunden-. Für die Sammlung solcher' Materialien ist auch jetzt gerade die Zeit, da die Umbildung der Gemeindeverhältnisse : leicht vielen noch aufgespeicherten Stoff gefährden könnte. Mit Recht hebt der Verf. hervor, daß in der Handelsstadt Hamburg die' tolerante Behandlung der Juden viel früher Platz gegriffen, als in anderen Staaten, und die hier mitgetheilten Gesetze von 1710 athmen mehr Duldung, als das 1790 von Friedrich Wilhelm II. für die Breslauer Judenschaft erlassene. So griffen auch die Hamburger Behörden viel weniger in die innere Verwaltung der Gemeinde ein, als es anderswo der Fall war, und gerade darum war die Entwickelung der Hamburger Gemeinde eine so reiche und mannichfaltige. Die Früchte genießen die Enkel noch jetzt, und so können wir nur den Wunsch daran knüpfen, daß die gegenwärtige Neugestaltung der Gemeinde von einem gleichen fruchtbaren Geiste geschaffen und erfüllt werde. Der Herr Verf. hat durch sein Werk abermals erwiesen,'daß Geist und Fleiß,

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