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Allgemeine Zeitung des Judenthums · 1866-11-06 · Heft 45 (6.11.1866) · p. Seite 712

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Journal
Allgemeine Zeitung des Judenthums
Volume
30 (1866)
Issue
Heft 45 (6.11.1866)
Date
1866-11-06
Page
Seite 712 (sequence 6)
Language
German
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jede collegiale Verbindung zwischen' beiden unmöglich sei und daß die Theilnahme der Israeliten an den übrigen Einrichtungen der Innung zersetzend auf diese selbst wirke. Was sonst noch gegen die Theilnahme der Israeliten geltend gemacht werden will, wie die Absonderung von der Kirchenfeier bei Katholiken u. s. w., so würde dies' zuletzt auch gegen die Zulassung christlicher akatholischer Confessionen vorgebracht werden können. Es, ergibt sich aus Obigem, daß vom gewerblichen .Standpunkte aus eine Umgestaltung der bestehenden Verhältnisse nicht begründet erscheinen würde; nachdem jedoch die politische Stellung der Israeliten zunächst der Beurtheilung des Ministeriums des Innern anheimfällt, und die Regelung der dicsfälligen Verhältnisse sich bei jenem Ministerium anhängig befindet, so hat das Handelsministerium sich aus Anlaß der Vorstellung Sr. Eminenz des Fürst-Primas auch mit dem k. k. Ministerium des Innern ins Einvernehmen gesetzt. Die von letzterem im Wege des General-Gouvernements in Ofen über die Gesuche der bei den Innungen eingeleiteten Erhebungen haben sofort das Ergebniß geliefert, daß die den Israeliten zur Last gelegten, ganz allgemein gehaltenen Beschuldigungen von den Jnnungsvorständen selbst bei ihrer Vernehmung theils als übertrieben, theils als ganz unbegründet bezeichnet , keine einzige aber durch Hinweisung auf eine specielle, greifbare Thatsache erhärtet wurde. Der Minister des Innern hat sich daher auch von seinem Standpunkte aus bestimmt gefunden, der oben ausgesprochenen Ansicht vollkommen beizustimmen und sich für die-Abweisung der Gesuche , der beiden Innungen auszusprechen, die man unter Einem im Wege des k. k/ General-Gouvernements, für Ungarn verfügt. Um jedoch/jede Besörgniß, welche sich an die Theilnahme der Israeliten, an den Zünften knüpfen könnte, in Hinsicht auf die religiöse Erziehung der Lehrlinge zu beschwichtigenhat man sich mit dem Minister des Innern dahin, geeinigt, daß bei der über die Regelung der bürgerlichen Verhältnisse der Israeliten anhängigen Verhandlung auch die Frage über das Verbot der Aufnahme christlicher Lehrlinge von Seite israelitischer Lehrherren in Ungarn in Erwägung gezogen werden wird. Man. erlaubt sich-das Ersuchen an das löbliche Ministerium, zu richten, Sr. Eminenz dem Herrn "Fürst-Primas die vorstehende Ansicht gefälligst bekanntgeben' und hochdenselben von der über die bevorworteten Gesuche getroffenen Verfügung in Kenntniß setzen zu wollen. Wien, 8. Januar 1857.: Toggenburg." 'Der Herr Graf Thun war jedoch nicht geneigt, diese ' Correspondenz weiterzubefördern, und, er schrieb unter dem 17. Januar 1857.;- . . Ich habe die Ehre, Euer Excellenz hierauf zu erwidern, daß . ich bei dem Umstande, als der Cardinal- Primas sich in dieser Angelegenheit unmittelbar an den' k. k. Handelsminister gewendet hat, die Eröffnung der' hierüber erfolgten Entscheidung an ihn umsomehr Eurer'' Excellenz überlassen zu müssen glaube, als ich durch die Bekanntgebung der in der geschätzten Note entwickelten Ansichten gewissermaßen eine Mitverantwortung Hinsichtlich derselben übernehmen würde, ohne in irgend einer Weise einen Einfluß auf dieselbe genommen zu haben." . Der Cardinal-Primas ist nun gestorben und es war ihm gegönnt, den Trost mit ins Grab zu nehmen; daß seine Befürchtungen sich nicht verwirklicht haben. Dm katholische Kirche steht heute, obschon Juden in die Zünfte ausgenommen wurden, so fest wie vor dem Gewerbegesetze. Literarischer Wochenbericht. Bonn, 11. October. Von Herrn Dr. H. Jolowicz erscheint eine „Geschichte der Juden in Königsberg in Preußen nach archivarischen Quellen bearbeitet." Das Werk wird in vielfachen Beziehungen interessiren. Es heißt in der Einleitung zur- Subseription: „Sehr viele neue, bisher unbekannt gebliebene Thatsachen liefern werthvolle Beiträge zur Geschichte 'des städtischen Handels, des Verhältnisses der städtischen zu den Staatsbehörden u. s. w. Andere beleuchten - in eigenthümlicher Weise manche Partieen der örtlichenreligiösen, staatsbürgerlichen, gesellschaftlichen und literarischen Zustände, während wieder andere vielerlei Stoff liefern zum Nutzen der Statistik , der Volkswirtschaftslehre und der Charakteristik geistig hervorragender Personen. - Dabei werden selbstverständlich die wichtigsten preuß. Judengesetze vom 14. Jahrhundert an bis auf die neueste Zeit in Erörterung gezogen, Lebensskizzen von Männern wie David Friedländer- Medizinalrath Joseph Hirsch, Dr. L. Jacobson, Dr. Francvlm, Dr. Johann Jacoby, Dr. Saalschütz, Dr. Kosch, Dr. Falkson u. a. m. gegeben, die Entstehung und allmälige Entwickelung des Gemeindewesens, der jüdischen Wohlthätigkeitsinstitute, des deutschen Gottesdienstes besprochenworan sich eine Reihe

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